Aktuell

Finale Runde des Wettbewerbs Blaugrüner Ring

16 Konzepte werden im Kunstpalast öffentlich ausgestellt

Wie sich 16 internationale Planungsbüros die Zukunft des Blaugrünen Rings – der Flanier- und Kulturmeile im Herzen Düsseldorfs – vorstellen, können sich Bürgerinnen und Bürger zwischen dem 26. November und 03. Dezember im Nordflügel des Kunstpalasts (Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf) ansehen. Täglich, außer montags, sind die Wettbewerbsarbeiten von 11.00 – 18.00 Uhr (donnerstags bis 21.00 Uhr) öffentlich, kostenfrei zugänglich. Wie auch in den seit Sommer 2018 bereits abgeschlossenen Wettbewerbsphasen, sind die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung dazu aufgerufen, ihre Kommentare und Meinungen vor Ort abzugeben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich komprimierte Versionen der Konzepte ab Dienstag, 12. November, online unter www.blaugruener-ring.de anzusehen und ebenfalls zu kommentieren.

Während der öffentlichen Ausstellung im Kunstpalast werden Mitglieder des Projektteams vor Ort für Fragen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus gibt es ein Angebot von kostenlosen Führungen. Eine Anmeldung ist erforderlich und wird zu gegebener Zeit auf der Website der Düsseldorf Tourismus GmbH www.duesseldorf-tourismus.de veröffentlicht. Ein weiteres Highlight: Die drei Kilometer lange Bande, die im März quer durch Düsseldorf lief und den Verlauf des Blaugrünen Rings visualisierte, erfuhr ein so genanntes Upcycling und wird in Form von Shopping-Taschen und Seesäcken zum Verkauf angeboten. Jede Tasche ist dabei ein Unikat mit lokalem Bezug und hohem Erinnerungswert.  

Was in den letzten Monaten passierte

Im April dieses Jahres hatte eine hochkarätig besetzte Wettbewerbsjury insgesamt 45 eingereichte Wettbewerbsbeiträge bewertet. Die Ergebnisse einer kurz vorher durchgeführten Bürgerbeteiligung waren bei der Auswahl der schlussendlich 16 Beiträge eine wichtige Entscheidungsgrundlage. Zusammen mit der frohen Kunde unter den finalen Teilnehmern zu sein, wurde jedem Expertenteam zudem ein individueller Katalog mit Überarbeitungsempfehlungen des Preisgerichts übermittelt, der die Aufgabenstellung für die entscheidende Phase des Wettbewerbs konkretisierte. Bis Juni konnten dann seitens der Teams, etwaige Rückfragen adressiert werden. Bis Oktober war danach Zeit, die Konzepte aus der ersten Phase weiter kreativ auszuarbeiten und zu konkretisieren – ohne dabei das große Ganze, die überspannende Gesamtaufgabe aus dem Auge zu verlieren. Im Fokus steht weiterhin, das schlummernde, aber öffentlich kaum wahrnehmbare Potential der scheinbar gegebenen Einheit aus Landschafts- und Kulturraum des Blaugrünen Rings aufzuwecken und in die Zukunft zu tragen.

Wie es weiter geht

Mitte Dezember kommt die Wettbewerbsjury für ein zweitägiges Preisgericht zusammen und kürt die Preisträger des Wettbewerbs. Die Ergebnisse der aktuellen Bürgerbeteiligung werden den Juroren, wie schon in der vorherigen Runde, als öffentliches Stimmungsbild an die Hand gegeben. Nach der Entscheidung des Preisgerichts werden die Siegerentwürfe sowie die übrigen Arbeiten der zweiten Phase ein weiteres Mal ausgestellt. Ab Dienstag, 17. Dezember, sind die Entwürfe zu den oben genannten Zeiten bis einschließlich Sonntag, 05. Januar 2020, erneut im Kunstpalast zu sehen. An Heilig Abend sowie Silvester bleibt die Ausstellung geschlossen, am 1. und 2. Weihnachtstag sowie Neujahr wird der Kunstpalast von 13.00 – 18.00 Uhr geöffnet sein. Ab 2020 startet nach der Planungs- dann die Umsetzungsphase des Projekts.

