Vogelsanger Weg

Anlass

Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat seit den letzten Jahrzehnten einen stetigen Einwohnerzuwachs zu verzeichnen. Auch für die Zukunft sind weiterhin steigende Einwohnerzahlen prognostiziert.

Eine Folge hiervon, ist der erhöhte Wohnraumbedarf. Um die Inanspruchnahme von unbebauten Flächen in den Außenbereichen zu minimieren, werden in noch stärkerem Maße innerstädtische Flächen hinsichtlich ihrer Eignung für Wohnnutzung geprüft. Dabei geraten auch Flächen in das Blickfeld, die bislang weniger für eine Wohnbebauung geeignet erschienen.

Plangebiet

 Der Planungsraum „Beiderseits Vogelsanger Weg“ mit einer Größe von ca. 27 Hektar liegt im Stadtteil Mörsenbroich im Stadtbezirk 6.

 

Er wird begrenzt von der "Münsterstraße" im Osten, dem "Nördlichen Zubringer" im Südwesten und im Norden durch die Gewerbebetriebe am "Vogelsanger Weg", der den gewerblich geprägten Planungsraum in zwei Teilbereiche teilt. Beiderseits des Vogelsanger Weges prägen Gewerbe- und Bürostandorte, Brachflächen und eine Kleingartenanlage das Erscheinungsbild. Der dritte Teilbereich an der Münsterstraße wird von einer straßenbegleitenden, vier-  bis fünfgeschossigen Wohnbebauung mit gewerblichen Erdgeschossnutzungen geprägt.


Im Gutachterverfahren „Beiderseits Vogelsanger Weg“ sollte ein städtebauliches Gesamtkonzept für die langfristige Entwicklung des Plangebietes zu einem urbanen Mischgebiet erarbeitet werden, das das Wohnen im Quartierszusammenhang mit bestehendem Gewerbe und Weiterentwicklungen von Bürostandorten ermöglicht. Die Leitidee des zu erarbeitenden städtebaulichen Konzeptes war es, das Gebiet behutsam, innovativ und kreativ weiterzuentwickeln, ohne dabei stark konkurrierende Nutzungen so zu durchmischen, dass es kein verträgliches „Nebeneinander“ mehr gibt. Es galt, ein zukunftsweisendes Konzept zu erstellen, das die Belange der Eigentümer und der Bewohnerschaft berücksichtigt. Die Herausforderung der Planung bestand darin, bei unterschiedlicher zeitlicher Verfügbarkeit von Flächen eine schrittweise und qualitätsvolle städtebauliche Weiterentwicklung zu ermöglichen, die während des gesamten Umbruchprozesses Standortqualitäten für das Wohnen herausstellt.

Qualitätssicherndes Verfahren

Das Gutachterverfahren wurde von der Landeshauptstadt Düsseldorf als ein zweistufiges Gutachterverfahren unter intensiver Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt. Nach der öffentlichen Auftaktveranstaltung am 09.November 2016 haben sechs qualifizierte Planungsteams aus Stadtplanern und Landschaftsarchitekten Konzepte für eine modulare Neubebauung der Flächen beiderseits des Vogelsanger Weges entwickelt, diese am 19.Dezember 2016 in einer Zwischenpräsentation vorgestellt und mit Bürgern in einem offenen Forum diskutiert. Anschließend erhielt jedes Team von der Empfehlungskommission - bestehend aus Vertretern der Stadtverwaltung, der Politik und externen Experten - Hinweise für die Überarbeitung und Vertiefung der Entwürfe. Am Donnerstag, den 09.Februar 2017 wurden dann die vertieften konzeptionellen Ergebnisse in einer Abschlusspräsentation vorgestellt und aus der Sitzung der Empfehlungskommission am nächsten Tag, ging der Entwurf des Büros REICHER HAASE associierte als Siegerentwurf hervor.

Das Konzept überzeugt mit einer starken städtebaulichen Aussage, die sich sehr gut in die Umgebung einfügt. Die Vorzugsnutzungen werden durch die Verfasser hervorgehoben. Die vorgeschlagene, mäandernde Struktur der Bebauung mit einer urbanen und einer lärmabgewandten, ruhigen Seite ist eine gelungene Idee und bietet ein funktionierendes Werkzeug für die Entwicklung des Plangebietes. Mit der sogenannten Design-Schiene, die vom neuen Schützenplatz auf die Halle des bekannten Architekten Ettore Sottsass zuläuft, wird eine neue Qualität im Planungsraum geschaffen. Der Schützenplatz ist gut dimensioniert und räumlich gefasst. Im südlichen Bereich wird eine überzeugende sowie kleinteilige Lösung von urbanem Wohnen präsentiert, die sich an bestehenden Grundstücksgrenzen orientiert.


Zur Stärkung der Design-Schiene müssen sich deren baulichen Kanten noch herausbilden. Eine zweite Diagonalachse lockert das Konzept auf. Grüne Fugen und eine sogenannte „Loop-Laufstrecke“ bilden feingliedrige Wegeverbindungen aus. Das Konzept geht in besonderer Art und Weise sowohl auf den Ort, als auch auf den Prozess ein. 

Bebauungsplan Vogelsanger Weg / Münsterstraße

Aufgrund der Größe des Gesamtareals und der unterschiedlichen Rahmenbedingungen der einzelnen Flächen wurde das Gebiet nach intensiven Gesprächen mit den Grundstückseigentümern in mehrere Teilbereiche aufgeteilt. Das hier dargestellte Plangebiet wurde als erster Teilbereich für ein Bauleitplanverfahren gewählt.

 

Kern des städtebaulichen Entwurfs ist die Entwicklung von Bebauungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung der heutigen Eigentumsverhältnisse, die sowohl Gewerbe als auch Wohnnutzungen zulässt und gleichzeitig Flächen schafft, die die Ausbildung einer attraktiven Mitte und Wegeverbindungen auch über das Plangebiet hinaus ermöglicht. Das städtebauliche Konzept aus dem qualitätssichernden Verfahren bildete die Grundlage des Bebauungsplanverfahrens. Der Bebauungsplan erlangte im Mai 2020 Rechtskraft.

 

Zu den Dokumenten des formellen Planverfahrens.

Bebauungsplan Beiderseits Vogelsanger Weg

Das Konzept für den zweiten Teilbereich des Gesamtareals hat ebenfalls zum Ziel, neuen Wohnraum zu schaffen und das Plangebiet insgesamt aufzuwerten.

Neben Gewerbegebieten sind sog. „Urbane Gebiete“ geplant, die neben neuer Wohnnutzung auch nicht störendes Gewerbe vorsehen. Bestehende Nutzungen werden soweit möglich gesichert bzw. genießen Bestandsschutz. Das städtebauliche Konzept aus dem qualitätssichernden Verfahren bildete die Grundlage des Bebauungsplanverfahrens. Der Bebauungsplan erlangte im Mai 2020 Rechtskraft

Zu den Dokumenten des formellen Planverfahrens.