Der Schlosspark Eller

Schloss Eller und die Parkanlage haben eine lange Entwicklungsgeschichte, die urkundlich bis ins 13. Jahrhundert reicht. Aus der mittelalterlichen Wasserburg entwickelte sich bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts ein schlossartiges Anwesen mit einem gestalteten, kleinen Landschaftspark, der zunächst auf die Inselbereiche in unmittelbarer Gebäudenähe beschränkt blieb.

Der Inselpark, dessen südliche Begrenzung bislang der Eselsbach war, wurde am Ende des 19. Jahrhunderts durch Aufforstungen nach Süden hin erweitert. Anfang des 20. Jahrhunderts entstand aus den Anpflanzungen ein durch geschwungene Parkwege erschlossener Waldpark mit ausgedehnten Wiesenflächen und einer neuen Teichanlage. Er bildete zunehmend eine selbstverständliche Einheit mit dem einstigen Inselpark.

1938 erwarb die Stadt Düsseldorf das komplette Anwesen, seit 1950 ist der Park öffentlich zugänglich. Das Wegenetz im Waldpark wurde ausgebaut und ein großzügiger Kinderspielplatz angelegt. Der Park erhielt einen gestalteten, platzartigen Haupteingang an der Deutzer Straße. Der ältere Inselpark am Schlossgebäude ist gestalterisch nahezu unverändert erhalten geblieben.

Der Denkmalwert von Schloss Eller beruht auf dem noch weitgehend erhaltenen Ensemble aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts klassizistisch umgestalteten Schlossanlage und dem zeitgleich entstandenen, kleinen landschaftlichen Inselpark sowie dem knapp 100 Jahre später entstandenen landschaftlichen, südlich angrenzenden Waldpark. Wald und Inselpark bilden eine harmonische Einheit, die glücklicherweise keine schwerwiegenden Veränderungen oder Eingriffe erfahren haben.

Geschichte der Wasserburg Eller

Das heutige Schloss Eller geht auf eine der zahlreichen Wasserburgen zurück, die als Wohnsitze adliger Geschlechter im Niederrheingebiet während des Mittelalters entstanden. Obwohl das Haus urkundlich erst 1309 als "castrum Einere" (Burg Eller) genannt worden ist, dürfte es weit älter sein, denn über 150 Jahre vorher war schon ein Rittergeschlecht des gleichen Namens in Urkunden genannt worden. Die Herren von Eller beaufsichtigten als Markgrafen die ausgedehnte Bilker Waldmark und dürften die größten Grundbesitzer im heutigen Düsseldorfer Stadtgebiet gewesen sein. Die politische und militärische Macht der Ellerer war sogar so groß, dass sie bis in das 15. Jahrhundert hinein sich den Grafen und späteren Herzögen bei ihrem Streben nach Errichtung der vollen Landesherrschaft mit Erfolg widersetzen konnten.

Erst als Herzog Adolf das Haus Eller mit Waffengewalt eroberte, war Heinrich von Eller 1424 bereit, seine Burg als "Offenhaus" dem Landesherrn jederzeit zur militärischen Verfügung zu stellen. Mit diesem Vertrag wurde die Öffnung der Burg besiegelt.

Der Wohlstand des Geschlechts schwand infolge häufiger Erbteilungen im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts dahin. Immer mehr Teile des ursprünglich reichen Besitzes mussten veräußert werden, um den überkommenen Lebensstil noch pflegen zu können, da die Erträge des verkleinerten Besitzes nicht mehr ausreichten. Im Zuge dieser Entwicklung verkaufte Heinrich von Eller 1448 dann das Haus Eller mit allem Zubehör an den Ritter Adolf Quade. Der neue Besitzer, der im Dienst des Herzogs hohe Ämter bekleidete, baute in der Mitte des 15. Jahrhunderts das Haus Eller zu einer stattlichen massiven Burg aus, als deren Überrest der Turm, der den Kern des heutigen Schlosses bildet, noch erhalten ist. Nach dem Tode von Quade um 1469 kam die Burg im Erbgang nacheinander in die Hände bedeutender Adelsfamilien. Als die Burg von 1599 bis 1621 keinen Besitzer hatte, verwahrloste das einst so ansehnliche Besitztum weitgehend. Kontributionen und Plünderungen im Dreißigjährigen Krieg führten zu weiteren Schädigungen.

