Weltwassertag am 22. März

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Neugestaltete Mündung des Pillebachs in die Nördliche Düssel, © Landeshauptstadt Düsseldorf

Entwicklung des Pillebachs im Bereich "Quellenbusch", © Landeshauptstadt Düsseldorf

Entwicklung des Pillebachs im Bereich "Quellenbusch", © Landeshauptstadt Düsseldorf

Pillebach steht beim diesjährigen Weltwassertag im Blickpunkt

Am 22. März ist Weltwassertag: Anlässlich der Weltkonferenz "Umwelt und Entwicklung" 1992 in Rio de Janeiro wurde dieser Tag ins Leben gerufen und wird alljährlich begangen. Jeder Weltwassertag steht unter einem besonderen Motto. In diesem Jahr lautet dieses "Nature for Water". Der Weltwassertag 2018 soll für eine stärkere Berücksichtigung naturnaher Lösungen werben beziehungsweise die natürlichen Potenziale von Ökosystemen im Gewässermanagement hervorheben. Dabei geht es auch um den Mehrwert, den solche Ökosysteme bereitstellen. Ziel des Weltwassertags ist es, insbesondere die breite Öffentlichkeit auf die globalen Zielsetzungen zum Thema Wasser und ihre lokale Bedeutung hinzuweisen. In Düsseldorf dient dieses Mal der Pillebach als Beispiel für eine gelungene naturnahe Umgestaltung.

Gewässertyp des Jahres 2018: Sandgeprägter Tieflandbach
Naturnahe Gewässer stellen einen wichtigen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten dar, wirken als Retentionsraum für Hochwasser, tragen zur Verringerung der Auswirkungen des Klimawandels bei und erfüllen wichtige Funktionen als Erholungsraum für den Menschen. Jedes Jahr wird vom Umweltbundesamt am Tag des Wassers der "Gewässertyp des Jahres" vorgestellt. In diesem Jahr ist dies der "Sandgeprägte Tieflandbach". Wie der Name besagt dominieren bei diesen Bächen Sand und zusätzlich Kies auf der Bachsohle. Im natürlichen Zustand handelt es sich um stark mäandrierende Fließgewässer mit ausgeprägten Prall- und Gleithängen. Es wechseln ausgedehnte ruhig fließende mit kurzen turbulenten Abschnitten an Totholz- und Wurzelbarrieren.

Die meisten der Gewässer im Stadtgebiet sind diesem Gewässertyp zuzuordnen. Er kommt allerdings in Düsseldorf in seiner ursprünglichen Gestalt kaum mehr vor. Fast alle Bäche wurden in den letzten 150 Jahren massiv vom Menschen umgestaltet, um Land für die Stadtentwicklung und Besiedelung oder für die landwirtschaftliche Nutzung zu gewinnen. Heute sind die Bäche in vielen Bereichen technisch ausgebaut und verlaufen geradlinig, wenige Abschnitte verlaufen auch unterirdisch im Stadtgebiet. Um den ökologischen Zustand der Gewässer zu verbessern, sind diese entsprechend der Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie naturnah umzugestalten. Als Beispiel für eine solche Umgestaltungsmaßnahme ist der Pillebach in Düsseldorf-Gerresheim zu nennen. Seit 1999 wurde dieser kleine Bach in 9 Abschnitten bereits naturnah umgestaltet.

Hierzu gehört auch der Abschnitt westlich der Torfbruchstraße, im Bereich des Bebauungsplangebietes "Quellenbusch". Dort fand in den Jahren 2010/11 eine Neutrassierung und Gestaltung des vorher unterirdisch verlaufenden Pillebaches statt. Auf gut 900 Metern wurde ein offener Gewässerverlauf mit vielfältigen Strukturen gestaltet. Der Bachlauf wurde mit einem leicht geschwungenen Verlauf und wechselnden Böschungsneigungen angelegt. Außerdem weist die Bachsohle ein gewässertypisches Substrat (Sand und Kies) auf. Komplettiert wurde diese Umgestaltung durch eine standorttypische Bepflanzung mit Gehölzen und wassertypischen Stauden. So konnte im Rahmen einer städtebaulichen Entwicklung ein naturnaher Gewässerabschnitt im Umfeld eines Wohngebietes entstehen.

Vom bachbegleitenden Weg kann man die Entwicklung des Gewässers verfolgen. Unter der Wasseroberfläche haben sich die typischen Fischarten Neunstachliger und Dreistachliger Stichling, Koppe und Schmerle angesiedelt. Entlang des Gewässers wachsen Schwertlilien und Bachbunge als gewässertypische Pflanzen.

Neugestaltete Mündung des Pillebachs in die Nördliche Düssel
Im Rahmen eines Gesamtkonzeptes werden am Pillebach in den nächsten Jahren weitere Abschnitte naturnah umgestaltet werden. Aber auch an den anderen Gewässern in Düsseldorf sind noch vielfach Maßnahmen erforderlich, um deren ökologischen Zustand oder ökologisches Potenzial zu verbessern, für Pflanzen und Tiere einen wertvollen Lebensraum zu schaffen und Gewässer in ihrer ganzen Vielfalt für die Bevölkerung wieder erlebbar zu machen.