Napoleonkarikaturen

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Kuratorenführung - Spannende Präsentation zum eintrittsfreien Sonntag

Politische Karikaturen können sehr scharfe Instrumente in Konflikten sein. Deshalb sind sie oft von Zensur bedroht. In der Zeit um 1800 gab es Zensurfreiheit fast nur in Großbritannien. In Deutschland gab es damals nur eine kurze Blüte der Karikatur, in den Jahren 1813/14. Sie richtete sich hauptsächlich gegen Napoleon Bonaparte, der selbst die Kunst und Porträts seiner selbst zu politischen Mitteln machte. Aus der Fallhöhe des propagandistischen Heroismus und dem Spott der Karikatur ergaben sich ihr Witz und ihre beißende Kraft. Das Stadtmuseum besitzt eine große Sammlung von gegen Napoleon gerichteten Karikaturen, von denen einige permanent ausgestellt sind und in der Führung vorgestellt werden. Darunter ist die berühmteste deutsche Napoleon-Karikatur, eine Arcimboldeske, d.h. ein Portrait des Kaisers im Stil des Künstlers Arcimboldo, zusammengesetzt aus verschiedenen Elementen. Die Gebrüder Henschel, Berlin, veröffentlichten diese Karikatur in Form eines damals beliebten Neujahrsbillets. Sie wurde die erfolgreichste Napoleon-Karikatur und entstand kurz nach der Schlacht von Leipzig (16./19.10.1813) Das zunächst realistisch anmutende Brustbild, in Anlehnung an ein Porträt Napoleons von H.A. Dählings (1806), erweist erst durch die Binnenzeichnung den satirischen Hintersinn: eine Allegorie des Untergangs.

Hinweis:
Aufgrund der Pandemie gelten besondere Hygieneregeln zum Schutze aller. Die Führung findet daher mit begrenzter Teilnehmerzahl in Form von einer Präsentation im Ibach-Saal statt. Alle Teilnehmenden werden gebeten, den Abstand von 1,5 Metern einzuhalten sowie einen Mund- und Nasenschutz zu tragen. Weitere Informationen gibt es vor Ort oder auf Nachfrage. Änderungen sind jederzeit möglich.

  • Dr. Christoph Danelzik-Brüggemann, Leiter der Sammlungen 19. Jahrhundert / Fotografischen Sammlung
  • Ohne Voranmeldung
  • Eintritt frei