Förderprogramm "Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten in Düsseldorf":
Richtlinie 2018
vom 14.12.2017

Düsseldorfer Amtsblatt Nummer 7 / 8 vom 24. Februar 2018
Redaktioneller Stand: März 2018

 

Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Gebäudesanierung zwecks Reduzierung des Energieverbrauchs innerhalb der Landeshauptstadt Düsseldorf im Rahmen des städtischen Förderprogramms „Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten in Düsseldorf“ vom 14.12.2017.

1. Zuwendungszweck
Private Haushalte sind für rund 30 Prozent des Energieverbrauches in Düsseldorf verantwortlich. Auf den Bereich Gewerbe, Handel und Dienstleistung entfallen weitere rund 15 Prozent. Ziel des Programms ist es, mit den verfügbaren städtischen Mitteln möglichst große Klimaschutz-Effekte zu erreichen sowie einen Anstoß für wesentliche eigene Bemühungen der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt zur Durchführung wünschenswerter Maßnahmen im Sinne des Klimaschutzes zu geben.

Daher fördert die Landeshauptstadt Düsseldorf die unter Punkt 2 beschriebenen Maßnahmen innerhalb des Stadtgebietes in bauaufsichtlich genehmigten, privaten Gebäuden zu Wohnzwecken sowie gemischt genutzten Gebäuden mit Gewerbe- und Wohneinheiten. Als gemischt genutzte Gebäude gelten Gebäude, die über mindestens eine wohnwirtschaftlich genutzte Einheit verfügen. Reine Nichtwohngebäude, die ausschließlich gewerblich genutzt werden, wie z.B. Bürogebäude, Hotels oder Hallenbauten, sind von einer Förderung ausgeschlossen.

2. Gegenstand der Förderung
Förderfähig sind:
2.1 Bei Bestandsbauten

  • Thermografiegutachten (siehe Punkt 6.1);
  • Wärmedämmung von Außenwänden, Dächern, Flachdächern, obersten Geschoss- und Kellerdecken (siehe Punkt 6.2;
  • Erneuerung von Fenstern (siehe Punkt 6.3)
  • Wärmedämmung im Bereich von denkmal- und satzungsgeschützten Gebäuden (siehe Punkt 6.4);
  • Optimierung von Heizungsanlagen (siehe Punkt 6.5):
  • Optimierung der dezentralen Warmwasserbereitung (siehe Punkt 6.6)
  • Bonus für energetische Sanierungsprojekte (siehe Punkt 6.7);

2.2 Bei Bestands- und Neubauten

  • Neuanschluss an die Fernwärme (siehe Punkt 6.8);
  • Neuanschluss an die Fernwärme in Modellquartieren (siehe Punkt 6.9)
  • Technische Anlagen zur Nutzung der Solarenergie (siehe Punkt 6.10);
  • Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung (siehe Punkt 6.11);
  • Maßnahmen zur rationellen Wärmeerzeugung (siehe Punkt 6.12);
  • Innovative Sondermaßnahmen (siehe Punkt 6.13)
  • Wand-Ladestationen für Elektroautos (siehe Punkt 6.14)

2.3 Bei Neubauten
• Passivhäuser (siehe Punkt 6.15).

3. Antragsberechtigung und Antragstellung

3.1 Antragsberechtigung
Antragsberechtigt sind Eigentümerinnen und Eigentümer (natürliche und juristische Personen des privaten Rechts sowie Personengesellschaften und
Wohnungseigentümergemeinschaften im Sinne des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) von Gebäuden sowie auch Betreiberinnen und Betreiber von Heizungsanlagen (z. B. Dienstleistungsunternehmen im Energiebereich oder Wärmelieferanten/ Contractoren) deren Grundstücke bzw. Heizungsanlagen innerhalb des Stadtgebietes von Düsseldorf liegen.

Antragsberechtigt sind ferner alle gemeinnützigen Organisationsformen einschließlich Kirchen (i.S.v. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG), in deren Eigentum sich die zu sanierenden Gebäude befinden. Der Nachweis der Gemeinnützigkeit hat durch eine entsprechende Bestätigung über die Freistellung der Körperschaftssteuer durch das Finanzamt zu erfolgen.

3.2 Antragstellungen
Das Einverständnis der Gebäudeeigentümerin bzw. des Gebäudeeigentümers für die Durchführung der beantragten Maßnahme ist erforderlich, wenn die Antragstellerin bzw. der Antragsteller nicht gleichzeitig Eigentümerin bzw. Eigentümer des Gebäudes ist wie z. B. bei Wohnungseigentumsverwaltungen /Hausverwaltungen.

Die Antragstellung durch einen Bauträger ist möglich.

4. Antragsverfahren und Vorhabensbeginn

4.1 Antragsverfahren
Der Antrag auf Fördermittel muss mit den geforderten Anlagen zu den einzelnen Fördertatbeständen beim Umweltamt eingereicht werden. Die erforderlichen Anlagen werden mit dem jeweiligen Antragsformular beschrieben. Der Antrag wird abgelehnt, wenn auch nach der entsprechenden Aufforderung durch das Umweltamt der Stadt Düsseldorf die notwendigen Unterlagen nicht fristgerecht nachgereicht werden.

Die Antragstellerin bzw. der Antragsteller erhält nach Einreichung des Antrages ein Eingangsschreiben. Sofern der Antrag nicht vollständig ist, wird ein Schreiben zu den fehlenden Unterlagen versandt. Nach Einreichung der vollständigen Unterlagen wird der Antrag auf seine Förderfähigkeit geprüft. Maßgebend für die Bewertung sind die Angaben in den technischen Beschreibungen sowie in den Kostenvoranschlägen. Das Prüfergebnis wird schriftlich mitgeteilt. Im Falle einer positiven Prüfung wird die grundsätzliche Förderfähigkeit des Antrages festgestellt und eine Fördernummer bekannt gegeben.

Für eine Beratung zur Antragstellung steht das Umweltamt der Landeshauptstadt Düsseldorf telefonisch und persönlich zur Verfügung.

Digitale Antragsformulare, Merkblätter und Arbeitshilfen sind im Internet unter www.duesseldorf.de/klimafreundlichwohnen hinterlegt. Die Unterlagen können auf Nachfrage auch zugeschickt werden.

4.2 Vorhabensbeginn
Die Maßnahmen dürfen erst nach Bekanntgabe der Fördernummer in Auftrag gegeben werden. Maßnahmen, die bereits vor Bekanntgabe der Fördernummer in Auftrag gegeben wurden, werden nicht gefördert. Ausgenommen hiervon sind Thermografiegutachten (siehe Punkt 6.1). Diese können ausnahmsweise nach Abschluss des Vorhabens, jedoch spätestens 6 Monate nach Erstellung der Thermogramme beantragt und gefördert werden.

Im Ausnahmefall kann auf schriftlichen Antrag ein vorzeitiger, förderunschädlicher Maßnahmenbeginn genehmigt werden. Aus einer solchen Genehmigung ist kein Anspruch auf eine spätere Bewilligung einer Förderung abzuleiten.

Die Planung, Beratung und Bearbeitung des Baugenehmigungsantrags, von Bodenuntersuchungen und Grunderwerb gelten dabei nicht als Beginn der Maßnahme.

5. Baustoffe

Das Umweltamt der Stadt Düsseldorf legt im Rahmen des Förderprogramms Materialvorgaben fest. Mit den Antragsformularen ist zu bestätigen, dass keine der ausgeschlossenen Materialien / Stoffe eingesetzt werden, entsprechende geforderte Belege sind vorzulegen.

