Zukunft St. Anna

Anlass

Die katholische Gemeinde St. Antonius und Benediktus hat entschieden, das Kirchengrundstück St. Anna in Düsseldorf-Niederkassel einer neuen Nutzung zuzuführen. Die bestehenden Gebäude aus den 1960er-Jahren hatten einen hohen Sanierungsbedarf und die Fortführung als Kirchenstandort wurde ausgeschlossen. Im Herbst 2016 wurde die Kirche entweiht.

Zur Umsetzung einer zukunftsfähigen und qualitätsvollen Neuentwicklung suchte die Kirchengemeinde einen Investor im Rahmen eines qualitätssichernden Verfahrens. In enger Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt wurde ein Investorenauswahlverfahren vorbereitet und von Oktober bis Dezember 2017 durchgeführt.

Plangebiet

Das ca. 7.000 m² große Grundstück liegt im Stadtteil Niederkassel, im Osten des Stadtbezirks 4. Es wird begrenzt durch die Niederkasseler Straße, die Kanalstraße, die Straße Alt-Niederkassel sowie durch den Pastor-Zentis-Weg.

Luftbild mit Umring

Der Stadtteil Niederkassel gehört zu den besten Wohnlagen der Landeshauptstadt, seine Attraktivität wird durch die Lage am Rhein und die Nähe zur Innenstadt gestärkt. Niederkassel hat sich aus einem ehemals bäuerlichen Straßendorf zu einem beliebten Wohnstandort entwickelt. Es gibt ein gutes Angebot ergänzender Nahversorgung und Gastronomie sowie ein breiteres Spektrum an Dienstleistungsnutzungen an der ca. 600 m entfernt gelegenen Luegallee.

Das geltende Planungsrecht von 1966 setzt u.a. eine "Gemeinbedarfsfläche für ein katholisches Gemeindezentrum" fest. Für die Umsetzung der Neuentwicklung wird ein Bebauungsplanverfahren erforderlich.

Qualitätssicherndes Verfahren

Die katholische Gemeinde St. Antonius und Benediktus lobte ein Verfahren aus, um einen Investor zu finden, der im Team mit einem Architekten, Landschaftsarchitekten und ggf Gutachtern ein qualitätsvolles Konzept zur Neubebauung des Standorts gemäß den Vorgaben realisieren wird.

Gefordert war die Umsetzung von Wohnbebauung mit einem breiten Angebot unterschiedlicher Wohnungsgrößen und -formen sowie einer 4-gruppigen Kindertagesstätte mit Außenfläche und eines kleinen Gebetsortes, die beide zukünftig durch die Gemeinde betrieben werden. Die Neuentwicklung soll sich in die bestehende Stadtstruktur integrieren und dem Stadtteil gleichzeitig als Identifikationsort dienen. Hierfür ist u.a. ein Platz an der Ecke Niederkasseler Straße / Kanalstraße vorgesehen.

Nach einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren wurden acht Teams zum Investorenauswahlverfahren zugelassen. In einem einstufigen Wettbewerb wurden Ende des Jahres 2017 vier verschiedene städtebauliche Entwürfe zur Neubebauung eingereicht. Diese wurden von der Empfehlungskommission, die aus Vertretern der Kirchengemeinde, des Erzbistums, der Politik und Verwaltung sowie externen Fachleuten bestand, geprüft, diskutiert und abschließend drei Preisträger ausgewählt.

Der erste Preis ging an das Architekturbüro Rosiny aus Bergisch Gladbach, im Team mit Calles de Brabant, Trinkt + Kreuder und der Wohnen St. Anna GmbH. Die weiteren Preisträger und alle Arbeiten sind in der Dokumentation dargestellt.

Bebauungsplan

Unter dem Titel "04/021 Niederkasseler Straße / Kanalstraße" wird ein Bebauungsplanverfahren durchgeführt, das im Anschluss an das qualitätssichernde Verfahren und den Abschluss des Erbpachtvertrages durch die Gemeinde im Jahr 2018 beginnt. Die Grundlage des Bebauungsplanverfahrens wird der Siegerentwurf des Architekturbüros Rosiny und Team mit einer entsprechenden Überarbeitung (siehe Qualitätssicherndes Verfahren).

Angestrebt wird die Ausweisung eines Allgemeinen Wohngebietes u.a. mit Standort einer Kindertagesstätte und zugeordneten privaten Gärten und Freiflächen. Da die Erschließung aus dem bestehenden Netz heraus erfolgt, werden keine weiteren öffentlichen Verkehrsflächen festgesetzt.

Das Bauleitplanverfahren wird gemäß § 13a BauGB als Bebauungsplan der Innenentwicklung im beschleunigten Verfahren durchgeführt. Eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung ist für die zweite Jahreshälfte 2018 geplant

Realisierung

Die Realisierung erfolgt nach Rechtskraft des Bebauungsplanes durch den Investor.

Entsprechend den Vorgaben aus dem Handlungskonzept für den Wohnungsmarkt "ZUKUNFT WOHNEN.DÜSSELDORF" sollen insgesamt 40% der geplanten Wohneinheiten im öffentlich geförderten und preisgedämpften Wohnungsbau realisiert werden.

Das städtebauliche Konzept sieht derzeit die Realisierung von ca. 85 Wohneinheiten vor.