Anlass

Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat zahlreiche und vielfältige Kunst- und Kultureinrichtungen und eine große Kunst- und Kulturtradition. Diese sind im Stadtbild als Solitäre wahrnehmbar, fügen sich allerdings aktuell nicht deutlich erkennbar zu einem ganzheitlich erlebbaren Gesamtbild zusammen. Aufgabe des Projektes „Blaugrüner Ring“ ist es, für die vorhandenen vielfältigen kulturellen und freiraumbezogenen Nutzungen ein, durch sinnvolle bauliche und konzeptionelle Bausteine ergänztes, überspannendes Gesamtkonzept einer attraktiven und spürbaren Kultur- und Stadtlandschaft der Zukunft zu finden. Die spürbare Stadtlandschaft soll wiederbelebt und erlebbar werden.

Um diese Ziele zu erreichen und kreative Ideen einzuholen, lobt die Landeshauptstadt Düsseldorf einen internationalen, städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb unter dem Titel "Blaugrüner Ring" aus.

Plangebiet

Düsseldorfs Innenstadt wird von einem einzigartigen Blaugrünen Ring umspannt.

Das Blau ist dabei der Rhein bzw. die lebendige Rheinuferpromenade. Eine urbane Wasserfront, die das Leben in Düsseldorf nahtlos mit dem großen Fluss verbindet. Das Grün bildet eine kulturhistorische Park- und Gartenachse, die Ehrenhof, Hofgarten, Königsallee, Ständehauspark und Spee‘schen Graben miteinander verbindet. Zusammen bilden das Blau und das Grün eine circa vier Kilometer lange Flaniermeile, auf der mühelos Düsseldorfs schönste Plätze, Aussichten und Sehenswürdigkeiten zu erleben sind – insbesondere weil viele der 20 Museen, viele Galerien und wichtige Kulturorte wie Tonhalle, Oper oder Schauspielhaus auf oder direkt an diesem Ring liegen. Insgesamt umfasst der Geltungsbereich ein Gebiet von etwa 158 ha.

Qualitätssicherndes Verfahren

 

Blaugrüner Ring: Große Resonanz bei der Bürgerbeteiligung im Hofgarten

16 Teams starten in die zweite Phase des städteplanerischen Wettbewerbs zur Entwicklung einer einzigartigen Flanier- und Museumsmeile im Herzen Düsseldorfs

Text: Frisch, Michael

Über 900 ausgefüllte Rückmeldekarten, Briefe und E-Mails: Das ist die positive Bilanz aus der einwöchigen Bürgerbeteiligung zum Wettbewerb Blaugrüner Ring. Vom 20. bis 27. März waren die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich die 45 eingegangenen Entwürfe der ersten Wettbewerbsphase im Hofgarten rund um das Ratinger Tor anzuschauen und auf Rückmeldekarten zu kommentieren. Wortwörtlich tausende Düsseldorferinnen und Düsseldorfer folgten dem Aufruf der Stadt und verschafften sich bei überwiegend frühlingshaften Temperaturen einen Überblick über die Vielfalt der Konzeptvorschläge, die in der 180 Meter langen Outdoor-Ausstellung zu sehen waren. Etwa 800 interessierte Einwohner und Touristen statteten auch dem Projektbüro im Südflügel des Ratinger Tors einen Besuch ab, um sich über den Blaugrünen Ring zu informieren, sich die Ergebnisse der ersten Beteiligungsphase anzuschauen oder einfach, um einen Blick in das Ratinger Tor zu werfen.

Mehr als 900 Beiträge aus der Bürgerschaft
Viele Besucher nahmen sich ausgiebig Zeit, arbeiteten sich in die Komplexität der Entwürfe ein, verglichen Details, spürten Schwachstellen auf, gaben Hinweise, was im weiteren Verlauf des Wettbewerbs besondere Berücksichtigung finden sollte oder formulierten eigene, kreative Ideen. Mehr als 900 Beiträge kamen so zusammen und wurden in der Folge ausgewertet. Denn ausdrückliches Ziel der Beteiligung war es, dem Preisgericht zu Beginn seiner Sitzung eine Zusammenfassung der Rückmeldungen als Meinungsbild aus der Bürgerschaft zu präsentieren. Planungsdezernentin Cornelia Zuschke: "Mit der einwöchigen Open-Air-Ausstellung im Vorfeld der ersten Jury-Sitzung haben wir einen neuartigen und kreativen Baustein in den Wettbewerb eingefügt. Die große Resonanz und Aufmerksamkeit aus der Bevölkerung spricht deutlich für diese innovative Vorgehensweise: Die Anzahl der Rückmeldungen ist überwältigend und hat unsere Erwartungen übertroffen."