Der Einsatz folgender Materialien/Stoffe führt zum Ausschluss einer Förderung:

  • Teilhalogenierte Fluorchlorkohlenwasserstoffe (HFCKW), Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) und chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) ;
  • Asbestzementplatten;
  • Materialien/Stoffe ohne bauaufsichtliche Zulassung für die jeweilige Anwendung;
  • Spanplatten der Emissionsklassen 2 und 3;
  • Import- und Tropenholz ohne nachgewiesene PEFC- (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) oder FOREST  STEWARDSHIP COUNCIL (FSC)-Zertifizierung;
  • Polyvinylchlorid (PVC)-Kunststoffe ohne nachgewiesenen Recyclat-Anteil von mindestens 60 %. Der Einsatz von PVC bei Elektroinstallationen und Kleinbauteilen (Dübeln, Anputz- oder Kantenschutzleisten, etc.) führt nicht zum Förderausschluss;
  • Faserdämm-Materialien, die nicht die Kriterien nach der Gefahrstoffverordnung Anhang II, Nr. 5, Abs. 2 erfüllen

 

6. Förderfähige Maßnahmen

Das Umweltamt der Stadt Düsseldorf legt im Rahmen des Förderprogramms technische Vorgaben fest. Diese sind unter den nachfolgenden Punkten 6.1 – 6.15 beschrieben.
Für alle Maßnahmen gilt:

- Die Vorgaben zur Antragsberechtigung und Antragstellung, Antragsverfahren und Vorhabensbeginn und Baustoffe (siehe Punkte 3 bis 5) sind einzuhalten.
- Maßnahmen an (eingetragenen) Baudenkmalen und Gebäuden, im örtlichen Geltungsbereich einer Denkmalbereichssatzung können gefördert werden, sofern eine Genehmigung der Unteren Denkmalbehörde vorliegt.
- Maßnahmen an Gebäuden,  im örtlichen Geltungsbereich einer Erhaltungs- oder Gestaltungssatzung können gefördert werden, sofern eine Genehmigung des Bauaufsichtsamtes vorliegt.
- Maßnahmen im Bereich öffentlich geförderten Wohnraums können gefördert werden, sofern die geplanten Maßnahmen durch das Amt für Wohnungswesen geprüft und freigegeben sind.
- Maßnahmen im Rahmen einer Nutzungsänderung können gefördert werden, sofern eine Genehmigung des Bauaufsichtsamtes vorliegt.
- Maßnahmen, deren Durchführung auf einer gesetzlichen Verpflichtung oder behördlichen Anordnung beruht (z.B. Vorgaben bestandskräftiger Bebauungsplan) werden nicht gefördert.
- Maßnahmen im Selbstbau werden nicht gefördert.
- Gebäude, die erhebliche Missstände oder Mängel im Sinne von § 177 Abs. 2 und 3 Baugesetzbuch aufweisen, welche durch Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen zugleich nicht behoben werden oder behoben werden können, werden nicht gefördert.
- Gebäude, die wegen einer Unvereinbarkeit mit einem rechtskräftigen Bebauungsplan nicht stehen bleiben können oder Gebäude, die im Geltungsbereich einer Veränderungssperre (Ausnahmen möglich) liegen, werden nicht gefördert.

Förderfähige Maßnahmen:
BEREICH WÄRMEDÄMMUNG

6.1 Thermografiegutachten (bei Bestandsbauten)

Anforderung:
Zur Aufdeckung von Wärmeverlusten an der Außenhülle eines Gebäudes werden Thermografiegutachten gefördert.In Anlehnung an die Richtlinie des Verbandes für angewandte Thermografie (VATh) sind folgende Mindestanforderungen einzuhalten:

Qualifikation Thermografien/ Thermograf
Die Qualifikation der Thermografin bzw. des Thermografen muss in Anlehnung an die Richtlinien des Bundesverbandes für Angewandte Thermografie mindestens der Stufe 2 entsprechen.

Thermografiegutachten
Die Thermografiegutachten müssen mindestens enthalten:

  1. Die Thermografieaufnahmen (Thermogramme)
    - sind für alle zugänglichen Gebäudeseitenflächen zu erstellen (mindestens vier Thermogramme pro Gebäude);
    - sind bei entsprechenden Witterungsverhältnissen (Außentemperatur < 5°C) durchzuführen.
  2. Der Beratungsbericht
    - muss der Hauseigentümerin, dem Hauseigentümer oder der Eigentümergemeinschaft als Ausdruck in einem persönlichen Beratungsgespräch übergeben werden.
    - muss in Anlehnung an die Richtlinie des VATh erstellt werden. Es müssen mindestens die folgenden Bestandteile enthalten sein: Objektbeschreibung, Klimadaten, Zeitpunkt der Messung, Angaben über das verwendete Thermografiesystem.
    - Für die Thermogramme sind mindestens die folgenden Punkte zu berücksichtigen: Beschriftung, geeignete Farbpalette, einheitlich skalierte Temperaturskala, Wiedergabe der Messsituation. Ebenso sind Besonderheiten am Objekt zu erläutern.
  3. Das Beratungsgespräch
    - dient zur qualifizierten Erläuterung der Thermogramme und zur Beratung über mögliche Einsparpotenziale und Maßnahmen im Bereich der Außenhülle.
    - muss vor Ort am Objekt stattfinden und u.a. folgende Inhalte thematisieren: Erläuterung zur Interpretation der Farbverläufe; Erläuterung der auf jedem Thermogramm zu erkennenden Schwachstellen; Maßnahmenempfehlungen hinsichtlich der erkannten Schwachstellen.
    -Der Umfang des Beratungsgesprächs muss mindestens 1 Stunde betragen (empfohlener Gesprächsumfang mindestens 1,5 Stunden).

Entspricht ein eingereichtes Thermografiegutachten nicht den Mindestanforderungen dieser Richtlinie, ist die Auszahlung des Zuschusses nicht möglich. Nachbesserungen sind ausgeschlossen.

Förderung:
Die Förderung beträgt:
• 50 % der Gesamtkosten (Thermografieaufnahmen und Beratungsgespräch) – maximal jedoch 150.

6.2 Wärmedämmung von Außenwänden, Dächern, Flachdächern, obersten Geschoss- und Kellerdecken (bei Bestandsbauten)

Anforderung:
Gefördert werden nachweislich fachgerecht ausgeführte Maßnahmen zur Verringerung der Wärmeverluste bei Bestandsbauten ohne Dämmung. Bei Bestandsbauten, bei denen eine unzureichende oder schlechte Bestandsdämmung zuvor beseitigt werden muss, wird die Neudämmung mit einem erhöhten Fördersatz unterstützt. Die höhere Fördersumme gegenüber der erstmaligen Dämmung ergibt sich aus der zusätzlichen Förderung der Entsorgung des alten Dämmmaterials.

Förderfähig ist die Wärmedämmung im Bereich des Baubestandes mit Ausnahme von unbeheizten Kellerräumen; eine unterseitige Dämmung der Kellerdecke wird dem Erdgeschoss zugeordnet. Bei Erweiterung bestehender Bauteile wird die ursprüngliche Bestandsfläche berücksichtigt. Bei Verkleinerung bestehender Bauteile wird die reduzierte Bestandsfläche berücksichtigt.

Die Förderung von Teilflächen von Gebäuden ist in begründeten Einzelfällen möglich. Die Mindestfläche für eine Förderung für die Dämmung von Außenwand, Dach, Flachdach und oberste Geschoßdecke beträgt 25 , für die Dämmung der Kellerdecke 20 m2

U-Werte:

Der Wärmedurchgangskoeffizient beschreibt die Dämmqualität eines Bauteils. Je kleiner der U-Wert ist, umso besser ist die Dämmqualität. Die folgenden maximalen Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) müssen eingehalten werden:

Außenwand: U-Wert 0,20 W/(m²K)
Dach: U-Wert 0,20 W/(m²K)
Flachdach: U-Wert 0,18 W/(m²K)*
Oberste Geschossdecke: U-Wert 0,18 W/(m²K)
Kellerdecke: U-Wert 0,27 W/(m²K)*


Ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des GebäudeEnergieGesetzes GEG 2018 müssen alle U-Wert-Anforderungen die Grenzwerte des GEG 2018 für bestehende Gebäude um mindestens 10 % unterschreiten. Die o.g. Werte bilden in jedem Fall den Mindeststandard.
*Das Umweltamt der Stadt Düsseldorf kann auf Antrag im Einzelfall von den U-Wert-Anforderungen für Flachdächer, Kellerdecken gemäß dieser Richtlinie befreien, wenn die zuständige Bauaufsichtsbehörde einer Befreiung nach § 25 EnEV bzw. einer entsprechenden Bestimmung des GEG 2018 zugestimmt hat. Ein U-Wert von 0,25 W/(m²K) für Flachdächer sowie 0,32 W/m²K für Kellerdecken muss jedoch mindestens eingehalten werden.

Erforderliche Nachweise:

Nachweise U-Wert

  • Nachvollziehbare und normgerechte Berechnung auf Basis nachgewiesener Baustoffe und Schichtdicken; die alleinige Angabe des Endergebnisses ist nicht ausreichend;
  • Sofern keine Nachweise zu dem im Bestand vorhandenen Mauerwerk vorgelegt werden können, z. B. Belege aus der Zeit der Errichtung des Gebäudes mit genauer Bezeichnung des Mauerwerksmaterials (Typ, Rohdichte), ist für das Bestandsmauerwerk von baujahrstypischen Aufbauten auszugehen, wie sie für die betreffenden Baualtersklasse in Gebäudetypologien veröffentlicht sind;
  • Sind mehrere unterschiedliche Wandaufbauten vorhanden (z. B. verschiedene Mauerwerksmaterialien, -dicken, Dämmmaterialien, schichtdicken), ist für jeden Wandaufbau eine eigene U-Wert Berechnung vorzulegen und aus den jeweiligen Flächenanteilen und Einzel-U-Werten der durchschnittliche U-Wert der gedämmten Außenwand nachvollziehbar zu berechnen;

Nachweise Dämmmaterial / Wärmebrücke

  • Nachweis(e) über die Wärmeleitfähigkeitsstufe(n) und Baustoffklassen der Dämmstoffe;
  • Nachweise über Maßnahmen zur Vermeidung von Wärmebrücken in den Anschlusspunkten Dach, oberste Geschossdecke, Kellerdecke, des Perimeteranschlusses und des Anschlusses der Außenwanddämmung an die Dachkonstruktion;
  • Bei einer Innendämmung: Vorlage eines bauphysikalischen Gutachtens über die zu dämmenden Bauteile inklusiver aller Anschlusspunkte.

