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Jazz: Düsseldorf/Palermo

BU: Spanisches Kabarett, Adolf Uzarski, 1928, Aquarell, Tusche auf Karton, Stadtmuseum Düsseldorf C 4323, Foto: Stefan Arendt)
Spanisches Kabarett, Adolf Uzarski, 1928, Aquarell, Tusche auf Karton, Stadtmuseum Düsseldorf C 4323, Foto: Stefan Arendt)

Jazz: Düsseldorf/Palermo

in Kooperation mit  dem Verein Düsseldorf - Palermo e.V.

10.2. - 9.8.2026

Eröffnung: 8.2.2026, 11 Uhr

Anlässlich des Jubiläums „10 Jahre Städtepartnerschaft Düsseldorf/Palermo“veranstalten das Stadtmuseum Düsseldorf und der Verein Düsseldorf-Palermo e.V. eine Sonderausstellung, die den Jazz beider Städte feiert: Sie vereint legendäre Jazz-Bilder bedeutender Künstler wie Konrad Klapheck und Alessandro Bazan. Malerei, Grafik, Fotografie, Musikinstrumente, Video und Audio erzählen urbane Jazz-Geschichten. Jazz-Live-Konzerte machen die Ausstellung für Sie zur Bühne, jeweils am 19.2., 19.3., 23.4., 7.5., 11.6., 23.7.2026 um 18 Uhr (Eintritt frei). 

Die Ankunft des Jazz in Deutschland fiel in die Mitte der 1920er Jahre. Er war etwas Unerhörtes, eine musikalische Revolution, und wie alles Revolutionäre stieß der Jazz auf der einen Seite auf Misstrauen und Unverständnis, auf der anderen auf Begeisterung vor allem beim jungen Publikum, das die neue Musik als Tanzmusik bejubelte. Doch währte diese Phase nicht lange. 1933 verschwand in Nazi-Deutschland die als ‚undeutsch‘ und ‚entartet‘ diffamierte Musik wieder aus der Öffentlichkeit.

Nach Ende von Krieg und Nazidiktatur wurde der Jazz dann zum hörbaren Zeichen von Befreiung und Neuanfang. Seine Ausübung blieb jetzt nicht wie früher den Profis vorbehalten, sondern viele musikalische Amateure versuchten sich als Jazzmusiker und engagierten sich für die Verbreitung des Jazz. Seit den 1950er Jahren sorgten umjubelte Gastspiele der großen US-amerikanischen Jazz-Stars auf deutschen Bühnen für Aufsehen. In Deutschland bildete sich eine Infrastruktur heraus, die bis heute dafür sorgt, dass der Jazz fester Bestandteil des kulturellen Lebens ist.

Eine Initialzündung für den Jazz in Düsseldorf ging von der Großen Ausstellung für Gesundheitspflege, Soziale Fürsorge und Leibesübungen (GeSoLei) aus, die von Mai bis Oktober 1926 über 7 Millionen Besucher anzog. Bars, Clubs und Tanzpaläste entstanden, in denen das Publikum mit der eben erst in Europa angekommenen Musik unterhalten wurde. Nach der Zeit des Verstummens zwischen 1933 und 1945 lebte diese Tradition in der Stadt rasch wieder auf. Bereits im Januar 1948 wurde der Hot Club Düsseldorf ins Leben gerufen, in dem Jazz gespielt und über Jazz diskutiert wurde. 1953 gründeten sich im Hot Club die Feetwarmers, bis in die 1960er Jahre Düsseldorfs wichtigste Jazz-Band. Bald machten auch die amerikanischen Stars bei ihren Europatourneen Station in der Stadt, und mit dem 1955 begründeten Amateur Jazz-Festival legte Düsseldorf den Grundstein für eine bis heute anhaltende Tradition wiederkehrender Veranstaltungsformate wie Jazz im Hofgarten (1988) oder Jazz-Rally (1993). Seit 1995 hat der Jazz in der mit Unterstützung der Stadtverwaltung begründeten Jazz-Schmiede auch von Amts wegen eine feste Adresse in Düsseldorf.

