Mindener Straße

Anlass

Mit der Aufgabe der industriellen Nutzung im Bereich östlich des Hauptbahnhofes wurde auch der Betrieb des ehemaligen Güterbahnhofs Lierenfeld eingestellt. Damit stand das 3,9 ha große Areal für eine städtebauliche Entwicklung zur Verfügung.

Der Strukturwandel des Stadtteils Oberbilk von einem Industriestandort zu einem Arbeits- und Wohnstandort wurde in weiten Teilen umgesetzt. Wegen der zentralen Lage des Plangebietes, in unmittelbarer Nähe zum Stadtteilzentrum Oberbilk, eignet sich das Areal in besonderer Weise für die Entwicklung eines Wohnquartiers. Damit soll der Stadtteil weiter aufgewertet und stabilisiert werden. Mit einem differenzierten Wohnungsangebot sollen unterschiedliche Nutzergruppen, insbesondere Familien mit Kindern und ältere Menschen angesprochen werden. Ein weiteres Ziel ist die Verbesserung der Freiflächenversorgung des Quartiers durch die Errichtung eines Parks.

Plangebiet

Das Plangebiet im Stadtteil Oberbilk, im Stadtbezirk 3 entspricht im Wesentlichen der Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs Lierenfeld, der angrenzenden Verkehrsflächen der Mindener Straße und zum kleinen Teil der Monheimstraße.

Das Gebiet erstreckt sich über eine Länge von ca. 340 m und eine Breite zwischen 160 m und 70 m. Die Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs liegt heute im Wesentlichen brach.

Nordwestlich und westlich des Plangebietes befinden das Zentrum Oberbilks mit dem Oerbilker Markt sowie der Kölner Straße. Nördlich des Plangebietes grenzt das Gelände der ehemaligen "Vereinigten Kesselwerke AG" (VKW) an, auf dem u.a. das neue Amts- und Landgericht errichtet worden sind. Jenseits der Güterbahnstrecke befindet sich, entlang der Fichtenstraße, ein ehemaliges Industriegebiet, auf dem ein Paketzentrum eines großen Logistikunternehmens entstanden ist.

Die Bebauungs des Stadtteils ist geprägt von typisch gründerzeitlicher Baustruktur mit geschlossen bebauten Baublöcken, mit Wohnungen in den Obergeschossen und gewerblichen Nutzungen in den Erdgeschossen und Hinterhöfen.

Das Plangebiet zeichnet sich durch eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr aus. Stadtbahn/U-Bahn-Haltepunkte, Straßenbahn-Haltestellen und Bus-Haltestellen sind fußläufig in kurzer Zeit zu erreichen.

Qualitätssicherndes Verfahren

Im Jahr 2006 hat das Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen in einem Gemeinschaftsprojekt mit der Architektenkammer NRW, der Stadt Düsseldorf und der Vivico Real Estate GmbH den Landeswettbewerb "Junge Quartiere für das Wohnen im Alter" ausgelobt. Auf der Grundlage des Wettbewerbsergebnisses wurde ein Bebauungsplan aufgestellt, der Mitte 2015 rechtskräftig wurde.

Die Anzahl der an dem Wettbewerb teilnehmenden Büros wurde auf 35 beschränkt.

Der erste Preis ging an das Büro Florian Krieger aus Darmstadt. Der Siegerentwurf formuliert zur Mindener Straße "offene Blocks", eine moderne Interpretation des gründerzeitlichen Stadtblocks. Hiermit wird die gewachsene Siedlungsstruktur fortgeführt und mit den neuen Baugebieten verknüpft. Der zentrale Park gibt dem Quartier Identität und Aufenthaltsqualität. Entlang der geplanten Ortsumgehung Oberbilk ist eine gegliederte vier- bis fünfgeschossige Bebauung vorgesehen, die eine neue bauliche Stadtkante definiert. Ein grüner Boulevard, der vom IHZ-Park über das nördlich des Plangebietes gelegene Gerichtsgelände verläuft, wird im Plangebiet aufgenommen und zum Schulgelände der Dependance des Heinrich Hertz-Berufskolleg fortgeführt.

Bebauungsplan

Unter dem Namen (03/012) "Mindener Straße wurde am 05. November 2015 ein Bebauungsplan als Satzung beschlossen.

Der Bebauungsplan wurde auf der Grundlage des Wettbewerbsergebnisses des Landeswettbewerbs "Junge Quartiere für das Wohnen im Alter" erarbeitet. Ein rechtsverbindlicher Bebauungsplan war für das Plangebiet bisher nicht vorhanden, die Zulässigkeit von Vorhaben richtete sich hier nach § 34 BauGB.

Innerhalb des Babuungsplanes werden fünf Allgemeine Wohngebiete (WA) und ein Mischgebiet (MI) festgesetzt.

Zu den Dokumenten des formellen Planverfahrens.

Realisierung

Die ersten Bauabschnitte befinden sich zurzeit unter dem Projektnamen "Schöffenhöfe" in Bau. Insgesamt entstehen 11 Mehrfamilienhäuser mit 370 neuen Mietwohnungen.

Entsprechend den Vorgaben aus dem Handlungskonzept für den Wohnungsmarkt "ZUKUNFT WOHNEN.DÜSSELDORF" sollen insgesamt 40% der geplanten Wohneinheiten im öffentlich geförderten und preisgedämpften Wohnungsbau realisiert werden.