Nachweis Lüftungskonzept
Für folgende Fälle ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 vorzulegen:

  • Sanierungen im Einfamilienhaus, bei denen mehr als 1/3 der Fenster ausgetauscht werden bzw. mehr als 1/3 der Dachfläche abgedichtet wird.
  • Vor diesem Hintergrund wird auch im Rahmen von Sanierungen einzelner Wohneinheiten die Erstellung eines Lüftungskonzeptes empfohlen.

Nachweis Dämmflächen

  • Nachweis Dämmfläche im Bereich des Baubestandes
  • Bei einer Neudämmung: Nachweis über die entsorgte Altdämmung

Sonstige Nachweise

  • Bei einer Dachbegrünung: Statiknachweis, dass das Flachdach über ausreichende Lastreserven zur Errichtung einer Dachbegrünung verfügt.

Nachweis fachgerechte Ausführung

  • Nach Abschluss der Maßnahme ist eine Bestätigung über die Einhaltung der geforderten Wärmedurchgangszahl und die sach- und fachgerechte Ausführung unter Berücksichtigung wärmebrückenrelevanter Details durch eine Fachfirma oder ein Ingenieurbüro vorzulegen.

Förderung:
Verwendung umweltfreundlicher Baustoffe bei der Wärmedämmung
Der Einbau umweltfreundlicher Dämmstoffe wird mit einer höheren Förderung honoriert. Der hier geltende Fördersatz ist unter den Punkten 6.2.1 – 6.2.6 jeweils mit der Abkürzung „umweltfrdl.“ gekennzeichnet. Anforderung an die Baustoffe:

  • Zertifizierung mit dem natureplus®- Qualitätszeichen oder
  • Zertifizierung mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“.


Informationen zu zertifizierten Baustoffen sind u.a. unter www.blauer-engel.de und www.natureplus.org zu finden.
Baustoffklassen der Dämmmaterialien nach DIN 4102-2 (Brandschutzklassen)
Der Einbau der Dämmstoffe wird differenziert nach seinem Brandverhalten gefördert, das in die Kategorien „nicht brennbar“, „schwer entflammbar“, „normal entflammbar“ unterteilt wird. Die Klassifizierung erfolgt nach den Baustoffklassen der DIN 4102-1 bzw. den bauaufsichtlichen Anforderungen nach Landesbauordnung (LBO). Die Klassifizierungen sind in nachfolgender Übersicht dargestellt:

Baustoffklasse nach DIN 4102-1Bauaufsichtliche Anforderung nach LBO
A1
Nicht brennbar
A2
B1Schwer entflammbar
B2Normal entflammbar
B3Leicht entflammbar - nicht zugelassen im Hochbau

Die Europäischen Klassifizierungen werden entsprechend der Angaben des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) zugeordnet.
Beim Einbau verschiedener Dämmstoffe (Kombination verschiedener Dämmstoffe für einen Bauteilquerschnitt) wird für die Bemessung der Fördersumme der mit dem geringsten Fördersatz als maßgebend angesetzt. Der Einbau von Dämmmaterial der Baustoffklasse A bzw. nicht brennbar allein für beispielsweise Brandriegel nach Landesbauordnung gilt nicht für eine Einstufung der Förderung mit der Brandschutzklasse A bzw. nicht brennbar.
6.2.1 Förderhöhe für die Wärmedämmung der Außenwand
Die Förderung beträgt:

umweltfrdl.           und
Baustoffklasse A1/A2
umweltfrdl.           und
Baustoffklasse B1/B2
alle anderen förderfähigen Dämmstoffe
30/m2 15/m2 10/m2
Neudämmung
33/m2 18/m2 13/m2

Als Bezugsfläche zur Bestimmung der Fördersumme gilt die übermessene Außenwandfläche (abzüglich Öffnungen größer 2,5 m2).

Bonus für die gleichzeitige Ausführung von Wärmedämmung der Außenwand und Erneuerung von Fenstern
Bei einer gleichzeitigen Bauausführung von Außenwanddämmung und Fenstererneuerung wird ein Bonus von 2 % der anrechenbaren Bruttoinvestitionskosten für die Bauausführung der Außenwanddämmung gewährt. Mindestvoraussetzung ist, dass für eine der Maßnahmen eine Förderung nach der vorliegenden Richtlinie beantragt und gewährt wurde.
Wenn nur eine der o.g. Maßnahmen förderfähig ist, kann eine Bonusförderung in Höhe von 2 % der anteiligen Brutto-Investitionskosten gewährt werden, sofern die U-Wert-/Uw-Wert- Anforderungen unter Punkt 6.2 und 6.3 jeweils erfüllt sind.

6.2.2 Förderhöhe für die Wärmedämmung der Dachflächen

Die Förderung beträgt:

umweltfrdl. und Baustoffklasse A1/A2 umweltfrdl. und Baustoffklasse B1/B2 alle anderen förderfähigen Dämmstoffe
15/m2 10/m2 8/m2
Bei Neudämmung
18/m2 13/m2 11/m2

 

Sofern Kosten für eine Entrümpelung des Dachbodens belegt werden, erhöht sich die Fördersumme pauschal um 10 %, mindestens jedoch um 200,00 €.

6.2.3 Förderhöhe für die Wärmedämmung der obersten Geschossdecke
Die Förderung beträgt:

umweltfrdl. und Baustoffklasse A1/A2 alle anderen förderfähigen Dämmstoffe
12/m2 8/m2


Sofern Kosten für eine Entrümpelung des Dachbodens belegt werden, erhöht sich die Fördersumme pauschal um 10 %, mindestens jedoch um 200,00 €.

6.2.4 Förderhöhe für die Wärmedämmung eines Flachdachs
Die Förderung beträgt:

umweltfrdl. und Baustoffklasse A1/A2 umweltfrdl. und Baustoffklasse B1/B2 alle anderen förderfähigen Dämmstoffe
15/m2 10/m2 8/m2
Neudämmung
18/m2 13/m2 11/m2

 

6.2.5 Förderhöhe für die Wärmedämmung eines Flachdachs in Kombination mit einer Dachbegrünung

Im Rahmen einer Dachbegrünung sind Abdichtungs- und Dämmschichten, die Dränschichten, das Substrat, die Pflanzen und die entsprechenden Errichtungskosten der genannten Schichten förderfähig.
Die Förderung beträgt:
• 50 % der förderfähigen Brutto-Investitionskosten – maximal jedoch

umweltfrdl. und Baustoffklasse A1/A2 umweltfrdl. und Baustoffklasse B1/B2 alle anderen förderfähigen Dämmstoffe
30/m2 25/m2 23/m2


6.2.6 Förderhöhe für die Wärmedämmung der Kellerdecke

Die Förderung beträgt:

umweltfrdl. und Baustoffklasse A1/A2 alle anderen förderfähigen Dämmstoffe
12/m2 8/m2

 

6.3 Erneuerung von Fenstern
Anforderung:

Gefördert wird die nachweislich fachgerecht ausgeführte Fenstererneuerung bei Bestandsbauten. Bei Erweiterung bestehender Fensteröffnungen wird die ursprüngliche Bestandsfläche berücksichtigt. Bei Verkleinerung bestehender Fensteröffnungen wird die reduzierte Bestandsfläche berücksichtigt.

Materialvoraussetzungen
Die Nachhaltigkeit von Fensterrahmen ergibt sich durch die verwendeten Materialien, an die hohe Anforderungen gestellt werden. Förderfähig ist der Einbau von:

  • Holzrahmen (ggf. mit Aluminiumkaschierung) aus
    - einheimischen Hölzern aus deutschen Wäldern;
    - Import- und Tropenhölzern mit FSC- oder PEFC-Zertifikat;
  • Kunststoffrahmen aus
    - Polyvinylchlorid (PVC) mit einem Recyclat-Anteil von mindestens 60 %;
    - Polypropylen, Polyurethan und Polyethylen.