Verlängerung des Rheinufertunnels
Fast alle Wettbewerbsentwürfe sehen eine Verlängerung des Rheinufertunnels vor. Eine ebenso große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger spricht sich – trotz aller Sorge um Kosten und temporäre Auswirkungen der Großbaustelle - für die Norderweiterung der bestehenden Unterführung aus. Hierbei wird oft auf den positiven Effekt des bestehenden Tunnels verwiesen, der Düsseldorf an den Rhein zurück- und neue Flächen mit hoher Aufenthaltsqualität hervorgebracht hat. Das Gleiche versprechen sich die Bürgerinnen und Bürger auch in Bezug auf den Wiederanschluss des Hofgartens an den Rhein.
 
Im Gegensatz zu diesem Mammutprojekt wünschen sich viele Bürgerinnen und Bürger ein sehr behutsames Vorgehen, wenn es um neue Gebäude und Bauvorhaben geht – insbesondere im Falle von Häusern mit größerer Geschossanzahl. Vielen ist in diesem Zusammenhang auch wichtig, dass die kleineren Dinge nicht vergessen werden, die das Verweilen am und im Blaugrünen Ring angenehmer machen, wie zum Beispiel öffentliche Toiletten, Mülleimer, Sitzgelegenheiten oder einfach nur frei und kostenlos nutzbare Flächen oder niedrigschwellige Angebote.

Aufwertung und Erweiterung der Grünflächen
Konsens besteht größtenteils darüber, dass eine Aufwertung und - wo möglich – Erweiterung der bestehenden Grünflächen gewünscht ist. Dies nicht nur, um die Aufenthaltsqualität im Blaugrünen Ring zu stärken, sondern auch vor dem Hintergrund der immer wichtiger werdenden Maßnahmen zur Klimaanpassung. Dabei ist es vielen Bürgern auch wichtig, Grün- und Freiflächen konzeptionell in größeren Zusammenhängen zu denken und neue Verbindungen und Vernetzungen zu schaffen. In diesem Kontext wurde auch auf eine Ausweitung der Wasserflächen in der Stadt, zum Beispiel durch die Offenlegung der Düssel, hingewiesen. Zudem würde sich die Sichtbarmachung des Gewässers auch positiv auf das Stadtbild auswirken.

Verkehrsberuhigte Zone
Obwohl in dieser früheren Phase des Wettbewerbs noch keine detaillierten Verkehrskonzepte im Fokus standen, wurde das Thema Mobilität sehr intensiv und durchaus kontrovers von der Bürgerschaft beleuchtet. Die überwiegende Mehrheit sieht den Blaugrünen Ring als in weiten Teilen autofreie oder zumindest spürbar verkehrsberuhigte Zone. Dieser Wunsch trifft allerdings auf Sorge, dass dafür angrenzende Bereiche stärker durch den motorisierten Individualverkehr belastet werden. Unstrittig scheint für die Bürgerinnen und Bürger dagegen, dass Radwege fehlen, vor allem solche, die sowohl vom Auto- als auch vom Fußgängerverkehr separiert sind. Neben Radfahrwegen fehlten aber auch ausreichende Abstellmöglichkeiten sowie klare Wegebeziehungen entlang des Rings, der heute an einigen Stellen von Straßen oder ähnlichen Barrieren durchtrennt ist.

Meinungsbild zur Oper
Von den Kunst- und Kultureinrichtungen wünschen sich die Bürger, den Blaugrünen Ring als Möglichkeit für mehr Präsenz im Stadtalltag und als Bühne für Kollaboration und gemeinsame Projekte zu begreifen. Und die Oper? Ein einheitliches öffentliches Meinungsbild war nicht zu erkennen. Die in einigen Entwürfen vorgeschlagenen neuen Standorte, etwa am Rheinufer oder westlich des K21 wurden begrüßt wie auch verworfen. Sanierung oder Neubau? Auch hier gehen die Meinungen deutlich auseinander.

