Jägerstraße/Festenbergstraße

Anlass

Die ehemals durch die Firma WECO genutzte Fläche im Stadtteil Eller ist mit Lager-, Produktions- und Büroräumen bebaut. Diese stehen seit längerer Zeit leer. Nördlich und östlich schließen Wohngebiete an, im Westen besteht gewerbliche Nutzung.

Ein Investor beabsichtigt die Umnutzung der Flächen zu einem innerstädtischen Wohnquartier. Bei der Planung gilt es, gute städtebauliche Lösungen für das Nebeneinander der beabsichtigten neuen Wohnnutzung mit den bestehenden Gewerbebetrieben und der S-Bahnstrecke zu entwickeln.

 

Plangebiet

Das Planungsgebiet liegt zentral im Düsseldorfer Stadtteil Eller im Stadtbezirk 8, ca. 4 km südöstlich des Stadtzentrums zwischen Jägerstraße, Festenbergstraße und dem Park&Ride-Platz an den Gleisen der S-Bahn.

Im Süden verlaufen die S-Bahn-Trasse und eine Freileitung (Hochspannungsleitung). Westlich grenzt das Gewerbegebiet Cruthovener Straße mit rund 20 Betrieben aus den Bereichen Handwerk, Produktion und Dienstleistung an das Planungsgebiet an. Nördlich und östlich des Plangebiets bestehen Wohngebiete unterschiedlicher Typologie und Dichte: an der Jägerstraße prägt eine Blockrandbebauung mit drei- bis viergeschossigen Gebäuden den städtischen Raum, an der Festenbergstraße eine straßenbegleitende viergeschossige Reihenbebauung sowie Zeile- und Punkthäuser.

 

Qualitätssicherndes Verfahren

Um die städtebauliche Qualität der Entwicklung sicherzustellen und die Bürgerinnen und Bürger in den Planungsprozess einzubeziehen, wurde ein städtebauliches Workshopverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt. Ziel von zwei Planungs-Workshops war die Entwicklung eines attraktiven und nachhaltigen städtebaulichen Entwurfs. Das Konzept sollte im Hinblick auf Verdichtung und urbane Qualität auf das Umfeld Bezug nehmen. Bei der Planung galt es zudem, städtebauliche Lösungen für das Nebeneinander der beabsichtigten neuen Wohnnutzung mit den bestehenden Gewerbebetrieben und der S-Bahnstrecke zu entwickeln.

Am 05. Dezember 2017 hat der erste öffentliche Workshop im Türkischen Kulturverein Fatih Camii, Festenbergstraße 11 in Düsseldorf stattgefunden. Dort wurden nach einer kurzen einleitenden Umfrage das Plangebiet vorgestellt und die Planungsaufgabe erläutert. In Kleingruppen wurden die Rahmenbedingungen und Planungskriterien mit der interessierten Bürgerschaft diskutiert. Schwerpunktthemen waren dabei Wohnen, Immissionsschutz, Verkehr und Mobilität sowie Grün und Freiraum. Im zweiten Teil der Veranstaltung stellten sich zunächst die Planungsbüros vor. An dem Workshopverfahren nahmen teil:

  • konrath + wennemar, Düsseldorf
  • RKW Architektur + mit URBAN AGENCY, Düsseldorf und Copenhagen
  • planquadrat, Darmstadt

Gemeinsam mit den beauftragten Planerinnen und Planern konnten die Bürgerinnen und Bürger dann am Modell erste räumliche und städtebauliche Ideen für das Gebiet erarbeiten.

Die gewonnen Vorschläge wurden von den Planungsbüros aufgenommen und bis zu der zweiten öffentlichen Veranstaltung am 06.02.2018 weiter entwickelt und in Form von städtebaulichen Entwürfen konkretisiert.

Im Rahmen des zweiten Workshops am 06.02.2018 wurden die Ergebnisse der Überarbeitungsphase den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt. Dabei hat die Bürgerschaft erneut von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, sich zu beteiligen und ihre Anregungen sowie Ideen zu den Entwürfen zu äußern. Die Fragen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger bezogen sich dabei erneut auf die Schwerpunkte Wohnen, Verkehr und Freiraum. Insbesondere das Thema der zusätzlichen Verkehrserzeugung durch die neu entstehenden Wohneinheiten und die Aufnahmefähigkeit der bestehenden Straßenräume wurde angesprochen. Auch wurde seitens der Bürgerschaft betont, dass ausreichend Parkmöglichkeiten geschaffen werden sollten. Die Verwaltung hat die Prüfung aller angesprochenen Sachverhalte im Rahmen des nachfolgenden Bebauungsplanverfahrens zugesagt.