Reine Aluminiumrahmen sind nur in begründeten Ausnahmefällen förderfähig, wie beispielsweise aus Gründen der Statik oder zur Erhaltung eines denkmalgeschützten Erscheinungsbildes.

Uw-/Ud-Wert
Ein maximaler Wärmedurchgangskoeffizient Uw-/Ud-Wert von 1,10 W/m²K für Fenster und Haustüren muss eingehalten werden.

Ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des GebäudeEnergieGesetzes GEG 2018 müssen zudem alle U-Wert-Anforderungen die Grenzwerte des GEG 2018 für bestehende Gebäude um mindestens 10 % unterschreiten. Die o.g. Werte sind jedoch mindestens einzuhalten.

Zusammenhängender Austausch
Um möglichst große Energiespareffekte anzuregen, wird ein zusammenhängender Fensteraustausch gefördert. Dieser liegt vor, wenn

  • alle Fenster in einer Nutzungseinheit erneuert werden,
  • alle Fenster auf einer Etage erneuert werden,
  • alle Fenster in einer Dachebene erneuert werden oder
  • alle Fenster bei der gesamten Hausfront erneuert werden


Die Erneuerung einzelner Fenster wird nur gefördert, wenn für nicht ausgetauschte Fenster im Bereich einer Nutzungseinheit/ einer Etage/ einer Dachebene/ einer Hausfront ein Uw-Wert <= 1,70 W/m²K (= Anforderung der Energieeinsparverordnung EnEV 2002) belegt wird. Die Erneuerung von Haustüren wird grundsätzlich nur gefördert, wenn es sich um Bestandshaustüren handelt und der Haustüraustausch im Zusammenhang mit einer oben genannten Fenstererneuerung erfolgt.

Erforderliche Nachweise:
Nachweis Uw-/Ud-Wert:

  • Der Wärmedurchgangskoeffizient (Uw-Wert) des Gesamt-Fensters (Verglasung, Randverbund, Sprossen, Rahmen) ist den technischen Produkt-Spezifikationen zu entnehmen oder nach DIN EN ISO 10077-1 für ein in den Produktspezifikationen üblicherweise verwendetes Rohbau - Fenstermaß von 1,23 m x 1,48 m zu ermitteln. Alternativ können individuelle, objektbezogene Uw-Wert Berechnungen eingereicht werden. Der Ud-Wert-Nachweis erfolgt entsprechend.


Nachweis Wärmebrücke

  • Nachweise über Maßnahmen zur Vermeidung von Wärmebrücken im Bereich der Fensterlaibungen (Ausbildung Anschlüsse zwischen Fenster und –laibung)


Nachweis Lüftungskonzept
Für folgende Fälle ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 vorzulegen:

  • Sanierungen im Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus oder bei gemischt genutzten Gebäuden (Wohnen/Gewerbe), bei denen mehr als 1/3 der Fenster ausgetauscht werden.
  • Für Sanierungen, bei denen nach Austausch der Fenster der U-Wert der Außenwand schlechter ist als der Uw-Wert der neuen Fenster, ist ebenfalls ein Lüftungskonzept vorzulegen, um die mögliche Gefahr von Schimmelpilzbildung zu prüfen.

Nachweis Fensterfläche

  • Nachweis Bestandsfensterfläche

Nachweis fachgerechte Ausführung

  • Nach Abschluss der Maßnahme ist eine Bestätigung über die Einhaltung der geforderten Wärmedurchgangszahl und die sach- und fachgerechte Ausführung unter Berücksichtigung wärmebrückenrelevanter Details durch eine Fachfirma oder ein Ingenieurbüro vorzulegen.


Förderung:
Die Förderung beträgt in Abhängigkeit vom verwendeten Rahmenmaterial:

  • Holz aus deutschen Wäldern (mit/ohne Aluminium-Kaschierung
  • PVC mit 60 % Recyclat-Anteil
  • Polyethylen
    Polypropylen
    Polyurethan
  • Import-/Tropenholz mit FSC-/PEFC-Zertifizierung




Euro 100,00/m2Euro 50/m2

Bonus für die gleichzeitige Ausführung von Wärmedämmung der Außenwand und Erneuerung von Fenstern
Bei einer gleichzeitigen Bauausführung von Außenwanddämmung und Fenstererneuerung wird ein Bonus von 2 % der anrechenbaren Bruttoinvestitionskosten für die Bauausführung der Fenstererneuerung gewährt. Mindestvoraussetzung ist, dass für eine der Maßnahmen eine Förderung nach der vorliegenden Richtlinie beantragt und gewährt wurde.

Wenn nur eine der o.g. Maßnahmen förderfähig ist, kann eine Bonusförderung in Höhe von 2 % der anteiligen Brutto-Investitionskosten gewährt werden, sofern die U-Wert-/ Uw-Wert- Anforderungen unter Punkt 6.2 und 6.3 jeweils erfüllt sind.

6.4 Wärmedämmung im Bereich von denkmal- und satzungsgeschützten Gebäuden (bei Bestandsbauten)

Anforderung:
Eine Wärmedämmung im Bereich von Baudenkmälern, Gebäuden in Denkmalbereichen sowie im örtlichen Geltungsbereich einer Erhaltungs- und/oder Gestaltungssatzung, welche nicht der U-Wert-Anforderung gemäß Punkt 6.2 entspricht, kann unter folgenden Voraussetzungen gefördert werden:

  • Die Genehmigung der zuständigen Behörde (Untere Denkmalbehörde / Bauaufsichtsamt) liegt vor.
  • Es ist die nach den Auflagen des Denkmalschutzes oder die nach den Vorgaben zum Schutz der erhaltenswerten Bausubstanz maximale Dämmung einzubauen. Folgende Mindestanforderungen sind einzuhalten:
    - Außenwand: U-Wert 0,45 W/m²*K
    - Fenster: Uw-Wert 1,40 W/m²*K
    - Dach: Die maximal mögliche Dämmschichtdicke (Sparrentiefe) wird mit einem Dämmstoff mindestens der Wärmeleitfähigkeitsstufe 035 ausgefüllt.
  • Die Maßnahme(n) wird/werden entsprechend der Vorgaben der zuständigen Behörde ausgeführt.

Die Bewilligung und Auszahlung von Fördermitteln erfolgt unter folgenden Voraussetzungen:

  • für Maßnahmen im Bereich von Baudenkmalen und Gebäuden in Denkmalbereichen ist die Schlussabnahme durch die Untere Denkmalbehörde zu belegen;
  • für Maßnahmen im Bereich von satzungsgeschützten Gebäuden ist die satzungskonforme Ausführung durch den Antragsteller zu bestätigen.

Förderung:
Es gelten die unter Punkt 6.2 und 6.3 genannten Fördersätze.

BEREICH OPTIMIERTE WÄRMEERZEUGUNG

6.5 Optimierung von Heizungsanlagen (Heizungszentrale und Heizungsnetz bei Bestandsbauten)

Es werden der hydraulische Abgleich von Pumpenwarmwasserheizungen, der Austausch von Heizungsumwälzpumpen und der Austausch von Thermostatventilen und Thermostatköpfen im Bereich bestehender Heizungsanlagen gefördert, welche nachweislich mindestens ein Jahr im Betrieb sind. Sofern die Heizungsoptimierung zusammen mit einem Austausch von wesentlichen Komponenten wie Wärmeerzeuger (Heizkessel), Heizungsnetz, Heizkörper erfolgt, ist diese nicht dem Bestand zuzuordnen. Der Austausch von Heizungsanlagen wird nicht gefördert.

6.5.1 Hydraulischer Abgleich einer Heizungsanlage im Bestand

Anforderung:
Gefördert wird ein fachgerechter hydraulischer Abgleich mit folgenden Arbeitsschritten:
- Abschätzung/Berechnung der Heizlast;
- Ermittlung der maximal benötigten Heizwassermassenströme;
- Abschätzung/Berechnung der Druckverluste;
- Auswahl der Thermostatventile;
- Auslegung der Umwälzpumpe;
- Anpassung der Heizungsregelung;
- Einstellung und Dokumentation aller ermittelten Werte.

Es sind alle mit dem hydraulischen Abgleich im Zusammenhang stehenden Leistungen mit zugeordneten Arbeitsstunden eindeutig und von anderen Leistungen (Austausch Thermostatventile/-köpfe, etc.) getrennt auszuweisen. Sofern einzelne Leistungen im Vorfeld zur Angebotsabgabe durchgeführt wurden (z.B. Abschätzung der Heizlast) können diese nicht nachträglich gefördert werden.
Die Bewilligung und Auszahlung der Fördermittel erfolgt, wenn der ausführende Installationsbetrieb die fachgerechte Durchführung des hydraulischen Abgleichs bestätigt und entsprechend dokumentiert hat. Dabei müssen die Arbeitsschritte mit entsprechenden Angaben zur neuen Einstellung der Vorlauftemperatur, Pumpe etc. belegt werden.