Über die Größe und das Aussehen der Burganlage des 15. Jahrhunderts ist nur wenig bekannt. Die Burg lag auf einer fast quadratischen Insel, die von einem breiten, teichartigen Wassergraben umgeben war. Auf drei Seiten der Insel standen Gebäude, in der Mitte des Hofes der fast quadratische, wuchtige Turm. Von der Insel, auf der die Burg lag, führte eine Zugbrücke auf eine nach Osten und Westen weit ausladende Vorinsel, auf deren westlichem Teil der Wirtschaftshof lag, während auf dem östlichen eine Kirche und der Garten der Burg gelegen haben.

Geschichte des Schlosses Eller

Prinzessin Luise war die bekannteste Bewohnerin in der wechselvollen Geschichte des Schlosses. Krankheitsbedingt lebte sie von 1855 bis zu ihrem Tod dauerhaft auf Schloss Eller. Die Prinzessin hat das Schloss und die landschaftliche Parkanlage über die Jahrzehnte gepflegt und bewahrt. Größere Umgestaltungen oder gar Neubauprojekte gab es nicht.

Nach dem Tod der Prinzessin verkaufte ihr Sohn das Anwesen 1883 an den Unternehmer Friedrich Vohwinkel. Durch ihn und seinen Schwiegersohn Dr. Herrmann von Krüger, der Schloss Eller 1900 übernahm, begann eine neue Bauphase. Schloss, Nebengebäude und Park bekamen ihre heutige Gestalt. Das Schloss wurde modernisiert und erhielt Anbauten. Ab 1902 wurden die alten Wirtschaftsgebäude im Schlosshof durch historistische Neubauten in Fachwerkoptik ersetzt, in denen Wohnungen für Angestellte, Stallungen, Remisen und Maschinenräume untergebracht wurden. Für den Wirtschaftsbetrieb wurde westlich des äußeren Grabens ein neuer Gutshof errichtet.

1938 erwarb die Stadt Düsseldorf das Schloss und den Park. Vorübergehend diente es während des Krieges als Heim der Hitler-Jugend. 1945 war es zunächst von deutschen, nach der Kapitulation von amerikanischen, später von englischen Truppen besetzt. Das Schlossgebäude diente in der Nachkriegszeit zunächst als städtisches Altenheim bevor 1970 die Modeschule Düsseldorf in das ehemalige Herrenhaus einzog. Nach umfangreicher Restaurierung durch die IDR AG steht das Schloss seit 2010 für Veranstaltungen zur Verfügung.

Der Sturm Ela

Am 9. Juni 2014 verursachte Sturm Ela mit Böen von 142,2 km/h schwere Schäden in Düsseldorf: Rund 30.000 Bäume gingen verloren, davon etwa 3.000 Straßenbäume. Fast 24.000 Bäume benötigten baumpflegerische Maßnahmen, 50 Hektar Windwurfflächen im städtischen Forst wurden zerstört.

Im Schlosspark Eller wurden 385 Altbäume zerstört, etwa 550 wurden stark beschädigt, konnten aufgrund von baumpflegerischen Maßnahmen erhalten werden.

Karte

Daten und Fakten

Stadtteil / Lage Eller
Heidelberger Straße / Deutzer Straße / Am Dammsteg
Gesamtfläche 30,75 Hektar
Baujahr / Planer19. Jahrhundert
Attraktivitäten / Freizeitangebot
  • Schloss Eller
  • 2 Spielplätze
  • 1 Wasserspielplatz
  • 1 Abenteuerspielplatz
  • Musikpavillon (3-5 Veranstaltungen während der Sommermonate)
  • Spiel- und Liegewiesen
  • große waldähnliche Fläche mit altem Baumbestand
  • Insel mit Maximilian-Weyhe-Denkmal
  • Vogelschutzweiher
Hunde 1 Hundeauslaufplatz nähe Vogelschutzbereich
Parken gebührenfreie Parkplätze an der Heidelberger Straße und Am Dammsteg
ÖPNV Stadtbahn-Linie U75
Bus-Linien 722, 724, 730, 891, Straßenbahn 705
Haltestelle: Vennhauser Allee
Bus-Linien 730, 732

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