Kölner Straße / Moskauer Straße (Grand Central)

Anlass

Das Areal in unmittelbarer Nähe zum Düsseldorfer Hauptbahnhof wurde größtenteils als Verteilerzentrum von der Deutschen Post AG/DHL, als Schulungszentrum sowie gewerblich genutzt. Nach Aufgabe dieser Nutzung stand das Areal für eine neue städtebauliche Entwicklung zur Verfügung.

Seit mehreren Jahren ist in Düsseldorf eine hohe Nachfrage an Wohnbauflächen zu verzeichnen. Insbesondere in den Innenbereichen wächst der Druck hin zu einer weiteren baulichen Entwicklung der verfügbaren Flächenpotenziale, vor allem für zusätzliche Wohnbebauung.

Das heute größtenteils ungenutzte Areal wird in seiner bisherigen Nutzung nicht mehr benötigt. Die Flächen sollen zukünftig einer neuen Nutzung zugeführt werden. Entsprechend wird das Quartier mit einem breit gefächerten Angebot an Wohnnutzungen geplant. Flankierend sind Einzelhandelsnutzungen, die das Quartier versorgen, gewerbliche Nutzungen (z.B. Hotels) und soziale Einrichtungen (z.B. Kitas) vorgesehen.

 

Plangebiet

Das Plangebiet mit einer Größe von ca. 4,5 ha befindet sich in zentraler, innerstädtischer Lage im Stadtteil Oberbilk, im Stadtbezirk 3.

Es liegt nordöstlich des Hauptbahnhofes der Landeshauptstadt Düsseldorf. Im Nordwesten grenzt das Plangebiet an die Gleistrasse der Deutschen Bahn AG. Im Südwesten reicht das Plangebiet an die Kölner Straße und im Südosten und Osten an die (geplante) Moskauer Straße.

In der näheren Nachbarschaft befindet sich im Norden das Tanzhaus NRW und das Capitol-Theater. Südlich des Plangebietes liegt das internationale Handelszentrum mit dem IHZ Park.

Das Plangebiet hat eine sehr gute örtliche und überörtliche Verkehrsanbindung für alle Verkehrsmittel. So sind sowohl der Hauptbahnhof Düsseldorf als auch die am IHZ-Park gelegene U-Bahnhaltestelle "Handelszentrum/Moskauer Straße" fußläufig in ca. 5 Minuten erreichbar.

Qualitätssicherndes Verfahren

Für die städtebauliche Ideenfindung führte die Landeshauptstadt Düsseldorf gemeinsam mit der Firma Lorac Investment Management S.à.r.l 2011 ein mehrstufiges Gutachterverfahren durch.

Programmbausteine des Verfahrens waren die Schaffung eines innovativen Wohnangebotes sowie Arbeitsangebote, die auf die Dienstleistungsmetropole Düsseldorf ausgerichtet sein sollten. Ein zentraler Boulevard mit Einzelhandelsnutzungen, der in Nordsüdrichtung ausgerichtet sein sollte, gehörte ebenfalls zur Aufgabenstellung.

An dem Gutachterverfahren haben 10 Teams bestehenden aus Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten teilgenommen.

Die Jury hat nach intensiver Diskussion den ersten Rang an das Büro Delugan Meissl Associated Architects aus Wien vergeben.

Der zweite Rang ging an das Büro Jürgen Mayer. H aus Berlin.

Auf der Grundlage des Ergebnisses des Gutachterverfahrens hat sich die Jury für eine anschließende Überarbeitungsphase (Architektur) ausgesprochen. Die Zielsetzung der Phase 3 war die architektonische Präzisierung der Konzepte auf der empfohlenen städtebaulichen Grundkonzeption des Büros Delugan Meissl Associated Architects aus Wien. Im Ergebnis konnte mit der Handschrift beider Büros nun die qualitätsvolle Umsetzung in die weitere Planungsphase überführt werden.

Nach einem Eigentümerwechsel wurde durch die Firma Catella ein neues Nutzungskonzept erarbeitet. Das neue Nutzungskonzept sah einen deutlich erhöhten Wohnanteil vor. In Kontinuität des durchgeführten qualitätssichernden Gutachterverfahrens wurde mit den Architekten Jürgen Mayer H., Delugan Meissl Associated Architects und Eller + Eller Architekten das Konzept räumlich und funktional weiter entwickelt. Statt dem ursprünglich vorgesehenen höheren gewerblichen Anteil wurde - unter Berücksichtigung der aktuellen Wohnungsmarktentwicklung - die wohnbauliche Nutzung auf dem Gelände ausgedehnt. In der Weiterentwicklung der vorgesehenen, räumlich offenen Blockstrukturen wurde ein städtebauliches Grundgerüst entwickelt, das es ermöglicht, unterschiedliche Wohnformen innerhalb der robusten Baustruktur zu realisieren. So sind neben klassischen Geschosswohnungen unterschiedlicher Größen, auch Town­houses vorgesehen und Möglichkeiten für betreutes Wohnen gegeben. Damit wird dem aktuellen Wohnungsbedarf nach innerstädtischem Wohnraum für unterschiedliche Zielgruppen Rechnung getragen.

Unter Berücksichtigung der erweiterten wohnbaulichen Nutzung wurden, statt der ursprünglich geplanten zwei Hochhäuser, nun drei ca. 60-70 m hohe Hochpunkte an stadträumlich bedeutsamen Punkten positioniert. Die bereits im Wettbewerbsbeitrag vorgesehenen Hochhäuser, zum einen fast direkt an der Bahntrasse gelegen, zum anderen in der Blickachse der Moskauer Straße an der Einmündung zur Erkrather Straße, werden somit um einen weiteren Hochpunkt ergänzt. Die drei Hochhäuser an jeweils städtebaulich prägnanten Stellen sollen nun eine ähnliche Höhe von ca. 60 m über Grund aufweisen. Mit ihrer geplanten unterschiedlichen Architektursprache werden die Gebäude als "drei Geschwister" ein eigenes Ensemble im Stadtbild darstellen.

Bebauungsplan

Der Bebauungsplan 03/018 - Kölner Straße / Moskauer Straße - wurde am 01.Februar 2018 als Satzung beschlossen.

Entlang der Bahnstrecke ist ein Mischgebiet festgesetzt. Die drei Baublöcke an der Erkrather Straße und an der geplanten Moskauerstraße sind als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen.

Zu den Dokumenten des formellen Planverfahrens.