Wettbewerb Südlich Haroldstraße

Anlass

Die Landesregierung hat im vergangenen Jahr einen Beschluss zur Nachnutzung der Landesliegenschaft „Haroldstraße 5“ gefasst. Demnach sollen auf diesem Grundstück künftig das Ministerium der Finanzen des Landes NRW (FM NRW) und die NRW.BANK untergebracht werden. Ferner gilt als Zielsetzung, das Grundstück für Zwecke der Landesregierung optimal auszunutzen und hier nach Möglichkeit weitere Flächen für die Landesregierung zu realisieren.

Aktuell ist das Grundstück mit einem achtgeschossigen Bestandsgebäude mit Erschließungsanlagen und Tiefgarage bebaut und wird zum Teil vom Polizeipräsidium Düsseldorf und der Polizeiwache Bilk interimistisch genutzt. Das Grundstück liegt im westlichen Teil des Bebauungsplans Nr. 5376/39 Kavalleriestraße aus dem Jahre 1999.

Die Zusammenstellung der Flächenbedarfe der zukünftigen Nutzer und die Prüfung verschiedener Umsetzungsalternativen führten zu dem Ergebnis, dass die Nutzeranforderungen nicht im Rahmen des bestehenden Bauplanungsrechts realisiert werden können.

 

Plangebiet

Das in etwa dreieckige Landesgrundstück ist knapp 20.000 groß. Im Norden wird das Grundstück von der Haroldstraße begrenzt, durch die es verkehrlich und infrastrukturell erschlossen ist. Südwestlich grenzen eine Einfahrt in den Rheinufertunnel sowie die Verkehrsanlagen (Zu- und Abfahrten) der Rheinkniebrücke an. Im Osten bildet die Kavalleriestraße die Grenze. Über dieses Grundstück hinaus umfasst das Wettbewerbsgebiet die angrenzenden öffentlichen Verkehrsflächen, soweit diese zur Lösung der Aufgabe und zur Sicherstellung der Erschließung verändert werden müssen.

Neben der Lage im nordrhein-westfälischen Regierungsviertel ist das Grundstück in verschiedene bedeutende Grünzüge eingebunden: Im Norden und Osten grenzt mit Spee’schem Graben, Schwanenspiegel und Ständehauspark der auf den ehemaligen Befestigungsanlagen errichtete, von Maximilian Friedrich Weyhe konzipierte Grüne Ring um Altstadt und Carlstadt an. Im Westen bildet der Johannes-Rau-Platz den Anschluss an die Rheinuferpromenade.

 

Qualitätssichernde Verfahren

Vor dem Hintergrund der neuen Nutzeranforderungen beabsichtigt der  Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW), einen städtebaulichen Wettbewerb durchzuführen, um auf dieser Basis ein städtebauliches Konzept zu erlangen, das Grundlage für die Änderung des vorhandenen Bauplanungsrechts werden soll. Das Bestandsgebäude soll dabei zugunsten der Neubebauung abgerissen werden.

Mit einer Neubebauung des Grundstückes ist die Chance für die Ausgestaltung eines neuen identitätsstiftenden Stadtbausteins an dieser stadträumlich prominenten Stelle verbunden. Darüber hinaus kann ein wichtiger Beitrag geleistet werden, die in der Stadt verteilten Ministerien weiter räumlich zu konzentrieren und damit den Leitgedanken eines Regierungsviertels deutlich zu stärken. Außerdem ist das Vorhaben ein erster Baustein zur Umsetzung der prämierten Ideen aus dem Wettbewerb „Blaugrüner Ring“.

Ziel des Wettbewerbs war somit die Erarbeitung eines attraktiven städtebaulich-freiraumplanerischen Konzepts als Grundlage für die geplanten Bauvorhaben der Landesregierung und der NRW.BANK.

Das Wettbewerbsverfahren wurde mit 8 Teams, bestehend aus Stadt-, Landschafts- und Verkehrsplaner/,-innen, durchgeführt. Der Wettbewerb wurde als nichtoffener einphasiger städtebaulicher Wettbewerb nach der Richtlinie von Planungswettbewerben (RPW 2013) mit vorgeschaltetem Bewerbungs- und Losverfahren ausgelobt.

In der Preisgerichtssitzung am 28.11.2020 wurde der Wettbewerbsbeitrag des Architekten Paul Raphael Schägner – zusammen mit dem Büro ARGE Lysann Schmidt Landschaftsarchitektin + fabulism GbR (Landschaftsplanung) und dem Büro Assmann Beraten + Planen GmbH (Verkehrsplanung) zum Sieger gewählt. Das Konzept überzeugt, da es einerseits unter dem Begriff „Grüne Haroldbucht“ viel Grün im öffentlichen Raum schafft und somit konsequent das Anliegen des Blaugrünen Rings weiterentwickelt und sich andererseits mit der eigenständigen Baukörperkonfiguration auch hinsichtlich der Höhenentwicklung angemessen in das Bild der Landeshauptstadt einfügt.

Der zweite Rang ging an wulf architekten mit RIEHL BAUERMANN + PARTNER (Landschaftsplanung) und BS Ingenieure (Verkehrsplanung), den dritten Platz erhielt roedig.schop architekten mit Mettler Landschaftsarchitektur (Landschaftsplanung) und BÜRO STADTVERKEHR Planungsgesellschaft mbH& Co. KG (Verkehrsplanung).

Die Bürgerinnen und Bürger werden zeitnah in das anschließende Bebauungsplanverfahren einbezogen, zudem sind die Wettbewerbsarbeiten im Rahmen einer digitalen Ausstellung auf der Internetseite des BLB NRW

https://www.blb.nrw.de/einblicke/projekte/projektdetails/staedtebaulicher-wettbewerb-suedlich-haroldstrasse zu finden.

Die architektonischen Ausformungen werden in gesonderten nachfolgenden hochbaulichen Realisierungswettbewerben entwickelt.