 

 

 

100 Jahre GeSoLei

Blick auf Ehrenhof und Planetarium, Max Clarenbach, 1929, Öl auf Leinwand, Stadtmuseum Düsseldorf B 1059, Foto: Stefan Arendt
Blick auf Ehrenhof und Planetarium, Max Clarenbach, 1929, Öl auf Leinwand, Stadtmuseum Düsseldorf B 1059, Foto: Stefan Arendt

100 Jahre GeSoLei

Forschen, Entdecken, Verstehen

20.9.2026-3.1.2027

Eröffnung: 20.9.2026, 11 Uhr

Das Stadtmuseum Düsseldorf und die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf veranstalten gemeinsam eine Sonderausstellung zum 100 jährigen Jubiläum der größten Ausstellung der Weimarer Republik: GeSoLei. Zur Diskussion gestellt werden Ergebnisse des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojekts dreier Institute: Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Institut für Kulturwissenschaften/Globalgeschichte und Institut für Kunstgeschichte. Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Fotografien, Filme und Archivalien präsentieren zentrale Themen der Lebenswelt, die auf der GeSoLei verhandelt und inszeniert wurden. 

Nach dem Ersten Weltkrieg war der Abzug der alliierten Besatzungstruppen – darunter viele französische Kolonialsoldaten aus Afrika und Asien– 1926 für Düsseldorf ein großer Schritt hin zu mehr Souveränität. Die Stadt pulsierte, wichtige infrastrukturelle und sozialpolitische Maßnahmen wurden umgesetzt und im Mai 1926 eröffnete die GeSoLei – auf einem Gelände von 400.000 Quadratmetern die größte Ausstellung der Weimarer Republik. Diese Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen – bereits zeitgenössisch mit dem Akronym GeSoLei abgekürzt – setzte neue Maßstäbe für die kulturelle und architektonische Identität Düsseldorfs. Mit 7,5 Millionen Besucher*innen aus dem In- und Ausland war die GeSoLei zudem ein wirtschaftlicher und touristischer Impulsgeber. Die GeSoLei bot zahlreiche Präsentationen zu den Bereichen Wissenschaft, Industrie und Kunst sowie einen ausgedehnten Vergnügungs- und Konsumbereich. Bis heute prägen die Dauerbauten das Düsseldorfer Stadtbild. Die Initiatoren repräsentierten die zentralen Bereiche Wissenschaft (unter anderem Arthur Schloßmann, Professor für Kinderheilkunde der Medizinischen Akademie, Mitglied der Leopoldina), Wirtschaft (Ernst Poensgen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Stahlwerke, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der deutschen Eisen- und Stahlindustrie, Präsident der Industrie- und Handelskammer), lokaler (Oberbürgermeister Robert Lehr, später Bundesinnenminister) und nationaler Politik (Reichspräsident Paul von Hindenburg, Vorsitzender des Ehrenpräsidiums mit Reichskanzler Hans Luther und dem österreichischen Bundespräsidenten Michael Hainisch) sowie Kunst (Wilhelm Kreis, Professor für Architektur an der Kunstakademie, Vorsitzender des Bundes Deutscher Architekten). Wissenschaftliche Generalsekretärin der Ausstellung war die Ärztin Marta Fraenkel. Die zentralen gesellschaftlichen Themen, die auf der GeSoLei verhandelt und inszeniert wurden, können als Seismograf gesellschaftlicher Diskurse und Herausforderungen dieser ersten deutschen Demokratie, aber auch der heutigen Zeit, angesehen werden. Die propagierten Ziele bestanden – vor allem angesichts des verlorenen Weltkriegs – im „Wiedergesundungsprozeß dieses deutschen Menschen“ (Fraenkel 1927) und darin, „der ganzen Welt […] zu zeigen, mit welchen Mitteln und mit welchem Erfolge das niedergeschlagene und künstlich niedergehaltene deutsche Volk um den Wiederaufstieg kämpft“. Der gesunde Körper des deutschen Volkes wurde so zum Hauptmotiv der GeSoLei.

In Kooperation mit:

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin

Institut für Kulturwissenschaften/Globalgeschichte

Institut für Kunstgeschichte

Gefördert vom LVR-Dezernat Kultur