RadKunst vielvältig umgesetzt

Kunst rund um den Grand Départ - Studioaustellung vom 10. Juni bis 23. Juli 2017

Radkunst im Theatermuseum © Stadt Düsseldorf/David Young
Radkunst im Theatermuseum © Stadt Düsseldorf/David Young

Das Theatermuseum zeigt in dieser Studioausstellung facettenreiche Blicke auf das Fahrrad. Humorvoll porträtiert Karin Karrenberg in ihren Collagen das Radfahren, das KunsT Haus Erkrath rückt die Radfelge in den Mittelpunkt - und die Französische Schule Düsseldorf zeigt ihre Sicht auf die Tour de France in großformatigen Gemälden. Anlass ist der Grand Départ in Düsseldorf vom 29. Juni bis zum 2. Juli.

Das KunsT Haus Erkrath hat den Start der Tour der France in Düsseldorf zum Anlass genommen, den Grand Départ 2017 mit der Kunstaktion "KunstRad – RadKunst" zu begleiten. Künstlerinnen und Künstler waren aufgerufen, eine Felge zu gestalten. Bei freier Themenwahl sind Werke entstanden, die neue Blicke und Aspekte rund um das Rad generieren. So wird etwa die Felge zum Rad der Zeit, in dem der Mensch gefangen ist. Das "Rad der Informationen" thematisiert die Flut an Informationen, die aus den unterschiedlichsten Kanälen unentwegt auf uns prasselt.

Radkunst im Theatermuseum © Stadt Düsseldorf/David Young
Radkunst im Theatermuseum © Stadt Düsseldorf/David Young

Anders dagegen die Collagen von Karin Karrenberg aus ihrem Buch "Ça roule le Tour", die im Original zu bewundern sind. Darüber hinaus sind einige ihrer Fotografien zu sehen, auf denen Details von Rennrädern abgebildet sind. Sowohl die Collagen als auch die Fotografien entstanden während Sommeraufenthalten im französischen Vaucluse am Fuß des Mont Ventoux. Da die Tour de France mehrere Male in diese Zeit fiel, gestaltete Karin Karrenberg um dieses Radrennen herum witzige Postkarten.

Künstlerin Annette Kapteina mit ihrer Radkunst im Theatermuseum © Stadt Düsseldorf/David Young
Künstlerin Annette Kapteina mit ihrer Radkunst im Theatermuseum © Stadt Düsseldorf/David Young

In großen Bildern haben die Schülerinnen und Schüler der Französischen Schule Düsseldorf in ihrem Projekt "Tour de France" ihre Sichtweisen auf das weltgrößte Radsportereignis festgehalten. Insgesamt sind zehn Bilder von 1,2 x 1 Meter entstanden, gemalt mit Acrylfarbe von Schülern im Alter von 8 bis 18 Jahren. Acht der zehn Bilder werden ausgestellt. Schüler der dritten Klasse kolorierten eine Schwarz-Weiß-Fotografie des amerikanischen Künstlers Andy Warhol des französischen Radrennfahrers Raymond Poulidor, der als ewiger Zweiter in die Geschichte der Tour de France einging. Das Bild der Abschlussklasse zeigt mit einem Sonnenaufgang symbolisch den Beginn der Tour, während Düsseldorfer Wahrzeichen der Fernsehturm und ein Radschläger in den Farben der Trikolore erstrahlen.

Einen Blick in die Geschichte des Fahrrads schließlich bietet das Stadtarchiv. Ausgestellt sind Fotos, Fahnen, Postkarten und Dokumente von 1869 bis 1995. Darunter ist unter anderem das Protokollbüchlein des ersten Düsseldorfer Radclubs "Velociped" zu sehen. Dieser wurde 1869 gegründet und wohl schon 1870 wieder aufgelöst. Ziel des Vereins war es, das Radfahren überhaupt zu lernen, und das in geschlossenen Räumen. Anhand zahlreicher Fotos lässt sich die Entwicklung des Fahrrads von den Anfängen bis in die Neuzeit verfolgen.

Text: Michael Frisch