Wie geht es jetzt weiter?
In seiner zweitägigen, mit intensiven Diskussionen geführten Sitzung hat das Preisgericht in der vergangenen Woche Überarbeitungsempfehlungen für 16 Teams formuliert, die in der zweiten Wettbewerbsphase ab Anfang Juni ihre Entwürfe konkretisieren dürfen. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen können die Kennziffern dieser Entwürfe nicht veröffentlicht werden. Wie auch schon in der ersten Phase, werden den Wettbewerbsteilnehmern die vollständigen Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Verfügung gestellt. Diese Ergebnisse und detaillierten Hinweise aus der Jurysitzung helfen den Teams dabei, ihre Entwürfe bis Anfang Oktober weiter auszuarbeiten, um sie erneut einzureichen. Im Anschluss - Ende Oktober oder Anfang November – wird eine erneute Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zu den verbleibenden Arbeiten durchgeführt. Ort und Zeit werden frühzeitig auf der Projekt-Website www.blaugruener-ring.de, dem Internetauftritt der Landeshauptstadt Düsseldorf www.duesseldorf.de angekündigt. Mitte Dezember tagt das Preisgericht erneut, um die Sieger zu küren, die am 16. Dezember dieses Jahres bekannt gemacht werden.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Im Vorfeld des Wettbewerbs ist eine gute Grundlagenermittlung sehr wichtig. Deswegen sollen alle Nutzergruppen, vom Kunstliebhaber über Spaziergänger, Spielplatzbesucher und Radfahrer  etc. für eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung gewonnen werden. Die Erkenntnisse werden gebündelt und den teils internationalen Teams mit der Auslobung zur Verfügung gestellt. So können diese von Anfang an bei Ihrer Ideenfindung auf das Expertenwissen der Akteure vor Ort zurückgreifen. Die Beteiligung umfasst diverse Formate, so dass auf verschiedenen Wegen unterschiedliche Nutzergruppen angesprochen werden.

 

Im Rahmen des Projektes Blaugrüner Ring ist die Öffentlichkeitsbeteiligung breit aufgestellt: Neben der Website www.blaugruener-ring.de, die seit dem 11. Juli online ist, wurden z.B. Stadtrundgänge speziell für Kinder und Jugendliche angeboten. Darüber hinaus haben bei Events, wie Parklife oder dem Weltkindertag Interviewer im persönlichen Gespräch Besucher befragt. Ein Touchtable (portable Beteiligungsplattform) gastierte bei wöchentlichem Wechsel in den Kunst- und Kultureinrichtungen entlang des Blaugrünen Rings und hat die Bürgerinnen und Bürger direkt vor Ort abgeholt. Für Schulklassen wurden in Kooperation mit dem museumspädagogischen Dienst des Stadtmuseums Workshops und Führungen angeboten. Eine Grundschulgruppe hat diese beiden Formate im Stadtmuseum in ihrer Freizeit wahrgenommen und kreative Ideen für die zukünftige Gestaltung des Blaugrünen Rings erarbeitet.

 

Ein weiterer Baustein der Öffentlichkeitsbeteiligung war ein Symposium, das am 14. September in der Aula der Kunstakademie stattgefunden hat. Bei dem Symposium erhielten Bürgerinnen und Bürger erneut die Gelegenheit, sich in die Entwicklung einer Düsseldorfer Kunst- und Kulturlandschaft einzubringen. Internationale Experten lieferten mit Kurzvorträgen und einer Podiumsdiskussion dazu kreativen Input. Ziel dieser neuen Denkanstöße ist es, eine spannende Diskussion anzuregen, die nicht nur während des Symposiums, sondern auch über diesen Tag hinaus geführt werden kann.

