Entwicklungskonzept Innenstadt- Südost

Gebietsbeschreibung

Als funktional und gestalterisch unbefriedigend stellt sich – auch im Vergleich zu angrenzenden Innenstadt (Altstadt, Königsallee, Kö-Bogen, Schadowstraße) – die funktionale und gestalterische Situation im Bereich entlang der nördlichen Oststraße und des Worringer Platzes sowie zwischen Immermannstraße, Konrad-Adenauer-Platz (Hauptbahnhof), Graf-Adolf-Straße und Berliner Allee dar. Dieser Bereich (Innenstadt-Südost) ist durch vielfach sanierungsbedürftigen Geschossbau der 1950er bis 1970er Jahre mit Nutzungsmischung (Ladenlokale im EG, Büro- und/oder Wohnnutzung in den Obergeschossen) geprägt und kann seine innerstädtische Funktion als moderner und hochwertiger Standort für das Wohnen, Arbeiten und Einkaufen nur unzureichend erfüllen.

Trading-down-Prozesse sind vielerorts erkennbar: Spielhallen, Tattoo-Studios, Imbisseinrichtungen, Billigläden und mancherorts auch Leerstände prägen besonders in den Erdgeschosszonen (und z.T. auch darüber hinaus) das Stadtbild. Insbesondere der Konrad-Adenauer-Platz wird seine Funktion als Tor zur Innenstadt für Reisende und Pendler weder in funktionaler, schon gar nicht in gestalterischer Hinsicht gerecht.

Städtebauliches Entwicklungskonzept

Der Rat der Stadt Düsseldorf hat am 19. Juni 2008 für das Gebiet ein städtebauliches Entwicklungskonzept beschlossen. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, die bisher im Bereich zwischen Hauptbahnhof und Berliner Allee durchgeführten Aufwertungsmaßnahmen in einen gemeinsam von öffentlicher Hand und privaten Akteuren vor Ort getragenen Entwicklungsprozess zu überführen und Städtebauförderungsmittel zur Umsetzung zu beantragen. Die Grundlage für die angestrebte Inanspruchnahme von Städtebauförderungsmitteln bildet das Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“. Gefördert werden Maßnahmen zur Erhaltung und Entwicklung dieser Bereiche als Standorte für Wirtschaft und Kultur sowie als Orte zum Wohnen, Arbeiten und Leben.

Ziel der Stadtplanung für dieses Gebiet ist es, die beschriebenen Prozesse zu stoppen und umzukehren. Als gelungene Beispiele können die Aufwertungen der Berliner Allee und der Graf-Adolf-Straße angeführt werden: die Berliner Alle ist mittlerweile ein stark nachgefragter Bürostandort in direkter Nähe zur Königsallee. Ähnlich verhält es sich mit der Aufwertung der Graf-Adolf-Straße im Abschnitt zwischen Königsallee und Stresemannplatz: hier hat mit Förderung von Land und Stadt die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Graf-Adolf-Straße in den vergangenen Jahren auf Grundlage eines abgestimmten Handlungskonzepts an verschiedenen Stellen eine erhebliche Verbesserung der Situation, wie z.B. im Bereich des Einzelhandels, erreichen können.

Hier finden Sie Informationen zu den einzelnen EKISO-Projekten im Bereich „Gestaltung des öffentlichen Raums“ .

Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass einseitige Maßnahmen der öffentlichen Hand, wie z.B. der Umbau von Plätzen ohne flankierende Maßnahmen, nicht ausreichen, um nachhaltige Aufwertungserfolge zu erzielen. Vielmehr sind weitere Investitionen öffentlicher und privater Akteure notwendig, um eine nachhaltige Veränderung der Situation herbeizuführen. Diese Mobilisierung privater Investitionen ist daher ausgesprochenes Ziel für das Entwicklungsgebiet Innenstadt-Südost.

Die benannten Straßenzüge bzw. Plätze sind nicht nur angesichts ihrer strategisch wichtigen Lage von Bedeutung, sondern vielmehr auch durch ihren Immobilienbesatz bzw. ihre Eigentümerstruktur. Während in den untergeordneten Straßenzügen des Betrachtungsbereiches auch Wohnnutzungen das städtebauliche Bild prägen und eine vorwiegend kleinteilige und gemischte Eigentümerstruktur ohne (erkennbare) einflussstarke Akteure vorzufinden ist, haben in den vorgenannten, durch Handel und Gastronomie geprägten Straßenzügen einige finanzstarke Eigentümer (oder Pächter) einen Standort. Demnach sind hier die Voraussetzungen für gemeinsame Maßnahmen, z.B. im Rahmen von Stadtteilmarketingprozessen oder auch weiteren Immobilien- und Standortgemeinschaften, weitaus besser als in den Nebenlagen. Gleichwohl ist eine aktive Integration dieser Nebenlagen für den Fall bestehenden Interesses vorstellbar und zielführend.

Im Ergebnis soll durch diese Strategie mittelfristig der Gesamtbereich einer Umstrukturierung und Modernisierung zugeführt werden. Die Wohn- und Arbeitsverhältnisse sollen verbessert und gestärkt, die Angebote des Handels und der Gastronomie im Rahmen straßenbezogener Handlungskonzepte optimiert werden.

Fassadenerneuerungs- und Innenhofbegrünungsprogramm

Im Rahmen des Programms Aktive Stadt- und Ortsteilzentren fördern die Landeshauptstadt Düsseldorf, das Land NRW und der Bund die Initiative privater Eigentümerinnen und Eigentümer.

Die Förderung umfasst finanzielle Zuschüsse für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer im Programmgebiet.

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