Im Anschluss an den zweiten öffentlichen Planungsworkshop hat das Lenkungsgremium, bestehend aus Vertretern des Investors, der Politik, der Verwaltung der Landeshauptstadt Düsseldorf und externen Fachleuten unter Vorsitz von Herrn Prof. Dr. Franz Pesch getagt. Nach intensiver Diskussion aller drei eingereichten Arbeiten und unter Berücksichtigung der im Verfahren von den Bürgerinnen und Bürgern geäußerten Anregungen wurde einstimmig beschlossen, das städtebauliche Konzept der Büros RKW Architektur + aus Düsseldorf und Urban Agency aus Kopenhagen als Grundlage für die weitere Entwicklung des Plangebietes auszuwählen.

Das Lenkungsgremium beschreibt den Entwurf wie folgt: „Die Verfasser präsentieren eine originelle und auch unerwartete Lösung. Die Herleitung des Projektes aus der Baustruktur des Stadtteils vermag ebenso zu überzeugen wie die Übersetzung der Anregungen aus der Bürgerbeteiligung in eine Quartiersidee. Es entsteht ein eigenständiges Projekt, welches sich gut in den städtebaulichen Kontext in Eller einfügt und den selbst gewählten Slogan ‚Eller weiterdenken‘ angemessen verkörpert. Die gewählte Dachform und ihre dargestellte Varianz lassen zum einen eine gute städtebauliche Einordnung und zum anderen ein innovatives Projekt erwarten, das - über die Projektfläche hinaus - einen Mehrwert für Eller darstellt.“

Durch die Anordnung der Gebäude als Blockrand in Richtung der Gewerbeflächen im Westen und mit der Öffnung in Richtung Osten entspricht der Entwurf der Vorgabe, die künftige Wohnbebauung vor den Gewerbeemissionen der Betriebe an der Cruthovener Straße zu schützen. Die Ausbildung der Mehrfamilienhäuser mit Satteldach knüpft an die Struktur der bestehenden Wohnbebauung an. Die Stellplätze sind in Tiefgaragen angeordnet, die öffentlichen Besucherparkstände im Süden angrenzend an den Park&Ride-Platz. Im Gebietsinnern sind private sowie halböffentliche Freiflächen sowie der Freibereich der KiTa vorgesehen. Im Norden des Gebiets wird unter den dort bestehenden, erhaltenswerten Blutbuchen ein öffentlicher Platz geplant.

Das Lenkungsgremium hat dem Auslober und der Landeshauptstadt Düsseldorf eine Liste mit Punkten für die weitere Ausarbeitung und Umsetzung des Siegerentwurfs mitgegeben. Der Entwurf wird im weiteren Verfahren entsprechend dieser Empfehlungen und dem Nachweis der grundsätzlichen Machbarkeit überarbeitet und konkretisiert werden. Er bildet die Grundlage für das Bebauungsplanverfahren.

Das Handlungskonzept Wohnen der Landeshauptstadt Düsseldorf wird in vollem Umfang angewendet.

Bebauungsplan

Für das Plangebiet wurde im Jahre 2017/2018 ein Workshopverfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt.

Auf Grundlage des dabei erarbeiteten und ausgewählten Entwurfes wurde das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans eingeleitet, welches vorrangig folgende Planungsziele beinhaltet: Ausweisung eines neuen Wohngebietes im Osten des Geltungsbereiches und Sicherung des angrenzenden Gewerbegebietes im Westen.

Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung wurde im Zeitraum vom 04.07.2018 bis 06.08.2018 durchgeführt.

Der Öffentlichkeitstermin fand am 10.07.2018 statt. Die hierzu eingegangenen Anregungen der Bürgerinnen und Bürger werden in der weiteren Planung behandelt.

Im Zeitraum vom 31.05.2019 bis 01.07.2019 wurde die frühzeitige Behördenbeteiligung durchgeführt. Auch diese Anregungen werden in der weiteren Planung berücksichtigt.

Am 25.09.2019 beschloss der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung den Aufstellungsbeschluss.

 

Zu den Dokumenten des formellen Planverfahrens.