Oberbürgermeister Thomas Geisel, Stadtplanungsdezernentin Cornelia Zuschke und der Rektor der Kunstakademie, Karl-Heinz Petzinka, begrüßten die Gäste. Wie jedes der verschiedenen Formate der Bürgerbeteiligung, die im Zuge des Projekts "Blaugrüner Ring" durchgeführt wurden, hat sich auch das Symposium bereits im Vorfeld einer überaus großen Resonanz erfreut. Über die Website www.blaugruener-ring.de hatten sich mehr als 200 Bürgerinnen und Bürger angemeldet. Die Veranstaltung war damit ausgebucht. Ein Zwischenstand der bisherigen Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung wurde bei dieser Veranstaltung ebenso vorgestellt, wie der weitere Ablauf des Wettbewerbs und die parallel dazu laufenden Möglichkeiten der Beteiligung. Darüber hinaus präsentierten internationale Keynote-Speaker Beispiele aus anderen Städten und Ländern, welche sowohl die Gäste der späteren Podiumsdiskussion als auch das weitere Verfahren zum "Blaugrünen Ring" inspirieren sollen. Bei einem moderierten Austausch hatten die Bürgerinnen und Bürgern zum Abschluss des Symposiums erneut die Möglichkeit, sich zu den Stärken und Schwächen des "Blaugrünen Rings" zu äußern.

 

Zwischenfazit der Beteiligung

Kern der Beteiligung ist die Website www.blaugruener-ring.de, über die seit dem 11. Juli über 3.500 Eingaben aus der Bürgerschaft eingegangen sind. Einer der Gründe für diese außerge-wöhnlich hohe Resonanz, ist die umfassende Kampagne, mit der die Website beworben wurde. Neben klassischer Plakatwerbung und begleitender Pressearbeit sorgten insbesondere zielgerichtete Social-Media-Maßnahmen dafür, dass über 180.000 Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger informiert wurden - circa 40.000 von ihnen besuchten die Beteiligungswebsite. Neben Symposium und Website werden weitere Beteiligungsformate durchgeführt.

Kreative Phase des Blaugrünen Rings beginnt

Riesige Nachfrage bei nationalen und internationalen Planungsbüros/Maximal 60 Teams werden zugelassen/Erste Jury-Sitzung im April 2019

Der Rat der Stadt hat in seiner letzten Sitzung des Jahres (13. Dezember) die Auslobung des Wettbewerbs Blaugrüner Ring beschlossen. Nun können die Teams in die kreative, erste Phase starten. Zu Beginn des neuen Jahres kommen dann auch die Preisrichter das erste Mal zusammen, diskutieren, schärfen gegebenenfalls die Inhalte der Auslobung und stimmen sich damit gemeinsam auf die Zielsetzungen des Wettbewerbs ein. Im Anschluss an die Vorbesprechung der Preisrichter haben die teilnehmenden Arbeitsgemeinschaften die Möglichkeit, ihre Fragen zur Aufgabe zu stellen und eventuelle Unklarheiten zu beseitigen. Zudem wird für die teilnehmenden Büros ein geführter Rundgang durch das Plangebiet angeboten.

Der Blaugrüne Ring, der auf Initiative von Oberbürgermeister Thomas Geisel auf den Weg gebracht worden ist, verfolgt das stadtplanerische Ziel, den Freiraum und die Kunst- und Kultureinrichtungen der Landeshauptstadt zu einer erleb- und wahrnehmbaren Stadtlandschaft zu verbinden.

"Das Interesse am Wettbewerb ist sehr groß – bei der Düsseldorfer Bevölkerung ebenso wie in der Fachwelt. Nachdem die Bandbreite an Beteiligungsformaten im Sommer großen Anklang in der Öffentlichkeit fand, haben auch die Anzahl der Bewerbungen zur Teilnahme am Wettbewerb unsere Erwartungen übertroffen", so Cornelia Zuschke, Planungsdezernentin der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Los entscheidet über Teilnehmer
"Maximal 60 Teams" lautet das bereits hoch angesetzte Limit in der Auslobung. Die Nachfrage – national wie international – war jedoch so groß, dass aus der Vielzahl der Bewerbungen eine Auslosung der Teilnehmer stattfinden musste, um die zulässige Höchstteilnehmerzahl nicht zu überschreiten. Neben den 15 zum Wettbewerb eingeladenen Teams wurden nun 45 Büros per Losentscheid ausgewählt.

Bürgervertreter im Preisgericht
Ebenso erfolgreich: Der Aufruf der Stadt an die Bürgerinnen und Bürger, das Projekt "mittendrin statt nur dabei" zu begleiten. Die Anzahl der Bewerbungen war auch hier so groß, dass ebenfalls das Los über die Gewinner entscheiden musste. Ausgewählt sind nun zwei Bürgervertreter, die die Chance haben, die Meinung der Bevölkerung auch bei den nicht-öffentlichen Sitzungen des Preisgerichtes zu vertreten. Als besonderes Highlight erleben die Bürgervertreter die Diskussionen der Jury um die besten Wettbewerbsbeiträge und sind live dabei, wenn im Dezember 2019 die Entscheidung fällt, welcher Entwurf als Sieger gekürt wird.

