Zum 50. Todestag von Gustaf Gründgens

Gustaf Gründgens' letzte Zeilen, Manila 1963 (Slg. Gustaf Gründgens, Theatermuseum Düsseldorf)

"Lass' mich ausschlafen"

Veranstaltungsreihe von Düsseldorfer Schauspielhaus, Filmmuseum, Goethe-Museum und Theatermuseum

In der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober 1963 stirbt unerwartet der Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter Gustaf Gründgens (1899 - 1963) in Manila. Wenige Monate zuvor hatte er in einem letzten Interview mit Günter Gaus bekannt: "Ich habe in den letzten dreißig Jahren ... vergessen zu leben." Er wollte dies auf einer Weltreise nachholen, und nach allen bekannten Informationen, erscheint sein Tod wie die Reaktion auf den Entzug von Theater.

Das Düsseldorfer Schauspielhaus, dessen Gründung 1951 auf seine Initiative zurückgeht, liegt am Gustaf-Gründgens-Platz. Sein Denkmal auf dem Weg vom Schauspielhaus zum Theatermuseum erinnert nicht nur an den großen Sohn der Stadt, sondern verweist durch das von Peter Rübsam gewählte Motiv auch über die Person hinaus auf die Vergänglichkeit des Theaters als Kunstform. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Person und ihrer künstlerischen Arbeit verweist das Schauspielhaus mit einer besonderen Aktion auf die Bedeutung des Theaters in der Kultur.

In seinen Sammlungen bewahrt das Theatermuseum Düsseldorf eine Vielzahl von Dokumenten und Objekten, die Leben und Werk dieses Ausnahmekünstlers anschaulich und nachvollziehbar macht, und präsentiert eine Auswahl in einer Ausstellung im Theatermuseum und im Schauspielhaus.

Der Film ist früh zu einem Arbeitsfeld des Schauspielers wie des Regisseurs Gründgens geworden, obwohl er seine Herkunft vom Theater als Filmschauspieler nie verleugnen kann. Das Filmmuseum lässt die Faszination seiner Person und seiner Kunst in einem Programm ausgewählter Filme erfahrbar werden.

Mit seiner Auffassung, dass "... im Mittelpunkt des Theaters nichts als unverfälschte Wiedergabe der Dichtung zu stehen hat", bekennt sich Gründgens in seinem Düsseldorfer Manifest 1952 erneut zum literarischen Theater. Eines der zentralen Werke des deutschen Dramenkanons ist wie kein anderes mit seiner Person verbunden: "Faust" von Goethe. Das Stück begleitet ihn als Darsteller wie als Regisseur durch sein Leben. Das Goethe-Museum bietet in seinen Programmbeiträgen Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit diesem Stoff der Weltliteratur und der Person des Düsseldorfer Theatermannes.

Ausstellung 6.10.2013 - 9.2.2014

Im Rahmen seiner Ausstellung Im Rampenlicht widmet das Theatermuseum dem Düsseldorfer Schauspieler, Regisseur und Intendanten einen eigenen Ausstellungsraum.

Einige Bilder zur Biographie

  • Emmy, Marita und Gustaf Gründgens

    Emmy, Marita und Gustaf Gründgens. Düsseldorf, 1914

  • Gustaf Gründgens als Schauspielschüler

    Gustaf Gründgens als Schauspielschüler, Düsseldorf 1919

  • Erika und Klaus Mann, Pamela Wedekind und Gustaf Gründgens

    Erika und Klaus Mann, Pamela Wedekind und Gustaf Gründgens.  Hamburg, 1925

  • Gustaf Gründgens an der Friedrichstrasse

    Gustaf Gründgens an der Friedrichstrasse. Düsseldorf, 1947. Foto: Liselotte Strelow

  • Gustaf Gründgens in Ägypten

    Gustaf Gründgens in Ägypten. Privatfoto, o. J.

  • Das Gustaf-Gründgens-Denkmal von Peter Rübsam

    Das Gustaf-Gründgens-Denkmal von Peter Rübsam im Hofgarten, 1984. Foto: Klein