Kirchen in Düsseldorf

Kirchen in Düsseldorf sind Kult(ur)stätten - Religiöse Räume einerseits, kunstgeschichtliche Zeugnisse andererseits. Dabei decken sie eine beachtliche Zeitspanne ab. Die älteste noch erhaltene Kirche stammt aus der Romanik, die Innenausstattung der Bergerkirche ist reines 21. Jahrhundert.

Sankt Lambertus - Schiefer Turm und Apollinaris

1394 wurde das Düsseldorfer Wahrzeichen erbaut, doch die ungewöhnliche Dachform von Sankt Lambertus entstand erst 1815. Nach einem Brand musste die Turmspitze erneuert werden; kurze Zeit später verzog sich das Holz und schuf die berühmte Drehung im Dach. Laut Volksglauben soll es sich erst dann wieder begradigen, wenn eine Jungfrau in der Lambertuskirche heiratet. Der Pfarraltar der Basilika birgt einen Schrein mit Reliquien des Heiligen Apollinaris, des Stadtpatrons. Sein Gedenktag ist übrigens der ursprüngliche Anlass der Düsseldorfer Kirmes.

Lichter, Farben und Orgelkonzerte

Mit dem Amtsantritt des Kurfürsten Jan Wellem 1679 galt die evangelische Kirche offiziell als anerkannt. Ihre Neubauten durften die Reformierten allerdings nur in Höfen errichten. Deshalb steht die Berger Kirche von 1687 etwas versteckt in der Altstadt. Sie beeindruckt mit Licht- und Farbspielen - beispielsweise einem leuchtenden Altar.

Auch Düsseldorfs älteste evangelische Kirche, die Neanderkirche von 1684, musste in der Altstadt von der Straße weg nach hinten rücken. Mit sommerlichen Orgelkonzerten zieht der frühbarocke Bau heute zahlreiche Besucher an.

Sunday-Special in der Johanneskirche

1881 wurde die rote Backsteinkirche im Rundbogenstil fertig gestellt. Seit 1995 ist die Johanneskirche evangelische Begegnungsstätte. Kultur, Glaube sowie diakonische und soziale Angebote bilden hier eine überzeugende Einheit. Unter der Überschrift "Kirche in der City" bietet die Johanneskirche ein vielfältiges Programm: Von der 10-Minuten-Andacht über die Lunchtime-Orgel bis hin zum Sunday-Special.

Barockes und Historisches in Sankt Andreas

Haben Sie gerade ein Altstadtbummel gemacht? Dann bietet sich ein Besuch der Kirche Sankt Andreas im Herzen der Altstadt an. Die ehemalige Hof- und Jesuitenkirche steht auch heute noch für den engen Kontakt zwischen der Kirche, der Stadt und ihren Bürgern. Zu bewundern gibt es die einheitliche Stuckdekoration im Innenraum, das Mausoleum von Kurfürst Jan Wellem und die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert.

Sankt Margareta in Gerresheim - hier war der Teufel im Spiel

Als dem Bauherrn Gerricus das Geld ausging, bot der Teufel höchstpersönlich Unterstützung beim Bau der Kirche Sankt Margareta an, so die Legende. Gerricus zögerte, und so entschieden sich beide für ein Wettspringen vom Turm. Der Teufel verlor, der Bau wurde vollendet und 1236 geweiht. Heute zeugt die spätromanische Kirche vom Leben der adeligen Stiftsdamen, die die Kirche einst nutzten. Sie beherbergt bedeutende Exponate sakraler Kunst. Sehenswert ist das Kruzifix aus dem 10. Jahrhundert, das zu den ältesten in Europa erhaltenen Hochkreuzen zählt.

Ein Bummel durch den romantischen Ortskern von Gerresheim oder ein Spaziergang durch die Hügellandschaft des nahe gelegenen Waldes runden den Besuch ab.

Kaisers romantisches Örtchen - Sankt Suitbertus

Auf ins idyllische Kaiserswerth! In unmittelbarer Nähe der Kaiserpfalz und des Rheinufers befindet sich auf einem der schönsten Plätze des Niederrheins die Kirche Sankt Suitbertus. Zum Kirchenschatz gehört der Schrein des heiligen Suitbertus, ein Meisterwerk der Goldschmiedekunst des 13. Jahrhunderts. In den Sommermonaten ist die Anreise auf dem Wasserweg möglich. Die Personenschiffe der Weißen Flotte steuern den historischen Stadtteil von der Düsseldorfer Altstadt aus an.

Sternenguckerin - Sankt Martin in Bilk

Unauffällig und bescheiden wirkt die in einer kleinen Grünanlage gelegene Kirche Sankt Martin in Düsseldorf-Bilk. Aber eine Besichtigung lohnt sich: Die romanische Basilika ist das älteste Gebäude der Stadt. Im 19. Jahrhundert fast verfallen, bewahrte sie der Turm vor dem Abriss, weil er der Sternwarte Bilk als trigonometrischer Punkt diente. Ein Fernrohr erinnert noch daran.

Der Zweck heiligt die Mittel - Pferdestall und Jugendkirche

Dass ihre Kirche einmal als Pferdestall, Lagerraum und Finanzamt genutzt würde, hatten sich die Kreuzherren bei der Erbauung im Jahre 1445 wohl nicht gedacht. Doch das gehört der Vergangenheit an. Heute ist die Kreuzherrenkirche wieder ein Gotteshaus. Im Gewölbe der gotischen Kirche können Sie Gemälde aus der Bauzeit und einen Schlussstein mit dem ältesten erhaltenen Wappen der Stadt besichtigen.

Rheinspaziergang inklusive - Sankt Nikolaus

Erbaut im 11. Jahrhundert, ist die Pfarrkirche Sankt Nikolaus im Stadtteil Himmelgeist ein gut erhaltenes Baudenkmal aus der romanischen Zeit. Sankt Nikolaus, der Schutzpatron der Schiffer, gehört zu den Heiligen, unter deren Schutz sich die Anwohner des großen Stromes gerne stellen. Das sandige Rheinufer liegt nur einen Steinwurf entfernt und ist bei schönem Wetter ideal zum Sonnenbaden.

In der "Max" spielt die Musik

Hier hat festliche Kirchenmusik seit dreieinhalb Jahrhunderten Tradition: Die spätbarocke Pfarrkirche Sankt Maximilian, auch liebevoll "Max" genannt, war bis 1804 eine Klosterkirche der Franziskaner. Das Chorgestühl stammt aus dem 17. Jahrhundert, Orgel, Hochaltar und Kanzel aus dem 18. Jahrhundert. Im einstigen Klostergebäude mit wertvollen Stuckarbeiten und dem beeindruckenden Kreuzgang befinden sich heute die Pfarrräume und seit 2006 das Begegnungszentrum der katholischen Kirche in Düsseldorf.

Die wohl stabilste Kirche der Welt

Mit der Einweihung 1949 unter dem Friedensmotto "Schwerter zu Pflugscharen und Lanzen zu Winzermessern" (Jesaja 2,4) wurde der Heerdter Bunker, als ehemaliges Zeichen für den Krieg zu einem Symbol für Frieden und Gemeinschaft. Der Friedensort Bunkerkirche beheimatet die Gemeinde St. Sakrament. Neben dem Gottesdienst wird die Bunkerkirche auch für Veranstaltungen wie Ausstellungen und Konzerte des Vereins Kunstort Bunkerkirche am Handweiser genutzt und beheimatet die 2007 gegründete Initiative Friedensort Bunkerkirche.