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100 Jahre GeSoLei

Blick auf Ehrenhof und Planetarium, Max Clarenbach, 1929, Öl auf Leinwand, Stadtmuseum Düsseldorf B 1059, Foto: Stefan Arendt
Blick auf Ehrenhof und Planetarium, Max Clarenbach, 1929, Öl auf Leinwand, Stadtmuseum Düsseldorf B 1059, Foto: Stefan Arendt

100 Jahre GeSoLei

Forschen, Entdecken, Verstehen

20.9.2026-3.1.2027

Eröffnung: 20.9.2026, 11 Uhr

Das Stadtmuseum Düsseldorf und die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf veranstalten gemeinsam eine Sonderausstellung zum 100 jährigen Jubiläum der größten Ausstellung der Weimarer Republik: GeSoLei. Zur Diskussion gestellt werden Ergebnisse des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojekts dreier Institute: Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Institut für Kulturwissenschaften/Globalgeschichte und Institut für Kunstgeschichte. Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Fotografien, Filme und Archivalien präsentieren zentrale Themen der Lebenswelt, die auf der GeSoLei verhandelt und inszeniert wurden. 

Nach dem Ersten Weltkrieg war der Abzug der alliierten Besatzungstruppen – darunter viele französische Kolonialsoldaten aus Afrika und Asien– 1926 für Düsseldorf ein großer Schritt hin zu mehr Souveränität. Die Stadt pulsierte, wichtige infrastrukturelle und sozialpolitische Maßnahmen wurden umgesetzt und im Mai 1926 eröffnete die GeSoLei – auf einem Gelände von 400.000 Quadratmetern die größte Ausstellung der Weimarer Republik. Diese Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen – bereits zeitgenössisch mit dem Akronym GeSoLei abgekürzt – setzte neue Maßstäbe für die kulturelle und architektonische Identität Düsseldorfs. Mit 7,5 Millionen Besucher*innen aus dem In- und Ausland war die GeSoLei zudem ein wirtschaftlicher und touristischer Impulsgeber. Die GeSoLei bot zahlreiche Präsentationen zu den Bereichen Wissenschaft, Industrie und Kunst sowie einen ausgedehnten Vergnügungs- und Konsumbereich. Bis heute prägen die Dauerbauten das Düsseldorfer Stadtbild. Die Initiatoren repräsentierten die zentralen Bereiche Wissenschaft (unter anderem Arthur Schloßmann, Professor für Kinderheilkunde der Medizinischen Akademie, Mitglied der Leopoldina), Wirtschaft (Ernst Poensgen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Stahlwerke, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der deutschen Eisen- und Stahlindustrie, Präsident der Industrie- und Handelskammer), lokaler (Oberbürgermeister Robert Lehr, später Bundesinnenminister) und nationaler Politik (Reichspräsident Paul von Hindenburg, Vorsitzender des Ehrenpräsidiums mit Reichskanzler Hans Luther und dem österreichischen Bundespräsidenten Michael Hainisch) sowie Kunst (Wilhelm Kreis, Professor für Architektur an der Kunstakademie, Vorsitzender des Bundes Deutscher Architekten). Wissenschaftliche Generalsekretärin der Ausstellung war die Ärztin Marta Fraenkel. Die zentralen gesellschaftlichen Themen, die auf der GeSoLei verhandelt und inszeniert wurden, können als Seismograf gesellschaftlicher Diskurse und Herausforderungen dieser ersten deutschen Demokratie, aber auch der heutigen Zeit, angesehen werden. Die propagierten Ziele bestanden – vor allem angesichts des verlorenen Weltkriegs – im „Wiedergesundungsprozeß dieses deutschen Menschen“ (Fraenkel 1927) und darin, „der ganzen Welt […] zu zeigen, mit welchen Mitteln und mit welchem Erfolge das niedergeschlagene und künstlich niedergehaltene deutsche Volk um den Wiederaufstieg kämpft“. Der gesunde Körper des deutschen Volkes wurde so zum Hauptmotiv der GeSoLei.

In Kooperation mit:

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin

Institut für Kulturwissenschaften/Globalgeschichte

Institut für Kunstgeschichte

Gefördert vom LVR-Dezernat Kultur