Motivationsaktion "weniger ist mehr!" - Landeshauptstadt Düsseldorf

Wenn Nachhaltigkeit hör- und erlebbar wird

Wenn Nachhaltigkeit hör- und erlebbar wird

Kurz vor den Sommerferien wurde es im Musikkindergarten an der Siegburger Straße 12 besonders lebendig. Unter dem Motto „Weniger ist mehr“ fand eine kreative Aktionszeit statt, in der Nachhaltigkeit und Instrumentenbau auf inspirierende Weise zusammenkamen. Das Umweltprojektteam gestaltete eine bunte Werkstattwoche, in der Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte gemeinsam aktiv wurden. Ziel war es, den Kindern als auch den Eltern zu zeigen, wie aus einfachen Dingen, die sonst im Müll landen würden, etwas entstehen kann, das klingt, bewegt – und begeistert.

Musik braucht keine teuren Materialien – oft genügt ein Blick in den Alltag. In Zusammenarbeit mit den Familien wurden im Vorfeld Materialien gesammelt: Papierrollen, Kronkorken, Joghurtbecher, Eisstiele, Dosen u. v. m. Daraus entstanden unter fachlicher Anleitung und mit viel Eigeninitiative der Kinder kreative Instrumente – darunter Regenmacher, Kastagnetten, Trommeln, Schellenringe, Röhrenxylophone, Mundharmonikas u.v.m. Neben dem Basteln ging es vor allem ums Erleben: Wie klingt eine Papprolle mit Sand? Was passiert, wenn etwas schwingt oder klappert? Welche Töne entstehen, wenn wir ganz genau hinhören? Das gemeinsame Tun stand im Mittelpunkt – Kinder, Eltern und Kita-Team waren gleichermaßen mit Freude dabei.

In der Aktionszeit wurde deutlich, wie viel Freude es macht, gemeinsam zu musizieren und dabei etwas über die Umwelt zu lernen. Der Bau der Instrumente war nicht nur eine kreative Beschäftigung, sondern auch eine Gelegenheit für die Kinder, mit verschiedenen Materialien umzugehen, handwerklich aktiv zu werden und eigene Ideen einzubringen. Ein besonderer Moment war, als die Kinder mit echtem Werkzeug arbeiteten. Mit Hammer und Nagel haben sie selbst Löcher in die Kronkorken geschlagen – konzentriert, vorsichtig und stolz auf das Ergebnis.

Selbstgebaute Instrumente sind nicht nur nachhaltig, sondern auch ein wunderbarer Anlass für gemeinsames Gestalten, Staunen und Musizieren. Ob an einem Regentag, bei Langeweile oder einfach zwischendurch: Diese kleinen Klangobjekte sind schnell gemacht, kosten kaum etwas und machen Groß und Klein gleichermaßen Freude. Denn manchmal ist weniger wirklich mehr. (Jennifer Dortmann)

Auch in vielen anderen Bildungseinrichtungen wurden tolle Aktionen umgesetzt. In Reparatur- und Nähwerkstätten wurde kaputtes Spielzeug wieder wie neu und aus Stoffresten entstanden neue Lieblingskissen, Piratentücher oder bunte Stoffschlangen. Doch auch ohne Nähmaschine wurde fleißig gewerkelt: Aus alten T-Shirts wurden Tragetaschen, aus einzelnen Socken Gute-Laune-Kuschelkraken. Mit Fantasie und Geschick bastelten die Kinder zudem Blumentöpfe, Portemonnaies, Stiftehalter, Vogelhäuser und Insektenhotels aus vermeintlichem Müll – und mischten ganz nebenbei sogar ihren eigenen Zaubersand.

GGS Wrangelstraße Kleidersammelaktion

Dass ausgedientes Spielzeug noch lange nicht nutz- und wertlos ist, erfuhren die Kinder bei zahlreichen Spielzeugtauschbörsen. Mit großer Begeisterung tauschten sie untereinander – und entdeckten dabei, wie viel Freude ein Lieblingsstück in neuen Händen bereiten kann. Auch Kleidungsstücke, die in einer Einrichtung ohne Namensschilder liegen geblieben und nicht mehr zugeordnet werden konnten, fanden einen neuen Zweck: Schülerinnen und Schüler sammelten mehrere Tüten voll und spendeten sie an eine karitative Einrichtung.

