„Frühlings Erwachen“ neu erzählt von Schülern und Schülerinnen

Ein Kunst- und Theaterprojekt des Theatermuseums in Kooperation mit dem Humboldt-Gymnasium, vom 1. April bis 25. Juni 2017

Teilnehmer am Projekt Frühlings Erwachen
Teilnehmer am Projekt Frühlings Erwachen. Foto. Theatermuseum Düsseldorf

Frank Wedekinds Kindertragödie „Frühlings Erwachen“ zählte Anfang des 20.Jahrhunderts zu den skandalträchtigsten Dramen seiner Zeit. 1891 geschrieben, aber erst 1906 uraufgeführt, versuchte es Konflikte, Träume und Abhängigkeiten pubertierender Jugendlicher offen und schonungslos darzustellen und ein Signal gegen die repressive und leistungsfixierte Erwachsenenwelt des wilhelminischen Reiches zu setzen. Wedekind selber hat sein Stück in einem Brief als einen Versuch bezeichnet, „die Erscheinungen der Pubertät bei der heranwachsenden Jugend poetisch zu gestalten…, um derselben, wenn möglich bei Erziehern, Eltern und Lehrern zu einer humaneren, rationelleren Beurteilung zu verhelfen.“

Projektion über die Produktion
Die Produktion im Überblick (Projektion im Rahmen der Aufführung) Foto: Theatermuseum Düsseldorf

Der Projektverlauf

Vom September 2016 bis April 2017 arbeiteten Künstler aus den Bereichen Sprechtheater, Tanztheater und Bühnenbild/Bildende Kunst mit den Kindern und Jugendlichen im Theatermuseum. Ziel war es dabei nicht, das Stück als solches zu inszenieren, sondern die Teilnehmer zur Entwicklung von eigenen Arbeiten und Szenen zu Fragestellungen wie erste Liebe, Leistungsdruck, das Erwachsenwerden, Aufklärung und sexuelle Orientierung, Lebensfreude oder Generationenkonflikt anzuregen, ihre eigenen Pubertätserfahrungen einzubringen und über ihren Alltag, ihre Wünsche und Sehnsüchte zu reflektieren. Grundlage der theatralen Umsetzungen waren in erster Linie freie Improvisationen der Schüler und Schülerinnen, aus denen sich im Laufe der Zeit kleine Minidramen entwickelten.