Elisabethstraße/Bachstaße

Anlass

Das städtische Grundstück Ecke Elisabethstraße / Bachstraße im Stadtteil Unterbilk mit einer Flächengröße von ca. 8500 wurde bisher als Baustelleneinrichtungsfläche für den Bau der U-Bahn (Wehrhahnlinie) genutzt. Nach Aufgabe der Nutzung soll das Grundstück für eine neue Nutzung revitalisiert werden.

Vor dem Hintergrund des gesteigerten Bedarfs an Wohnraum in der Landeshauptstadt gehen die Überlegungen in Richtung eines Wohnquartiers. Aufgrund der innerstädtischen und zentralen Lage sollte neben unterschiedlichen Wohnformen und Wohnungsangeboten die Entwicklung eines gemischten Quartiers mit ergänzenden gewerblichen Nutzungen, Dienstleistungen und sozialen Einrichtungen wie z.B. zur Pflege- und Kinderbetreuungseinrichtungen angestrebt werden. Fest steht, dass eine Dependance der Realschule Florastraße mit einer Flächengröße von ca. 800 bis 1000 Bruttogrundfläche in das Nutzungskonzept integriert werden soll.

Im Rahmen eines qualitätssichernden Verfahrens sollen unter Beteiligung der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWD AG) und ggfs. weiteren genossenschaftlichen Partnern ein städtebauliches Konzept gefunden werden. Anschließend soll die planungsrechtliche Umsetzung in einem Bebauungsplanverfahren erfolgen.

Im Vorfeld dieses Verfahrens wurde ein öffentlicher Bürgerworkshop veranstaltet, in dem die Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger über die Zukunft des Standortes eingeholt wurden. Die Ergebnisse dieser Veranstaltung fließen in die Aufgabenstellung im Umsetzungsprozess ein.

Plangebiet

Das Grundstück Elisabethstraße / Bachstraße mit einer Flächengröße von ca. 8.500 liegt in zentraler Lage im Schnittpunkt der Stadtteile Unterbilk, Bilk und Friedrichstadt.

Durch die unmittelbare Nachbarschaft mit dem zentralen ÖPNV- Umsteigeknoten S-Bahnhof Bilk und dem großen Stadtteilzentrum Friedrichstraße/S-Bahnhof Bilk sehr gut erschlossen und mit Infrastruktur versorgt. Die Fläche liegt im sogenannten innerstädtischen Gründerzeitgürtel, die typischerweise aus einer 4- bis 6-geschossigen Blockrandbebauung besteht mit gewerblicher Nutzung in den Erdgeschossen und Wohnen in den Obergeschossen zu finden ist.

Planungsrechtlich ist die Fläche als öffentliche Verkehrsfläche mit Zweckbestimmung Parkhaus (bei Bedarf mehrgeschossig) ausgewiesen.

Bürgerworkshop

Was geschieht zukünftig mit der Fläche Ecke Elisabethstraße / Bachstraße im Stadtteil Unterbilk?

Mit dieser Frage beschäftigten sich am 16.11.2017 ca. 60 Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer Bürgerwerkstatt im Bürgersaal des Stadtteilzentrums Bilk. Eingeladen hatte das Stadtplanungsamt Düsseldorf, im Vorfeld einer Planung die Vorstellungen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger einzuholen.

Das städtische Grundstück Ecke Elisabethstraße / Bachstraße im Stadtteil Unterbilk mit einer Flächengröße von ca. 8.500 wurde bisher als Baustelleneinrichtungsfläche für den Bau der U-Bahn (Wehrhahnlinie) genutzt. Nach Aufgabe der bisherigen Nutzung soll hier ein Wohnquartier mit breit gefächerten Wohnungsangeboten und ergänzenden Nutzungen sowie einer Dependance der Realschule Florastraße entstehen. Die Fläche soll durch Genossenschaften und die Städtische Wohnungsbaugesellschaft entwickelt werden.

An drei Thementischen wurden unterschiedliche Fragestellungen intensiv und kontrovers diskutiert.

  • Am Thementisch "Wie wohnen?" wurden Zielgruppen, Wohnformen und Mietniveau der zukünftigen Wohnungen erörtert.
  • Am Thementisch "Stadtraum" wurden mit Hilfe eines Modells erste städtebauliche Konzepte für das neue Quartier entwickelt.
  • Am Thementisch "Zukunft" wurden künftige Herausforderungen wie zum Beispiel eine zukunftsfähige Mobilität erörtert.

Die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt waren Bestandteil einer Ausstellung, die vom 17.11. bis 01.12.2017 im Schaufenster der Stadtteilbibliothek Bilk, Bachstraße 145, zu sehen war. Hier bestand die Möglichkeit, sich im Nachgang der Veranstaltung in den Prozess einzubringen. Dazu konnten Ideen oder Wünsche in eine Zukunftsbox eingeworfen werden oder per Email abgegeben werden.