Förderung:
Die Förderung beträgt:
• 20 % der Bruttokosten gemäß der Schlussrechnung

6.5.2 Austausch von Heizungsumwälzpumpen einer Heizungszentrale im Bestand

Anforderung:
Gefördert werden ausschließlich Pumpen mit einem Energie-Effizienz-Index (EEI) kleiner/gleich 0,20 nach der EU-Richtlinie für Energie verbrauchende bzw. Energiebezogene Produkte, die nach dem Wirkprinzip des Drehstrom-Synchronmotors mit Permanentmagnet-Rotor funktionieren. Sofern der Austausch von Brauchwasserpumpen beantragt wird, sind diese nur dann förderfähig, wenn der Nachweis erbracht wird, dass sie in das Heizungssystem eingebunden sind.

Die Bewilligung und Auszahlung der Fördermittel erfolgt, wenn der ausführende Installationsbetrieb die fachgerechte Ausführung sowie die fachgerechte Entsorgung der alten Pumpe(n) bestätigt hat.

Förderung:
Die Förderung beträgt:
• 50 % der Bruttokosten (Montage- und Produktkosten) pro ausgetauschte Umwälzpumpe gemäß der Schlussrechnung.

6.5.3 Austausch von Thermostatventilen und Thermostatköpfen

Anforderung:
Gefördert wird der Einbau von voreinstellbaren Thermostatventilen und sogenannten „intelligenten“ Thermostatköpfen, die gemäß dem TELL Thermostatic Efficiency Label mit der Energieeffizienzkennzeichnung der Stufe „A“ bzw. nach dem Energie-Effizienz-Index (EEI) kleiner/gleich 0,50 klassifiziert sind oder das Prüfzeichen Keymark tragen.

Die Bewilligung und Auszahlung der Fördermittel erfolgt, wenn der ausführende Installationsbetrieb die fachgerechte Ausführung sowie die fachgerechte Entsorgung der alten Thermostatventile/-köpfe bestätigt hat.

Alternativ können für den Austausch der Thermostatköpfe Kopien der Kaufquittungen sowie die ausgebauten alten Thermostatköpfe eingereicht werden.

Förderung:
Die Förderung beträgt:

  • 10 pro Thermostatventil oder Thermostatkopf
  • Bei gleichzeitigem Austausch von Thermostatventil und zugeordnetem
    Thermostatkopf erhöht sich die Förderung auf 15

6.6 Optimierung der dezentralen Warmwasserbereitung (im Bestand)

Anforderung
Gefördert wird der Austausch hydraulischer Durchlauferhitzter durch vollelektronisch geregelte Durchlauferhitzer mit einer Leistung bis 30 kW, sofern folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Eine Erfassung des Wasser- und Energieverbrauchs ist möglich (Verbrauchsanzeige am Gerät/Display);
  • die eingebauten Durchlauferhitzer weisen mindestens die Energieeffizienzklasse „A“ auf.

Die Bewilligung und die Auszahlung der Fördermittel erfolgt, wenn der ausführende Installationsbetrieb die fachgerechte Ausführung sowie die fachgerechte Entsorgung des/der alten Durchlauferhitzer/s bestätigt hat.

Förderung
Die Förderung beträgt:

  • 30 % der Bruttokosten (Montage- und Produktkosten) pro ausgetauschten Durchlauferhitzer gemäß der Schlussrechnung.

 
BEREICH BONUS
6.7 Bonus für energetische Sanierungsprojekte (bei Bestandsbauten)

Anforderung:
Wenn es bei einer Immobilie im Zuge einer energetischen Sanierung zu sehr hohen Energieeinsparungen kommt, welche zum Effizienzhaus 70- oder 55-Standard der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) führen, so wird dies zusätzlich honoriert. Voraussetzung ist, dass für mindestens eine der Sanierungsmaßnahmen aus dem Förderprogramm „Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten in Düsseldorf“ ein Antrag bewilligt wurde.

Der durch die Sanierung erreichte energetische Standard ist mit nachfolgenden Unterlagen zu belegen:

  • Berechnung Jahres-Primärenergiebedarf (gemäß EnEV*),
  • Berechnung Transmissionswärmeverlust HT´ (gemäß EnEV, bezogen auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche),
  • Kopie Bauabnahme oder Abschlussbericht über die Prüfung der Bauausführung als Bestandteil der baubegleitenden Qualitätssicherung;
  • Nachweis über die Durchführung einer Luftdichtemessung durch eine qualifizierte Fachkraft.


*Nach Inkrafttreten erfolgt die Berechnung nach den entsprechenden Vorgaben des GebäudeEnergieGesetzes GEG 2018.
Alternativ werden auch die Förderbewilligung der KfW zum Effizienzhaus 70- oder 55-Standard, welche durch die Gewährung eines (Tilgungs-) Zuschusses erfolgt oder die Zertifizierung mit dem RAL-Gütezeichen Niedrigenergie-Bauweise (www.guetezeichen-neh.de) als Nachweis anerkannt.

Förderung:
Der Bonus beträgt:

• KFW-Effizienzhaus 70 Standard: 2.500
• KFW-Effizienshaus 55-Standard: 5.000


BEREICH FERNWÄRME

6.6 Optimierung der dezentralen Warmwasserbereitung (im Bestand)

Anforderung:
Gefördert wird der Austausch hydraulischer Durchlauferhitzter durch vollelektronisch geregelte Durchlauferhitzer mit einer Leistung bis 30 kW, sofern folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Eine Erfassung des Wasser- und Energieverbrauchs ist möglich (Verbrauchsanzeige am Gerät/Display);
  • die eingebauten Durchlauferhitzer weisen mindestens die Energieeffizienzklasse „A“ auf.

Die Bewilligung und die Auszahlung der Fördermittel erfolgt, wenn der ausführende Installationsbetrieb die fachgerechte Ausführung sowie die fachgerechte Entsorgung des/der alten Durchlauferhitzer/s bestätigt hat.

Förderung:
Die Förderung beträgt:

  • 30 % der Bruttokosten (Montage- und Produktkosten) pro ausgetauschten Durchlauferhitzer gemäß der Schlussrechnung.

6.7 Bonus für energetische Sanierungsprojekte (bei Bestandsbauten)
Anforderung:
Wenn es bei einer Immobilie im Zuge einer energetischen Sanierung zu sehr hohen Energieeinsparungen kommt, welche zum Effizienzhaus 70- oder 55-Standard der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) führen, so wird dies zusätzlich honoriert. Voraussetzung ist, dass für mindestens eine der Sanierungsmaßnahmen aus dem Förderprogramm „Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten in Düsseldorf“ ein Antrag bewilligt wurde.

Der durch die Sanierung erreichte energetische Standard ist mit nachfolgenden Unterlagen zu belegen:

  • Berechnung Jahres-Primärenergiebedarf (gemäß EnEV*),
  • Berechnung Transmissionswärmeverlust HT´ (gemäß EnEV*, bezogen auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche),
  • Kopie Bauabnahme oder Abschlussbericht über die Prüfung der Bauausführung als Bestandteil der baubegleitenden Qualitätssicherung;
  • Nachweis über die Durchführung einer Luftdichtemessung durch eine qualifizierte Fachkraft.


*Nach Inkrafttreten erfolgt die Berechnung nach den entsprechenden Vorgaben des GebäudeEnergieGesetzes GEG 2018.

Alternativ werden auch die Förderbewilligung der KfW zum Effizienzhaus 70- oder 55-Standard, welche durch die Gewährung eines (Tilgungs-) Zuschusses erfolgt oder die
Zertifizierung mit dem RAL-Gütezeichen Niedrigenergie-Bauweise (www.guetezeichen-neh.de) als Nachweis anerkannt.

Förderung:
Der Bonus beträgt:

KFW-Effizienzhaus 70-Standard 2.500
KFW-Effizienshaus55-Standard 5.000


Sofern ein Baukostenzuschuss für größere Entfernungen vom Netz zur Übergabestation angesetzt wird, erhöht sich die Fördersumme

• für Entfernungen von über 10 bis 25 Meter:um 500
• für Entfernungen von über 25 Meter:um 1.000

 

BEREICH FERNWÄRME

6.8 Neuanschluss an die Fernwärme (bei Bestands- und Neubauten)

Anforderung:
Gefördert wird der Neuanschluss an die Fernwärme bei Bestands- und Neubauten. Die Förderung ist ausgeschlossen, wenn ein bestandskräftiger Bebauungsplan für das Gebäude einen Anschluss an das Fernwärmenetz vorschreibt.

