Düsseldorf am Rhein: Die RheinTour

Wenn Sie gerne am Wasser spazieren gehen, Kaffee mit Aussicht bevorzugen und beste Blicke auf die Düsseldorfer Skyline haben möchten - sollten Sie die folgende Tour unternehmen. Dauer: Ein halber Tag, zu Fuß.

RheinTour - die Stationen

Wir beginnen nicht direkt am Rhein, sondern in Rheinnähe, am kultur- und architekturgeschichtlich bedeutsamen (1) Ehrenhof-Ensemble nördlich der Altstadt. Der Komplex wurde 1925/26 erbaut und umfasst unter anderem den Ehrenhof selbst - heute die Stiftung museum kunst palast -, sowie das ehemalige Planetarium - heute Tonhalle.

Weiter nördlich, in Richtung Fluss, liegen die Rheinterrassen, die ebenfalls zum ursprünglichen Ensemble gehören. Wer möchte, kann noch einen Abstecher in den (2) Rheinpark machen, der sich bis zur Theodor-Heuss-Brücke erstreckt: ideal zum Spazierengehen, Picknicken oder Fußballspielen - falls Sie gerade in einer größeren Gruppe mit Ball unterwegs sind oder sich einfach einem der kickenden Teams anschließen. Übrigens: Grillen ist erlaubt, solange Sie die Grasnarbe nicht beschädigen - das heißt: einen Grill benutzen - und keinen Müll hinterlassen.

Zurück am Ehrenhof laufen wir ca. 500 Meter in Richtung Altstadt zur (3) Kunstakademie, die den Ruf Düsseldorfs als Kunststadt mitbegründet hat. In den 1830er Jahren machte die "Düsseldorfer Malerschule" die Akademie erstmals bekannt. Zu den berühmten Professoren des 20. Jahrhunderts zählen unter anderem Paul Klee, Joseph Beuys, Nam June Paik, Gerhard Richter, Jörg Immendorff, Rosemarie Trockel und Thomas Ruff.

Nach einem Blick in die heiligen Hallen geht es zum Rheinufer, wo ein Düsseldorfer Wahrzeichen auf uns wartet: (4) Sankt Lambertus mit in sich verdrehtem Kirchturmdach. Diese ungewöhnliche Form ist kein Zeichen architektonischen Wagemuts, sondern Materialversagen zu verdanken: Als die Turmspitze 1815 nach einem Brand erneuert wurde, griff man offenbar zu Holz, das noch nicht genügend abgelagert war. Nach dem Wiederaufbau verzog sich das Dach. Im Inneren der Basilika befindet sich der Schrein mit den Überresten des Stadtpatrons Apollinaris.

Ein Stück weiter rheinaufwärts steht der alte (5) Schlossturm, einzig erhaltener Teil des Düsseldorfer Stadtschlosses. Dass er heute noch steht, ist ein kleines Wunder: 1882 ausgebrannt und im 2. Weltkrieg beschädigt, wurde das Gebäude schließlich komplett renoviert und beherbergt heute das Schifffahrt-Museum. Hier können Sie sich über die Zeiten informieren, als die Düsseldorfer noch hauptsächlich auf, von und mit dem Rhein lebten.

Weiter geht's am Rhein entlang. Bei sonnigem und warmem Wetter kommt hier Urlaubsstimmung auf: Von der (6) Rheinuferpromenade haben Sie einen hervorragenden Blick auf die vorbeifahrenden Rheinschiffe, die Schrägseilbrücken, das Oberkasseler Rheinufer und - unzählige Flaneure, die an dieser Stelle auch gerne mal auf Inline-Skates umsteigen. Kein anderes Stück Düsseldorf ist an schönen Tagen so beliebt wie die Promenade am Burgplatz. Die Cafés bieten sich für eine Kaffeepause geradezu an.

Wer möchte, kann hier aufs Schiff umsteigen und Düsseldorf vom Wasser aus erkunden. Die Fahrt mit dem Schiff von der Altstadt in den Medienhafen dauert ungefähr eine Stunde. Fußgänger kommen jetzt nach einigen hundert Metern zum (7) Mannesmann Verwaltungsgebäude, 1911/12 von Peter Behrens für die Konzernzentrale erbaut. Das Mannesmann-Hochhaus, rechts daneben, kam erst in den 50er Jahren dazu und ist mit 93 Metern eines der höheren Gebäude in Düsseldorf. Nach dem Verkauf der Mannesmann Mobilfunksparte an Vodafone hat der Mobilfunkbetreiber seinen Sitz hier am Rheinufer beibehalten. Der Gebäudekomplex wurde 2008 von der Landesregierung NRW übernommen.

Weiter am Rheinufer stromaufwärts kommen wir am (8) Landtag Nordrhein-Westfalen vorbei und erreichen kurze Zeit später das höchste Gebäude Düsseldorfs, den 234 Meter hohen (9) Rheinturm. Hier gilt die Empfehlung: unbedingt nach oben fahren. Denn von der Aussichtsplattform haben Sie den besten Blick auf Stadt und Medienhafen - das Ziel unseres Spaziergangs. Die Plattform dreht sich in einer Stunde einmal um sich selbst. Eine weitere Besonderheit des Rheinturms können Sie erst bewundern, wenn Sie wieder unten angekommen sind. Die blinkenden Lichter im Turm bilden die größte Dezimaluhr der Welt.

Ein Stück landeinwärts steht - nicht zu übersehen - das gläserne (10) Stadttor. Es gehört bereits zum MedienHafen, ebenso wie der (11) Neue Zollhof. Der dreiteilige Bau des Architekten Frank O. Gehry ist - scheinbar jedem statischen Gesetz trotzend -mittlerweile d i e Identifikationsarchitektur des (12) MedienHafens, in dem rund 300 Unternehmen vor allem aus den Kreativbranchen Medien, Kommunikation und Mode eine Heimat gefunden haben. Unterschätzen Sie allerdings nicht die Gastro-Branche, die das Geschäftsviertel mit wirklich empfehlenswerten Lokalen, Bistros und Restaurants bereichert hat. Probieren Sie's aus!

Für den Sonnenuntergang sollten Sie - beispielsweise per Schiff - an die Rheinuferpromenade zurückkehren. Deren Lage ist eben unschlagbar.