Ulmer Höh

Anlass

Mehr als 100 Jahre war die Jugendvollzugsanstalt (JVA) Ulmer Höh' im Stadtteil Derendorf ansässig und damit - wenn auch als geschlossener und unzugänglicher Bereich - ein prägendes Element in der Stadtstruktur.

Nach ihrer Verlagerung von Düsseldorf nach Ratingen im Februar 2012 eröffnet sich erstmals die Möglichkeit, das unzugängliche Stück Stadt im Kontext der gewachsenen, urbanen Strukturen neu zu entwickeln.

Zunächst wurde ein kooperativer Wettbewerb durchgeführt, um die städtebaulichen Qualitäten des Areals zu sichern. Ziel des Wettbewerbs und des anschließenden Bebauungsplanverfahrens ist die Entwicklung neuer Wohnbauflächen für unterschiedliche Wohnformen und Wohntypologien im qualifizierten Geschosswohnungsbau.
Nach einer Trennung des Areals Ulmer Höh´ in Nordteil (B-Plan Nr. 01/011) und Südteil (B-Plan Nr. 01/010) werden die Plangebiete unabhängig voneinander planungsrechtlich gesichert. Der Masterplan des Siegerentwurfs liegt jedoch beiden Verfahren zu Grunde.

Qualitätssicherndes Verfahren

Um die Potenziale dieses offenen Stadtbausteines unter Mitwirkung der Öffentlichkeit herauszuarbeiten und ein qualitätvolles Konzept der städtebaulichen Neuordnung entwickeln zu können, wurde 2012 ein kooperatives Wettbewerbsverfahren durchgeführt.

Das gesamte Wettbewerbsgebiet der Ulmer Höh' (bestehend aus heutigem Nord- und Südteil) unter Einbeziehung weiterer, unmittelbar angrenzender Flächen auf benachbarten Grundstücken umfasst etwa 4,9 ha. Die anschließenden Bebauungsplanverfahren umfassen größere Gebiete, um den Bestand zu sichern.

Der Siegerentwurf stammt von dem Büro bdp.khandekar aus Rotterdam. Dieser als Masterplan entwickelte Entwurf, dient als Grundlage für die anschließenden Bebauungsplanverfahren.

Eine Gesamtentwicklung des Gebietes war aufgrund verschiedener Anforderungen der Eigentümer zeitgleich nicht möglich, so dass eine Unterteilung in zwei Bebauungsplangebiete notwendig wurde. Die Trennung des Bebauungsplangebietes Ulmer Höh` (B-Plan Nr. 01/004) in Ulmer Höh` Nordteil (B-Plan Nr. 01/011) und Ulmer Höh` Südteil (B-Plan Nr. 01/010) wurde im Mai 2015 beschlossen.

B-Plan Ulmer Höh Südteil

Das Plangebiet „Ulmer Höh' - Südteil“, gelegen im Stadtteil Derendorf, Stadtbezirk 1, umfasst eine Größe von etwa 4,1 ha.

Es wird im Norden durch die Flächen der ehemaligen Justizvollzugsanstalt (JVA) „Ulmer Höh'“ begrenzt. Nördlich dieser liegt das frühere Rheinmetall-Gelände mit der sogenannten „Halle 29“, die Mode-Showrooms der Fa. Gerry Weber enthält. Im Osten wird das Plangebiet durch die Metzer Straße, im Süden durch den Spichernplatz und im Westen durch die Ulmenstraße begrenzt.

Für die neue Nutzung musste neben der Aufstellung eines Bebauungsplanes auch der Flächennutzungsplan (FNP) geändert werden. Vor der Änderung wurde das Plangebiet im FNP überwiegend als Gemeinbedarfsfläche mit der Zweckbestimmung Jugendheim/ Jugendherberge und öffentliche Verwaltung dargestellt. Im südlichen Bereich angrenzend an den Spichernplatz wurden Wohnbauflächen dargestellt. Mit der 120. Änderung des Flächennutzungsplanes - Ulmer Höh' - wird für das gesamte Plangebiet nun Wohnbaufläche dargestellt.

Unter dem Namen "Ulmer Höh-Südteil“ (01/010) wurde am 24.März 2018 der Bebauungsplan als Satzung beschlossen.

Zu den Dokumenten des formellen Planverfahrens.

Der Bebauungsplan schafft Planungsrecht für bis zu 215 Wohneinheiten. Das Handlungskonzept Wohnen kommt vollumfänglich (20/20) zur Anwendung.Baubeginn war im Sommer 2018. 

 

 

 

 

B-Plan Ulmer Höh Nordteil

Das Plangebiet „Ulmer Höh' - Nordteil“ (01/011), gelegen im Stadtteil Derendorf, Stadtbezirk 1, umfasst eine Größe von etwa 4,3 ha.

Es wird im Norden durch die Flächen der früheren Rheinmetall-Gelände mit der sogenannten „Halle 29“, die Mode-Showrooms der Fa. Gerry Weber enthält, begrenzt. Im Osten wird das Plangebiet durch die Metzer Straße, im Süden durch das Plangebiet Ulmer Höh´- Südteil und im Westen durch die Ulmenstraße begrenzt.

Für die neue Nutzung musste neben der Aufstellung eines Bebauungsplanes auch der Flächennutzungsplan (FNP) geändert werden. Vor der Änderung wurde das Plangebiet  im Flächennutzungsplan als Sondergebiet mit der Zweckbestimmung JVA ausgewiesen. Mit der 120. Änderung des Flächennutzungsplanes - Ulmer Höh' - werden für das Plangebiet nun Wohnbauflächen und Mischgebiete dargestellt.

Dem Plangebiet liegen keine rechtskräftigen Bebauungspläne zu Grunde. Das Areal wird aktuell nach § 34 BauGB beurteilt. Der Bebauungsplan Ulmer Höh‘-Nordteil ist in Aufstellung.

Nachdem der Siegerentwurf des Wettbewerbs fest stand, wurde das Bebauungsplanverfahren Ulmer Höh´ B-Plan Nr. 01/004 eingeleitet.  Nach der Teilung des Gebietes im Mai 2015 wurde das Verfahren für den Nordteil gestoppt. Nach Verkauf der Fläche wurde das Planverfahren im Frühjahr 2018 wieder aufgenommen. Rechtskraft des Bebauungsplanes ist für die 1. Jahreshälfte 2020 geplant.

Der Bebauungsplan schafft voraussichtlich Planungsrecht für bis zu 550 Wohneinheiten sowie für Mischgebietsnutzungen. Das Handlungskonzept Wohnen kommt, nach einem politischen Beschluss im Mai 2015, nicht vollumfänglich zur Anwendung. Es wird kein preisgedämpfter Wohnungsbau errichtet, jedoch 50 % öffentlich gefördert. Von den 50 % werden mind. 30 % als studentisches Wohnen errichtet.

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