Für die Bewilligung und Auszahlung der Fördermittel sind die Kopie(n) der vollständigen Rechnung(en) zur Herstellung des Hausanschlusses und dem Einbau der Fernwärmeübergabestation vorzulegen. Dabei muss die Nennleistung des Hausanschlusses und der Fernwärmeübergabestation belegt werden.

Förderung:
Die Förderung beträgt nach der Anschluss-Wärmeleistung für Wärmeübergabestationen und Hausanschlüsse:

  • bis 25 kW
  • über 25 bis 50 kW
  • über 50 kW
€ 3.000
€ 2.250
€ 2.000

Die Fördersumme erhöht sich:

  • für den Einbau einer Fernwärme-Etagenheizung: um € 500 je Etagenheizung
  • für Entfernungen vom Netz zur Übergabestation über 10 bis 25 Meter: um € 500
  • für Entfernungen vom Netz zur Übergabestation über 25 Meter: um € 1.000

6.9 Neuanschluss an die Fernwärme in Modellquartieren (bei Bestands- und Neubauten)

Anforderung:
Im Rahmen eines Sonderprojektes wird innerhalb ausgewiesener Modellquartiere wie beispielsweise im Modellquartier Bilk (Karte 2 im Anhang) der Anschluss an die Fernwärme besonders gefördert.

Für die Bewilligung und Auszahlung der Fördermittel sind die Kopie(n) der vollständigen Rechnung(en) zur Herstellung des Hausanschlusses und dem Einbau der Fernwärmeübergabestation vorzulegen. Dabei muss die Nennleistung des Hausanschlusses und der Fernwärmeübergabestation belegt werden.

Förderung:
Die Förderung beträgt nach der Anschluss-Wärmeleistung für Wärmeübergabestationen und Hausanschlüsse:

  • bis 25 kW € 4.000
  • über 25 bis 50 kW € 3.750
  • über 50 kW € 3.500


Die Fördersumme erhöht sich:

  • für den Einbau einer Fernwärme-Etagenheizung: um € 500 je Etagenheizung
  • für Entfernungen vom Netz zur Übergabestation über 10 bis 25 Meter: um € 500
  • für Entfernungen vom Netz zur Übergabestation über 25 Meter: um € 1.000

 

BEREICH REGENERATIVE ENERGIE

6.10 Technischen Anlagen zur Nutzung der Solarenergie (bei Bestands- und Neubauten)

6.10.1 Thermische Solaranlagen

Anforderung:
Gefördert wird der Einbau thermischer Solaranlagen zur Warmwasserbereitung und zur Heizungsunterstützung. Solaranlagen die ganz der Schwimmbadwasser-Heizung dienen, sind von der Förderung ausgeschlossen.

Es wird der Neueinbau folgender Komponenten vorausgesetzt:

  • Kollektoren mit gültigem Prüfzeichen „Solar Keymark“;
  • Solarkreis einschließlich Solarstation und Regelung;
  • von der Solaranlage beladenen Warmwasser-, Puffer- oder Kombispeicher;
  • Wärmemengenzähler oder Funktionskontrollgerät bzw. entsprechende in das Regelgerät integrierte Funktionen.

Für Solaranlagen, bei denen eine oder mehrere dieser Komponenten bei Antragstellung bereits eingebaut bzw. deren Einbau beauftragt waren oder die teilweise der Schwimmbadheizung dienen, verringern sich die nachfolgend genannten Fördersätze bzw. der Pauschalbetrag je um 20%. Bestehende Anlagen werden nicht nachträglich gefördert.

Mindestanforderung für Anlagen zur Warmwasserbereitung:
Der solare Mindestdeckungsanteil beträgt mindestens:

  • Gebäude mit 1 u. 2 Wohneinheiten (WE) /Nutzungseinheiten ( NE) 50%
  • Gebäude ab 3 WE/NE 30%
  • Gebäude ab 6 WE/NE 20%

jeweils bezogen auf den nachgewiesenen bzw. über die Bewohnerzahl/Nutzerzahl oder die Wohnfläche/Nutzfläche ermittelten Nutzenergiebedarf zur Warmwasserbereitung (Qw).

Zusätzliche Mindestanforderung für Anlagen zur Warmwasserbereitung mit Heizungsunterstützung:
Der solare Deckungsanteil beträgt mindestens:
• für alle Gebäudetypen: 8%
bezogen auf den nachgewiesenen bzw. über die Bewohnerzahl/Nutzerzahl oder die Wohnfläche/Nutzfläche ermittelten Nutzenergiebedarf zur Beheizung des Gebäudes (Qh).

Die Berechnungen zu den solaren Mindestdeckungsanteilen sind durch computergestützte Berechnung mit einem Simulations- oder Auslegungsprogramm (z. B. T-Sol, GetSolar, F-Chart, o.ä.) mit zahlenmäßiger Angabe der Monatssummen (in Kilowattstunden) des Wärmeertrages der Solaranlage zu belegen.
Bei Anlagen mit Heizungsunterstützung gilt: Für die Monate Juni, Juli und August werden nur die der Warmwasserbereitung zurechenbaren Wärmeerträge angerechnet, für „Heizung“ ausgewiesene Wärmeerträge bleiben in diesen Monaten unberücksichtigt.

Förderung:
Die Förderung beträgt für Solarthermie-Anlagen zur Warmwasserbereitung:

für Gebäude mit 1 und 2 WE/NE: 1.000 pro Gebäude und Anlage
für alle anderen Gebäudetypen: 150 pro m2 für die ersten 20 m2 Absorberfläche
100,- für jeden m2 über 20 m2 Absorberfläche


Die Förderung beträgt für Solarthermie-Anlagen zur Warmwasserbereitung mit Heizungsunterstützung:

für alle Gebäudetypen: 200 pro m2 für die ersten 20 m2 Absorberfläche
120,- für jeden m2 über 20 m2 Absorberfläche


Sofern Vakuumröhrenkollektoren verwendet werden, erhöht sich die Fördersumme pauschal um 25 Prozent. Der maximale Fördersatz beträgt 20% der Brutto- Investitionskosten.

6.10.2 Photovoltaik-Anlagen

Anforderung:
Gefördert wird die Neuinstallation von Photovoltaik (PV)- Anlagen mit einer installierten Leistung bis 30 Kilowattpeak (kWp), wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Es werden PV-Module verwendet, für die von einer anerkannten Prüfstelle die Einhaltung der Mindestanforderungen nach IEC 61215/EN 61215 bzw. IEC 61646/EN 61646 und SLK II/EN 61730 bestätigt werden.
  • Die technischen Vorgaben nach § 9 EEG 2017 werden eingehalten (Vorrichtung zur Begrenzung der maximalen Wirkleistungseinspeisung auf 70 Prozent der installierten Leistung oder technische Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung).

Die Bewilligung und Auszahlung der Fördermittel erfolgt, wenn die ordnungsgemäße, sichere Installation und Inbetriebnahme der PV- Anlage gemäß gültiger Normen und Regelwerke durch ein geeignetes Fachunternehmen bescheinigt wird (Inbetriebnahme-Protokoll). Alternativ wird der so genannte „PV-Anlagenpass“ als Nachweis anerkannt. (http://www.photovoltaik-anlagenpass.de/)

Förderung:
Die Förderung beträgt:

  • für Anlagen bis 10 kWp: pauschal 500;
  • für Anlagen größer 10 bis 30 kWp: 7,5 % der anrechenbaren Brutto- Investitionskosten.

6.10.3 Speichersysteme für Photovoltaik- Anlagen

Anforderung:
Gefördert wird die Neuinstallation von stationären Batteriespeichersystemen in Kombination mit erstmalig errichteten und bestehenden PV- Anlagen mit einer installierten Leistung von maximal 30 kWp und Inbetriebnahmedatum nach dem 31.12.2012. Die Einspeiseleistung am Netzanschlusspunkt darf maximal 60 % der installierten Leistung betragen.

Die Förderung setzt das Vorhandensein folgender technischer Komponenten voraus:

  • Speichertechnik auf Basis von Lithium-Ionen-Batterien mit einer Zeitwertersatzgarantie für einen Zeitraum von 7 Jahren;
  • Energiezähler zur Erfassung relevanter Messgrößen;
  • Batteriewechselrichter bei elektrischer Einbindung des Speichersystems nach dem Wechselrichter der Solaranlage (AC- Kopplung).