 

Qualitätssichernde Verfahren

Der Wettbewerb Wohnen findet Stadt - Elisabethstraße / Bachstraße ist entschieden.

Zur Findung eines städtebaulichen und architektonischen Konzeptes für das Grundstück haben die SWD Städt. Wohnungsbau-GmbH & Co. KG mit der Landeshauptstadt Düsseldorf unter Beteiligung zweier Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaften (DWG und BWB) einen einphasigen architektonischen Realisierungswettbewerb durchgeführt. Sechs Architekturbüros haben im Sommer 2019 für das Plangebiet Konzepte und Ideen entwickelt.

Ziel des Verfahrens war die Entwicklung eines innovativen, urbanen Wohnquartiers mit ergänzenden sozialen Nutzungen und Dienstleistungsangeboten. Fachplaner, Experten aus Politik und Verwaltung begleiteten den Prozess. Die Ergebnisse der 2017 durchgeführten Bürgerwerkstatt sind in die Aufgabenstellung eingeflossen und sollten weiterentwickelt werden.

Den Auftakt bildete die öffentliche Veranstaltung am 29.05.2019 im Bürgersaal des Stadtteilzentrums Bilk, in der interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Planungsbüros und die Aufgabenstellung vorgestellt wurden. Es konnten Fragen gestellt und weitere Anregungen für die künftige Planung abgegeben werden.

Den Abschluss bildete die Veranstaltung am 10.09.2019 im Bürgersaal des Stadtteilzentrums Bilk, in der die von den Büros erarbeiteten städtebaulichen und architektonischen Entwürfe allen Interessierten vorgestellt und wiederum die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger aufgenommen wurden.

Das Preisgericht wählte anschließend den am besten geeigneten Entwurf aus.

Wettbewerbsergebnis

1.Preis Wienstroer Architekten und Stadtplaner, Neuss mit scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf.

2.Preis Molestina Architekten, Köln mit FSWLA Landschaftsarchitekten, Düsseldorf.

3. Preis Konrath und Wennemar Architekten, Düsseldorf mit LAND Germany, Düsseldorf.

"Das Ringen um die besten Entwürfe zur Umsetzung mit Bürgerinnen und Bürgern, Politik, Wohnungsbaugesellschaften, Verwaltung und Fachpreisrichtern ist die beste Methode bauliche Qualität zu erzielen." Damit dankte Cornelia Zuschke, Beigeordnete für Planen, Bauen, Mobilität und Grundstückswesen der Landeshauptstadt Düsseldorf, für das Engagement der beteiligten Architekten und Landschaftsarchitekten sowie allen Verantwortlichen und hofft auf eine ebenso qualitätvolle Umsetzung.

Prof. Dr. Bert Bielefeld, Vorsitzender des Preisgerichts, betonte, dass der Siegerentwurf vor allem durch seinen großen attraktiven Freiraum im Blockinnern besteche.

Alle 6 Arbeiten konnten im Rahmen einer öffentlichen Ausstellung vom 01.10.2019 bis 18.10.2019 im Schaufenster der Stadtteilbibliothek Bilk besichtigt werden.

Auf Basis des Siegerentwurfes soll nun ein Bebauungsplanverfahren durchgeführt werden.

Bebauungsplan

Als Ergebnis des Wettbewerbes wurde das städtebauliche Konzept von Wienstroer Architekten Stadtplaner aus Neuss mit scape Landschaftsarchitekten aus Düsseldorf als Siegerentwurf ausgewählt.

Gemäß den Empfehlungen des Preisgerichtes ist das Wettbewerbsergebnis überarbeitet worden.

Es ist geplant, auf Grundlage des überarbeiteten städtebaulichen Konzeptes ein Bebauungsplanverfahren durchzuführen. Da es sich um die Wiedernutzbarmachung von Flächen in innenstadtnaher zentraler Lage handelt, soll das Bebauungsplanverfahren gemäß § 13a Baugesetzbuch (BauGB) als Maßnahme der Innenentwicklung durchgeführt werden.

Der Geltungsbereich des Plangebietes wird um die Bestandsbebauung an der Kronenstraße erweitert mit dem Ziel der planungsrechtlichen Sicherung des Bestandes und der städtebaulichen Neuordnung des gesamten Blockes. Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes erweitert sich somit auf ca. 1,3 ha.

Erster Schritt ist die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Absatz 1 BauGB, die vom 31.08.2020 bis 11.09.2020 im Stadtplanungsamt (Brinckmannstraße 5, 404225 Düsseldorf) stattfindet.

Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation können die im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung üblichen Abendveranstaltungen derzeit leider nicht stattfinden. Daher findet die Öffentlichkeitsbeteiligung ausschließlich in Form eines öffentlichen Aushangs der Planunterlagen statt. Schriftliche Anregungen können vor Ort im Rahmen der Einsichtnahme und digital abgegeben werden.

Zu den Dokumenten des formellen Planverfahrens