Entwurf und Sanierung

Kinderspielplatz „Vor dem Deich“ im Südpark wird saniert:
Wasserspielplatz, Kletterarena und Floßbereich


Der Kinderspielplatz „Vor dem Deich“ wurde anlässlich der Bundesgartenschau 1987 als „Energiespielplatz“ am östlichen Rand des Südparks errichtet. Die ursprüngliche räumliche Aufteilung des Spielplatzes in die drei Teilbereiche Floßteich, Sandspielplatz und Wasserspielplatz ist bis heute erhalten geblieben. Das Konzept, Kindern Wasser-, Wind- und Sonnenenergie anhand von Komponenten wie Wasserrädern, Windmühlen sowie Solarzellen in Selbsterfahrung näher zu bringen, hat über Jahrzehnte dazu geführt, dass diese Anlage zu einem auch überregional bekannten und sehr beliebten Spielbereich wurde.

Die meisten dieser damals sehr aufwendig gebauten Geräte mussten inzwischen schrittweise zurückgebaut werden und konnten auch aufgrund höherer Sicherheitsanforderungen nicht mehr erneuert werden. Auch der ehemalige Floßteich musste aus diesen Gründen vor einigen Jahren stillgelegt werden. Der Wasserspielplatz ist ein wertvolles Zeugnis seiner Zeit und befindet sich als Bauwerk in einem guten Zustand. Lediglich die Wassertechnik und die Ausstattung muss erneuert werden. Spielgeräte und Ausstattungen sind weitestgehend nicht mehr vorhanden; Große Teile des Spielplatzes waren daher mittlerweile ohne Funktion.

Im März 2019 hat das Gartenamt zusammen mit dem Jugendamt ein Beteiligungsverfahren mit Kindern aus Kindertagestätten, Schülerinnen und Schülern der nahegelegenen Regel- und Förderschulen sowie interessierten Anwohnerinnen und Anwohnern, Nutzerinnen und Nutzern und Vertreterinnen und Vertretern der Behindertenverbände (Behindertenbeirat) veranstaltet. Die vielfältigen Ideen und Vorschläge für den neuen Entwurf wurden berücksichtigt.

Der neue Kinderspielplatz wird in drei Baubereichen modernisiert: Es wird eine  Kletterarena, einen Wasserspielplatz und einen Rollbereich geben. Durch eine durchgängige farbliche Gestaltung werden die drei Spielbereiche miteinander verbunden und bilden gemeinsam den Spielplatz „Auf der Welle“.

Die Sanierung des ersten und zweiten Baubereichs ist für das Jahr 2020 geplant. Der  Umbau des Floßteichs ist noch nicht terminiert und soll im Jahr 2020 durch die politischen Gremien beschlossen werden.

1. Baubereich: Kletterarena
Um die Bereiche der Kletterarena und des Wasserspielplatzes wieder miteinander zu verbinden und so offener, heller und übersichtlicher zu gestalten, wird der noch vorhandene Hügel zwischen dem weit oben liegenden Wasserspielplatz und dem unten am Fuß des Deiches liegenden Sandspielplatz teilweise zurückgebaut. Zudem wird zukünftig ein kleiner Platz die beiden Teile verbinden. Dort wird in einer Sandfläche ein barrierefrei erreichbarer Wassermatschbereich samt Wassermatschtischen und Pumpe insbesondere für Kleinkinder entstehen. Unterschiedliche Sitzmöbel und Rampen für Kinderwagen und Rollstühle komplettieren den neuen Spielbereich.

Vom Platz aus führt eine lange Röhrenrutsche hinunter in die Kletterarena im Sandspielbereich. Eine große, mit vielen Funktionen ausgestattete Kletter- und Balancieranlage mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden für kleinere und größere Kinder wird der neue Spielmittelpunkt sein. Schaukeln werden mit Blick auf den See aufgestellt. Alle Spielelemente werden als Charakteristikum lange, bunte Stahlstangen erhalten. Die Farbe Blau wird den gesamten Spielplatz – Spielgeräte, Mauern und Bodenbeläge – durchziehen und so alle Spielbereiche miteinander verbinden.

2. Baubereich: Wasserspielplatz
Der Wasserspielplatz hat mit seiner Klinker- und Betonmaterialität einen unverwechselbaren Charakter und ist mit einem ausgeklügelten System von Fließrinnen ausgestattet. Sobald Wasser fließt, machen sie die Situation interessant. Das Wasser wird vom Deichniveau kaskadenartig nach unten geführt. Unten befindet sich dann ein kleiner Platz, in dem das ankommende Wasser abfließen kann. Dort sollen moderne Wassersprühelemente an blauen Stahlstelen ergänzt werden, die die Optik der Kletterarena mit den ebenfalls blauen Stahlpfosten aufgreifen und so eine weitere Verbindung zum ersten Teil des Spielplatzes erreichen.

Die technische Bedienung des Wasserzuflusses ist nicht mehr zeitgemäß und muss modernisiert werden. Der Wasserspielplatz soll eine eigene und unabhängige Wasser- und Stromversorgung erhalten. Außerdem soll die Wasserzufuhr über Zeitschaltung und Wetterfühler sinnvoll gesteuert werden. Damit wird erreicht, dass zu den Nutzungszeiten immer ausreichend Wasser fließt. Außerhalb dieser Zeiten und bei schlechtem Wetter wird der Wasserzufluss automatisch gestoppt, ohne dass eine manuelle Steuerung erforderlich ist. Die baulichen Elemente sollen – soweit nötig – saniert werden. Dafür ist es geplant, moderne Elemente in ähnlicher Funktion wie zur Bundesgartenschau  1987 neu herstellen und installieren zu lassen.

3. Baubereich: Ehemaliger Floßteich
Zur Bundesgartenschau 1987 wurde auch der sogenannte Floßteich gebaut, der während der Ausstellung mit tonnenähnlichen Booten „befahren“ werden konnte. Aus sicherheitstechnischen und hygienischen Gründen wurde der Teich inzwischen trocken gelegt und liegt als nicht nutzbare Fläche im Planungsgebiet. Der ehemalige Floßteich soll nun in einen großen „Rollbereich“ umgestaltet werden.

Auf die vorhandene Asphaltabdichtung werden kleinere und größere Aufwölbungen und Hügelketten aller Arten aufgebaut und mit einer neuen Asphaltdecke überzogen, sodass mit verschiedenen Radformen – vom Bobbycar bis zum BMX-Rad – gerollt werden kann, was das Zeug hält. Ergänzt wird die Anlage durch Sitzstufen im angrenzenden Damm. Als Ergebnis aus der Kinderbeteiligung werden auf der benachbarten Wiesenfläche Trampoline, die auch rollstuhlfahrergeeignet sind, sowie eine festinstallierte Slackline eingebaut. Zur Beschattung werden Baumpflanzungen ergänzt.