Die Bewilligung und Auszahlung der Fördermittel erfolgt, wenn die ordnungsgemäße, sichere Installation und Inbetriebnahme des Batteriespeichersystems gemäß gültiger Normen und Regelwerke durch ein geeignetes Fachunternehmen bescheinigt wird.
Alternativ wird der so genannte „PV-Speicherpass“ als Nachweis anerkannt.
(http://www.photovoltaik-anlagenpass.de/)

Förderung:
Die Förderung beträgt:

  • 20 % der anrechenbaren Brutto- Investitionskosten für den Einbau eines Batteriespeichersystems (einschließlich Gerätekosten). Für jede bestehende und erstmalig errichtete PV- Anlage ist die Anzahl der förderfähigen Batteriespeichersysteme auf ein Speichersystem begrenzt.

BEREICH LÜFTUNGSANLAGEN

6.11 Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung (bei Bestands- und Neubauten)

Anforderung:
Zum Zweck der kontrollierten (Wohn-)Raumlüftung werden zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung gefördert, welche folgende Anforderungen erfüllen:

  • Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt); alternativ ist die Einhaltung der baurechtlichen Vorschriften (Brandschutz, etc.) durch die Bescheinigung eines Unternehmers oder Sachverständigen nachzuweisen;
  • Wärmerückgewinnung (WRG) größer 80 %;
  • Schallpegel der Lüftungsanlage im Wohn-/Schlafbereich maximal 30 dB(A);
  • Energieeffizienzklasse „A“ und besser

Die Bewilligung und Auszahlung der Fördermittel erfolgt, wenn die fachgerechte Planung und Ausführung der Lüftungsanlage sowie die sichere Installation nach den anerkannten Regeln der Technik durch einen geeigneten Fachbetrieb bescheinigt wird.

Förderung:
Die Förderung beträgt:

  • für dezentrale Lüftungsanlagen 15 % der Brutto-Gerätekosten
  • für zentrale Lüftungsanlagen in Gebäuden mit 1 und 2 Nutzungseinheiten pauschal 1.200 und für alle anderen Gebäudetypen 800 pro Nutzungseinheit

BEREICH ENERGIEERZEUGUNG

6.12 Maßnahmen zur rationellen Wärmeerzeugung (bei Bestands- und Neubauten)
Anforderung:
Gefördert wird der erstmalige Einbau von wärmegeführten Blockheizkraftanlagen und von Wärmepumpen.

Die Förderung ist jeweils grundsätzlich ausgeschlossen
- bei Anlagen in Gebäuden, die an die Nah-/ oder Fernwärmeversorgung angeschlossen sind oder werden sollen oder
- wenn das Objekt in den gemäß der der Richtlinie als Anhang beigefügten Karte 1 vorgesehenen Fernwärme-Ausbaugebieten liegt. Bescheinigt die Netzgesellschaft Düsseldorf mbH, dass in dem Fernwärme-Vorranggebiet das Objekt in den nächsten drei Jahren keinen Fernwärmeanschluss erhalten kann, so kann die Anlage dennoch gefördert werden.
- bei Anlagen die vollständig der Schwimmbadwasser-Heizung dienen

Bei Anlagen, die teilweise der Schwimmbadwasser-Heizung dienen, verringern sich die nachfolgend genannten Fördersätze bzw. Pauschalbeträge je um 20 %.

6.12.1 Kraft-Wärme-Kopplung/Blockheizkraftwerk (BHKW)
Anforderung
Gefördert wird der erstmalige Einbau von wärmegeführten Blockheizkraftanlagen (einschl. Spitzenlastkessel) mit einer Leistung bis 50 kWel, welche folgenden Anforderungen erfüllen:

  • Gesamtwirkungsgrad mindestens 85% (bezogen auf den Brennstoffeinsatz);
  • Energieeffizienzklasse „A+“ oder besser
  • Wenn die in der KWK- Anlage erzeugte Wärme zu mehr als 70% für die Bereitstellung von Raumwärme genutzt wird, so darf der maximale spezifische Wärmebedarf des Gebäudes 160 kWh/m²a (ohne Warmwasserbereitung) nicht übersteigen.

 
Die Maßnahme wird nur gefördert, wenn der erzeugte Strom bzw. die daraus resultierende Einspeisevergütung nachweislich den Bewohnerinnen und Bewohnern des Gebäudes zu Gute kommt.
Die Bewilligung und Auszahlung der Fördermittel erfolgt, wenn die ordnungsgemäße, sichere Installation und Inbetriebnahme der Blockheizkraftanlage/n gemäß gültiger Normen und Regelwerke durch ein geeignetes Fachunternehmen bescheinigt wird.

Förderung:
Die Förderung beträgt pro Anlage nach der installierten elektrischen Nennleistung,

bis max. Leistung 4 kWel 1.500 pro kWel
über 4 kWel bis 6 kWel 6000 + 1.000 pro kWel über 4 kWel
über 6 kWel bis 12 kWel 8000 +300 pro kWel über 6 kWel
über 12 kWel bis 25 kWel 9.800 +150 pro kWel über 12 kWel
über 25 kWel bis 50 kWel 11.750 +75 pro kWel über 25 kWel


6.12.2 Förderung von Wärmepumpen
Anforderung:
Es werden Sole/Wasser-Wärmepumpen (Erdwärmepumpen) gefördert, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Maximale Bohrtiefe 70 Meter;
  • die Genehmigung der Unteren Umweltschutzbehörde zur Sondenbohrung liegt vor;
  • der Betrieb erfolgt in Gebieten mit ausreichendem Wärmepotenzial (Beurteilung auf Basis des geothermischen Potenzials nach Geothermischer Karte Stadt Düsseldorf, siehe www.duesseldorf.de/saga/sanierung/fachwissen/geothermie.html
  • der spezifische Heizwärmebedarf des Gebäudes beträgt maximal 120 kWh/m²a.


Weiterhin werden Hybrid-Wärmepumpen gefördert, welche mehrere erneuerbare Energiequellen kombinieren (Geothermie, Solarthermie, Eisspeicher). Sofern Geothermie genutzt wird, sind die oben genannten Bedingungen vollumfänglich einzuhalten. Hybrid-Wärmepumpen ohne Geothermie-Anteil können gefördert werden, wenn der Heizwärmebedarf des Gebäudes maximal 120 kWh/m²a beträgt.

Sole/Wasser-Wärmepumpen mit Erdkollektoren sowie Luft/Wasser-Wärmepumpen sind von der Förderung ausgeschlossen. Für die Förderung von Wasser-Wasser-Wärmepumpen erfolgt eine Einzelfallentscheidung, die von der Genehmigung der Unteren Umweltschutzbehörde abhängt.

Für eine Förderung müssen Wärmepumpen folgende technische Eigenschaften aufweisen:

  • Jahresarbeitszahl JAZ ≥ 4 bei elektrischen Wärmepumpen;
  • Jahresarbeitszahl JAZ ≥ 1,5 bei gasbetriebenen Wärmepumpen;
  • Coefficient of Performance (COP)-Wert entspricht den Vorgaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA);
  • Energieeffizienzklasse „A+“ und besser.


Die Bewilligung und Auszahlung der Fördermittel erfolgt, wenn die ordnungsgemäße, sichere Installation und Inbetriebnahme der Wärmepumpenanlage/n gemäß gültiger Normen und Regelwerke durch ein geeignetes Fachunternehmen bescheinigt wird.

Förderung:
Die Förderung beträgt:
pro Anlage nach der installierten Nennwärmeleistung:

  • bis 25 kW € 2.000
  • über 25 bis 50 kW € 2.500
  • über 50 kW € 3.000

BEREICH INNOVATION

6.13 Innovative Sondermaßnahmen (bei Bestands- und Neubauten)

Anforderung:
Sondermaßnahmen können im Einzelfall gefördert werden, wenn damit ein hohes Maß an Energieeinsparung verwirklicht werden kann. Hierunter fällt z. B. der Bau von Plus-Energie-Häusern, der Einbau von transparenter Wärmedämmung, oder die Umsetzung innovativer Energiekonzepte (z. B. Anlagen mit Langzeitspeichern). Zur Ermittlung der Fördersumme ist eine Wirtschaftlichkeitsberechnung von Kosten und Erträgen sowie eine aussagefähige Beschreibung vorzulegen.

Förderung:
Die Fördersumme wird in Anlehnung an vergleichbare Fördersätze des jeweiligen Programms ermittelt, zu dem der Förderantrag zuzuordnen ist.