Viele Einrichtungen haben sich zudem mit einem gesunden und verpackungsfreien Frühstück beschäftigt: So stellten z.B. die Kinder der GGS Flurstraße nicht nur fest, dass der Plastikmülleimer leer blieb, sondern auch ihre Brotboxen viel gesünder bestückt waren. In der St. Elisabeth Schule haben Eltern und Lehrkräfte in Kooperation mit umliegenden Unternehmen eine Woche lang ein Frühstücksbuffet mit einer bunten Auswahl an Obst, Gemüse, Brotsorten und Aufstrichen organisiert. So konnte nicht nur ohne Plastikmüll gefrühstückt werden, auch verschiedenes Obst und Gemüse wurde probiert und für lecker befunden. Kinder der GGS Wrangelstraße waren gemeinsam im Supermarkt und haben dort so gut wie möglich plastikfrei eingekauft, danach gemeinsam geschnibbelt und gekocht.

Das Feedback war von allen Seiten positiv: "Ganz besonders gut hat uns gefallen, dass wirklich alle mit großem Engagement und begeistert dabei waren und viele Ideen zur Weiterführung im neuen Kita-Jahr entstanden sind." heißt es aus der Kita Emil-Barth-Straße. „Es hat Spaß gemacht herauszufinden, wie wir Plastik vermeiden können. Und das kochen. Nicht übertrieben.“ und „Es hat uns gefallen, alles zu basteln und uns ist das sehr gut gelungen.“ fügen zwei Kinder aus anderen Bildungseinrichtungen hinzu.

Anleitungen

Kinetischer Sand

Zutaten

  • 8 Tassen Mehl
  • 1 Tasse Öl

Zubereitung

Alles in einer großen Schüssel zusammenmischen. Fertig ist der Zaubersand.

Regenmacher aus Papierrollen

 Materialien

  • Leere Küchenrollen
  • Zahnstocher, Nägel oder Eisstiele
  • Sand, kleine Steinchen oder Perlen
  • Papier und Klebeband zum Verschließen
  • Deko: Stoffreste, Aufkleber…

Anleitung

Die Rolle wird spiralförmig mit kleinen Löchern versehen. Danach werden Zahnstocher oder Eisstiele quer durch die Rolle gesteckt, sodass im Inneren kleine Hindernisse entstehen. Ein Ende der Rolle gut verschließen, Sand oder Steinchen einfüllen, dann das zweite Ende sicher verschließen. Zum Schluss darf die Rolle nach Lust und Laune verziert werden. Wird sie langsam gekippt, erzeugt das rieselnde Material ein beruhigendes Geräusch – wie sanfter Sommerregen.

Fingerkastagnetten aus Kronkorken und Pappe

Materialien

  • Zwei Streifen stabile Pappe
  • Zwei Kronkorken
  • Bastel- oder Heißkleber
  • Gummiband (optional)

Anleitung

Die Kronkorken werden auf die beiden Enden eines Pappstreifens geklebt. Die Pappe wird anschließend leicht in der Mitte gefaltet, sodass beim Zusammendrücken ein klapperndes Geräusch entsteht. Wer mag, kann zusätzlich ein Gummiband befestigen, um die Kastagnetten an den Fingern zu tragen – ideal für kleine Rhythmusspiele.

Schellenringe mit Kronkorken und Perlen

Materialien

  • Stabiler Draht (z. B. aus einem Kleiderbügel)
  • Kronkorken
  • Holz- oder Kunststoffperlen
  • Hammer und Nägel
  • Kleines Stück Holz (z. B. ein dicker Holzstab oder Aststück) als Griff
  • Zange zum Biegen

Anleitung

Zuerst werden mit Hammer und Nagel kleine Löcher in die Mitte der Kronkorken geschlagen. Anschließend wird der Draht in eine halbrunde Form gebogen und an beiden Enden fest um das Holzstück gewickelt, das als Griff dient. Danach werden abwechselnd Kronkorken und Perlen auf den Draht gefädelt. Die Perlen dienen als Abstandshalter, sodass die Kronkorken beim Bewegen frei schwingen und miteinander klingen können. Der Holzgriff sorgt für eine gute Handhabung, auch für kleinere Kinder. Beim Schütteln entsteht ein lebendiges, rhythmisches Klangbild.

Kontakt

  • Landeshauptstadt Düsseldorf
    Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz

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    Kommunales Klimamanagement

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