Verweyenstraße

Anlass

Die bestehende Wohnanlage der Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft eG (DWG) an der Verweyenstraße in Kaiserswerth entspricht hinsichtlich der vorhandenen Wohnungsgröße, der Grundrisseinteilung sowie des energetischen Standards nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Zugleich besteht im Norden von Düsseldorf nach wie vor ein Bedarf an neuem Wohnraum für unterschiedliche Zielgruppen. Zur Schaffung von modernem Wohnraum führte die DWG gemeinsam mit der Landeshauptstadt Düsseldorf im Vorfeld des Bebauungsplanverfahrens ein mehrstufiges Gutachterverfahren unter intensiver Beteiligung der Öffentlichkeit durch.

Plangebiet

Das ca. 2,5 ha große Plangebiet liegt im Stadtteil Kaiserswerth zwischen der Kalkumer Schloßallee im Norden, der Alten Landstraße im Westen und der Walburgisstraße im Südosten.

Luftbild mit Umring

Zurzeit besteht im Plangebiet eine Wohnsiedlung von zwei- bis dreigeschossigen Zeilenbauten aus den 1960er Jahren, die entlang der Verweyenstraße errichtet wurde. Der Bereich zwischen den Gebäuden ist stark durchgrünt. Die Wohngebäude sind über die Verweyenstraße bzw. über einen Fußweg in der Verlängerung der Verweyenstraße erschlossen.

 

Qualitätssicherndes Verfahren

Vor dem formellen Start des notwendigen Bauleitplanverfahrens wurde ein qualitätssicherndes Verfahren in Form eines  mehrstufigen, kooperativen Gutachterverfahrens mit intensiver Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt.

Zu diesem Zweck wurden fünf Teams aus Stadtplanern/ Architekten und Landschaftsplanern zur Findung einer städtebaulichen und freiraumplanerischen Konzeption für das Wohngebiet Verweyenstraße eingeladen.

Im Auftaktkolloquium, das am 30.09.2015 stattfand, wurden die wesentlichen Rahmenbedingungen und Zielsetzungen erläutert.

Beim Zwischenkolloquium am 02.12.2015 stellten die Teams ihre ersten Konzepte vor. Im Abschlusskolloquium am 24.02.2016 präsentierten die Teilnehmerteams ihre endgültigen Entwürfe.

Die Bürgerinnen und Bürger hatten während der Veranstaltungen die Gelegenheit, zu den Konzepten Stellung zu beziehen und Ideen und Anregungen einzubringen. Die Diskussionsbeiträge konzentrierten sich im Wesentlichen auf die Themenfelder Ausstattung der Wohnungen, Mischung im Quartier, Soziale Kontrolle, verkehrliche Abwicklung, Grün- und Freiraum, Identität und Zeitplanung.

Die Empfehlungskommission vergab zwei zweite Preise an Wienstroer Architekten mit greenbox Landschaftsarchitekten und an Druschke und Grosser mit wbp Landschaftsarchitekten und empfahl die Überarbeitung der beiden Entwürfe.

Am 12. April 2016 kam die Empfehlungskommission erneut zusammen und entschied einstimmig, den zwischenzeitlich überarbeiteten Entwurf des Teams Wienstroer Architekten mit greenbox Landschaftsarchitektur als Grundlage für die weitere städtebauliche und architektonische Bearbeitung des Projektes zu empfehlen.

Der Quartiersbeirat Verweyenstraße war als beratendes Mitglied (ohne Stimmrecht) in allen Sitzungen der Empfehlungskommission anwesend.

 

Bebauungsplan

Aufbauend auf dem Ergebnis des Gutachterverfahrens wurde ein Bebauungsplan erarbeitet. Dieser sieht die Festsetzung von zwei Allgemeinen Wohngebieten vor. Entstehen sollen 194 Wohneinheiten (Bestand 112 WE). Der Entwurf zeichnet sich durch eine Mischung unterschiedlicher Gebäudetypen und -höhen aus. So entsteht eine lebendige, abwechslungsreiche Bebauung rund um eine zentrale Grünfläche.

Entlang der Alten Landstraße und der Kalkumer Schloßallee sind die Eingangsseiten der Gebäude zur Straße orientiert und damit in den städtischen Kontext mit einbezogen. Durch ihre Anordnung und Höhe übernimmt die straßenbegleitende riegelartige Bebauung gleichzeitig eine Schallschutzfunktion gegenüber dem Inneren des Wohnquartiers.

Durch die Neuplanung der Verweyenstraße, die nun eine Durchgängigkeit des Quartiers ermöglicht, kann auch der Innenbereich neu gegliedert und bebaut werden. Die privaten Stellplätze werden überwiegend in Tiefgaragen und ebenerdigen Parkgeschossen nachgewiesen. Besucherparkplätze finden sich im öffentlichen Straßenraum der Alten Landstraße.

Der Bebauungsplan wurde als Bebauungsplan der Innenentwicklung gem. § 13a BauGB im beschleunigten Verfahren aufgestellt und ist seit Januar 2020 rechtskräftig.

Zu den Dokumenten des formellen Planverfahrens.