6.14 Wand-Ladestation für Elektroautos (bei Bestands- und Neubauten)

Anforderung:
Zum Laden eines Elektroautos können Wand-Ladestationen (Wallboxen) genutzt werden. Die Kosten für Erwerb und Installation einer Ladestation können gefördert werden, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Im Besitz der Antragstellerin, des Antragstellers befindet sich ein Elektroauto der EG-Fahrzeugklasse Klasse M1 und N1 oder wurde rechtsverbindlich bestellt, zugelassen sind Automobile mit reinem Elektroantrieb und Plug-In-Hybridantrieb;
  • die Antragstellerin, der Antragsteller nutzt eine Photovoltaik-Anlage mit mindestens 6 kWp Leistung inkl. Stromspeicher oder bezieht für ihren/seinen Haushalt 100% zertifizierten Ökostrom (zugelassene Zertifikate sind OK-Power-Label, Grüner Stromlabel, TÜV-Nord/-Zertifikat, TÜV-Süd-Zertifikat);
  • sofern die Wand-Ladestation über eine Ladeleistung über 11 kW verfügt, ist die Errichtung beim Energieversorger anzuzeigen.

Die Bewilligung und Auszahlung der Fördermittel erfolgt, wenn die ordnungsgemäße, sichere Installation und Inbetriebnahme der Wand-Ladestation gemäß gültiger Normen und Regelwerke durch ein geeignetes Fachunternehmen bescheinigt wird (Inbetriebnahme-Protokoll).

Förderung:
Die Förderung beträgt:
20% der Anschluss- und Gerätekosten. Die maximale Förderung pro installierte Ladestation beträgt 500 Euro.

6.15 Passivhäuser (bei Neubauten)

Anforderung:
Gefördert werden Gebäude in Passivhausbauweise, welche folgende Vorgaben erfüllen:

  • Die Vorgaben der EnEV* für Neubauten (Primärenergiebedarf, Transmissionswärmeverlust, sommerlicher Wärmeschutz, etc.) werden eingehalten;
  • ein Heizwärmebedarf von kleiner/gleich 15 kWh/(m²a) wird rechnerisch nachgewiesen;
  • die ausreichende Luftdichtigkeit des fertigen Gebäudes (n50-(Druckdifferenz)-Kennwert 0,6 1/h) wird durch ein geeignetes Ingenieurbüro mittels Blower-Door-Test belegt;
  • die sach- und fachgerechte Ausführung nach allgemein anerkannten Regeln der Technik unter Berücksichtigung wärmebrückenrelevanter Details wird durch den ausführenden Fachbetrieb oder ein Ingenieurbüro bestätigt.

*Nach Inkrafttreten sind die entsprechenden Vorgaben des GebäudeEnergieGesetzes GEG 2018 einzuhalten.
Alternativ wird auch die Passivhaus-Projektierungspaket (PHPP)-Zertifizierung des Passivhaus´ Instituts Darmstadt einschließlich EnEV-Nachweis anerkannt.

Förderung:
Die Förderung beträgt:

  • 40 je Quadratmeter Wohn- bzw. beheizte Nutzfläche, maximal 4.000 je Nutzungseinheit.
  • Die Durchführung des geforderten Blower-Door-Tests zur Feststellung der luftdichten Ausführung wird mit € 100 je Nutzungseinheit gefördert; die maximale Fördersumme für den Blower-Door-Test liegt je Antrag auf Passivhaus-Förderung bei € 1.500.

7. Einzelfallentscheidung

Das Umweltamt behält sich vor, bei Maßnahmen, die aufgrund spezieller Randbedingungen nicht in die vorgegebene Fördersystematik passen, zugunsten von klimaschützenden Effekten abweichende Einzelfallentscheidungen zu treffen. Diese sind begrenzt auf Förderungen bis zu einer Höhe von max. 4.500 Euro pro Antragstellerin bzw. Antragsteller und Maßnahmensumme und dürfen dem Grundgedanken der Förderrichtlinie nicht entgegenstehen.

8. Bewilligung und Auszahlung sowie Ausschlussfrist

Die Bewilligung eines Förderantrags und Berechnung der Förderhöhe erfolgt nach dem vollständigen Abschluss der Arbeiten. Hierzu ist das Formular zum Auszahlungsantrag mit den im Einzelnen geforderten Anlagen beim Umweltamt der Stadt Düsseldorf einzureichen. Aus der Schlussrechnung muss das Datum der Auftragserteilung, sowie der Ausführungszeitraum erkennbar sein.

Sofern der Antrag nicht vollständig ist, wird ein Schreiben zu den fehlenden Unterlagen versandt. Nach Einreichung der vollständigen Unterlagen wird der Antrag erneut auf seine Förderfähigkeit geprüft. Das Prüfergebnis wird schriftlich durch förmlichen Bescheid mitgeteilt. Im Fall einer positiven Prüfung wird der berechnete Förderbetrag bewilligt und ausgezahlt.

Maßgebend für die Bewertung der Förderfähigkeit und die Berechnung der Zuschüsse sind die Angaben der technischen Beschreibungen sowie der Schlussrechnungen.
Sofern die Ausführung einer Fördermaßnahme in Qualität und/oder Umfang in einem nicht nachvollziehbaren Maß von der Antragstellung abweicht, erfolgt eine erneute Überprüfung der Antragsunterlagen, bei der gegebenenfalls ergänzende Belege angefordert werden. Im Ergebnis kann dieses zu einer veränderten Förderhöhe führen.

Die Förderung aus dem Förderprogramm „Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten in Düsseldorf“ ist auf maximal 50 % der Gesamtkosten einer Maßnahme begrenzt. Die Förderhöchstgrenze ist auf maximal 50.000 Euro pro Antragstellerin bzw. Antragsteller und Jahr festgesetzt.

Die mit den Zuschüssen gedeckten Kosten dürfen nicht mietwirksam umgelegt werden.

Eine Kumulierbarkeit mit anderen Förder- und Zuschussprogrammen ist möglich, sofern dadurch nicht die maximale Förderhöhe von 50% der Gesamtkosten überschritten wird. In den Antragsformularen ist anzugeben, ob andere Fördermittel in Anspruch genommen werden.

Die Abruffrist der Fördermittel beträgt 18 Monate nach Bekanntgabe der Fördernummer. Fristbeginn ist die Bekanntgabe des Schreibens zur Feststellung der Förderfähigkeit und Zuteilung der Fördernummer. Danach ist der Anspruch ausgeschlossen. Im Ausnahmefall kann auf schriftlichen Antrag eine Fristverlängerung gewährt werden.

9. Erstattung der Fördermittel

Die Antragstellerin bzw. der Antragsteller ist verpflichtet, gewährte Fördermittel zurückzuzahlen, wenn von ihr bzw. ihm für dieselbe Maßnahme eine Förderung nach anderen Zuschuss-Programmen in Anspruch genommen wird, die dadurch die maximale Förderhöhe von 50% der Gesamtkosten überschreitet. Kreditprogramme und steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten können mit dem Förderprogramm „Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten in Düsseldorf“ kombiniert werden.

Die Fördermittel werden mit Verzinsung zurückgefordert, wenn die Zuwendung durch unrichtige oder unvollständige Angaben erwirkt wurde. Der Erstattungsanspruch der Stadt Düsseldorf ist mit seiner Entstehung fällig und von diesem Zeitpunkt verzinst nach § 49a VwVfG NRW (Verwaltungsverfahrensgesetz Nordrhein-Westfalen) zu erstatten.

10. Ausschluss des Rechtsanspruchs

Bei dem Förderprogramm „Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten in Düsseldorf“ handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Landeshauptstadt Düsseldorf. Ein Rechtsanspruch auf Bewilligung von Zuschüssen besteht daher nicht. Die Zuteilung erfolgt im Rahmen der haushaltsrechtlich zur Verfügung stehenden Mittel in der Reihenfolge des Eingangs der vollständigen prüfungsfähigen Anträge (einschließlich der zum Nachweis der richtlinienkonformen Fertigstellung der Maßnahmen geforderten Belege). Bei einer gravierenden Änderung der Finanzlage ist die Stadt berechtigt, das
Förderprogramm zu stoppen und keine Förderzusagen mehr zu erteilen. Dies ist anzunehmen, wenn die Änderung der Finanzlage zu einer haushaltswirtschaftlichen Sperre oder zu einem Haushaltssicherungskonzept in dem betreffenden Jahr führt oder geführt hat.

11. Inkrafttreten und Anwendbarkeit der Förderrichtlinie

Diese Förderrichtlinie tritt am 01.03.2018 in Kraft.

Sie ist für die ab dem 01.03.2018 eingegangenen Anträge anzuwenden.

Änderungen können jederzeit durch den Rat der Stadt Düsseldorf beschlossen werden. Die allgemeinen Förderrichtlinien der Stadt Düsseldorf gelten im Übrigen, soweit diese Richtlinie nicht etwas anderes bestimmt.

Anlage zur Förderrichtlinie