So geht es 2019 weiter
Im März 2019 wird der Wettbewerb Blaugrüner Ring für eine Woche im Stadtbild öffentlich wahrnehmbar. Die Entwürfe der ersten Phase werden gezeigt und können von allen Interessierten kommentiert werden. Mitten im Herzen des Wettbewerbsgebietes gelegen, wird das Ratinger Tor in diesem Zeitraum der offizielle Anlaufpunkt der Öffentlichkeitsbeteiligung sein. Die gesammelten Meinungen aus der Öffentlichkeit werden der Jury zu Anfang der ersten Preisgerichtssitzung als informatives Stimmungsbild präsentiert.

In dieser Sitzung im April 2019 wählt das Preisgericht die besten 20 Visionen für die nächste Runde des Wettbewerbs aus, die im Frühsommer starten wird. Anhand der Handlungs- und Überarbeitungsempfehlungen der Jury werden die verbliebenen Teams in dieser zweiten Wettbewerbsphase ihre Ideen vertiefen. Sie sind dann gefordert, die Realisierungsfähigkeit ihrer Vision an konkreten Beispielen im Blaugrünen Ring darzustellen.

Im November werden diese Entwürfe der Öffentlichkeit präsentiert, die dann ein letztes Mal in diesem Wettbewerb die Möglichkeit hat, die Beiträge zu kommentieren. Das Preisgericht wird in einer zweiten Sitzung im Dezember den Wettbewerbssieger küren. Im Anschluss werden noch einmal alle Entwürfe der zweiten Phase im Foyer des Rathauses ausgestellt.

 

Wettbewerb

Das Verfahren wird durchgeführt als nicht-offener, anonymer zweiphasiger Wettbewerb nach § 3 RPW. Die Verfahrenssprache ist deutsch. Die Bekanntmachung des Wettbewerbes erfolgt europaweit (Amt für Veröffentlichungen der EU) sowie elektronisch auf unterschiedlichen Internetplattformen und auf der Homepage des betreuenden Büros.

 

Am Wettbewerb teilnahmeberechtigt sind Landschaftsarchitekten, Stadtplaner, Architekten und Künstler. Arbeitsgemeinschaften sind zulässig und gewünscht. Künstler müssen eine Arbeitsgemein-schaft mit Architekten / Stadtplanern / Landschaftsarchitekten bilden. Die Erweiterung des Planungs-teams um weitere Fachdisziplinen wie z.B. Lichtplaner, Verkehrsplaner oder denkmalpflegerischer Berater kann entwurfsabhängig gerne erfolgen. Der Zulassungsbereich umfasst die EWR / WTO / GPA Staaten.

 

Für die Phase 1 werden 20 Teams eingeladen, am Wettbewerb teilzunehmen. Insgesamt wird die Teilnehmerzahl in dieser Phase auf 60 Teams beschränkt. Sollten sich mit den eingeladenen Büros in Summe mehr als 60 Teilnehmer für den Wettbewerb anmelden, entscheidet unter den nicht eingeladenen Teilnehmern das Los. Anhand der eingereichten Entwürfe der Phase 1 werden ca. 20 Teilnehmer durch das Preisgericht zur Teilnahme an der Phase 2 ausgewählt.

 Die erste Arbeitsphase der Teams beginnt Ende 2018. Bis zum Ende des Frühjahres 2019 haben die am Wettbewerb teilnehmenden Büros Zeit, an ihren Ideen und Entwürfen zu arbeiten. Nach der öffentlichen Ausstellung der Ideen, werden durch eine Fachjury die Wettbewerbsbeiträge ausgewählt, die es in die zweite Phase schaffen. Nach der zweiten Arbeitsphase werden die Entwürfe erneut öffentlich ausgestellt. Im Anschluss daran, Ende 2019, tagt wiederum die Fachjury, um die Sieger des Wettbewerbs zu küren. Der Wettbewerb endet mit der Ausstellung der Siegerentwürfe sowie aller weiteren Entwürfe der zweiten Arbeitsphase.