Der Schlosspark Garath

Der Park am Schloss Garath geht in seiner heutigen Gestalt auf das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert zurück. Doch reicht seine, insbesondere hinsichtlich der Besitzer, wechselvolle Geschichte deutlich weiter zurück. In der Reihe der unterschiedlichen Eigentümer ist Emmerich Raitz von Frentz für den Park von Bedeutung. Er hatte als erster um 1840 eine kartographische Aufnahme des Rittergutes Haus Garath und zugehöriger Ländereien veranlasst, die auch einen großen Garten südlich von Haus Garath verzeichnete. Als 1883 der Besitz erneut verkauft wurde, werden im Vertrag ein großer Gemüsegarten, ein Obsthof, ein Blumengarten sowie eine Parkanlage mit Wasser und mehreren Brücken erwähnt.

Blick auf das Herrenhaus

Wenig später ging der Besitz abermals in neue Hände. Der Landwirt Paul Poensgen erwarb das Rittergut, veranlasste den Abriss des alten Gebäudes sowie den Neubau eines Herrenhauses, das 1891 fertig gestellt war. Auf Fotografien sind das Gebäude mit seinem auffälligen Zwiebelturm und der Park überliefert. Schon damals gab es das Blickfenster vom Schlossvorplatz über die damals noch aufgestaute Wasserfläche des Garather Mühlenbachs auf die Weidefläche, die noch heute neben der Zufahrtsallee erhalten ist. Die Flächen am Riethrather Bach vor dem Schloss waren gärtnerisch aufwändig gestaltet und noch nicht von groß gewordenen Bäumen beschattet. 1907 wurde der gesamte Besitz erneut verkauft. Der neue Eigentümer Albert von Burgsdorff ließ 1912 das noch relativ neue Herrenhaus abreißen und durch den Bau, der heute stets "Schloss" Garath genannt wird, ersetzten. Die Pläne hierzu lieferte der Architekt Max Wöhler. Vermutlich wurde bei diesen Arbeiten der Park nicht wesentlich verändert.

Blick auf die Kapelle

1916 entsteht gegenüber dem Herrenhaus auf der Südseite des Parks die noch heute von der Familie von Burgsdorff genutzte Kapelle; den Privatfriedhof gestaltete vermutlich der mit der Familie befreundete Gartenarchitekt und Düsseldorfer Gartendirektor Baron Walter von Engelhardt. Von ihm stammen auch Umgestaltungen auf Flächen, die der Terrasse auf der Ostseite des Gebäudes vorgelagert sind. Von Engelhardts Planungen stehen formal im Kontrast zu den landschaftlichen Formen des Parks mit seinen in weichen Kurven geführten Wegen. Der Gartendirektor schuf eine von der Schlossterrasse ausgehende Achse, die ihren vorläufigen Endpunkt in einem runden Wasserbecken mit Sitzplätzen fand. Sie wurde von einem geraden Weg mit Rosenpflanzungen begleitet, die heute wieder am gleichen Standort angelegt wurden. Am Wasserbecken knickte die Achse etwas ab und führte weiter nach Osten zu einem Rasenparterre und einer langgestreckten, mit Rosen bewachsenen Pergola. Diese Flächen wurden vom Park abgetrennt, als nach dem Zweiten Weltkrieg Schloss und Park Garath durch die Britische Rheinarmee requiriert wurden. Anschließend gingen Park und Schloss in den Besitz der Bundesrepublik Deutschland über, die ihn der Deutschen Bundespost zur Verfügung stellte.

Spielplatz im Park

Erst 1978 konnte die Stadt Düsseldorf Schloss und Park Garath erwerben und die Grünanlage für die Öffentlichkeit zugänglich machen. 1983 wurde das Schloss mit dem Park in die Denkmalliste eingetragen. Das Schlossgebäude wurde 1991 mit Flächen in unmittelbarer Gebäudenähe an einen privaten Nutzer verkauft. Erste gartendenkmalpflegerische Arbeiten erfolgten 1993. Für den Park wurde 2007 ein Parkpflegewerk erarbeitet, das die langfristige Pflege des Parks entsprechend seiner historischen Konzeption sicherstellt.

Der Sturm Ela

Am 9. Juni 2014 verursachte Sturm Ela mit Böen von 142,2 km/h schwere Schäden in Düsseldorf: Rund 30.000 Bäume gingen verloren, davon etwa 3.000 Straßenbäume. Fast 24.000 Bäume benötigten baumpflegerische Maßnahmen, 50 Hektar Windwurfflächen im städtischen Forst wurden zerstört.

Im Schlosspark Garath hat es nur geringe Schäden gegeben, zwei Altbäume zerstört, vier Exemplare konnten aufgrund von baumpflegerischen Maßnahmen erhalten werden.

Karte

Daten und Fakten

Stadtteil /Lage Düsseldorf-Garath
Garather Schlossallee
Gesamtfläche 2,3 Hektar
Baujahr / Planer 19./20. Jahrhundert
Attraktivitäten / Freizeitangebot Schloss Garath
Spielplatz
Rosenrabatten
alter Baumbestand
Parken Parken in der Umgebung möglich
ÖPNV Bus-Linie 789
Haltestelle: Garather Kirchweg