Stadtklima Düsseldorf – von Wärmeinseln und kühlen Orten

Stadtklima Düsseldorf – von Wärmeinseln und kühlen Orten

Das Klima in einer Stadt unterscheidet sich teilweise deutlich von dem auf dem Land. In Straßenschluchten, Häuserblocks und Industriearealen heizen sich Oberflächen bei Sonneneinstrahlung stark auf. Die Luft erwärmt sich – im Sommer mehr als uns lieb ist. Künstliche Materialien wie Beton, Steine und Asphalt speichern Wärme länger als Wiesen und Grünflächen. Somit verzögert sich die nächtliche Abkühlung, je nach Oberfläche.

Städtische Wärmeinseln führen insbesondere im Sommer zu einer größeren bioklimatischen Belastung. Der Wärmeinseleffekt beschreibt den Temperaturunterschied zwischen der wärmeren Stadt und ihrem kühleren Umland und erreicht sein Maximum in der Nacht während austauscharmer Strahlungswetterlagen. Diese Situationen treten in Düsseldorf im Sommer relativ häufig auf - in den Sommermonaten Juni, Juli und August sind etwa ein Viertel der Nächte dieser Art.

Klimaanalyse 2020

Planungshinweiskarte für die Nachtsituation
Planungshinweiskarte für die Nachtsituation - Übersicht

Klimaanalyse 2020

Die sommerliche thermische Belastungssituation für die Stadtbevölkerung sowie der städtische Kaltlufthaushalt standen im Fokus der Klimaanalyse 2020. Dabei wurde das klimatische Prozessgeschehen erstmalig flächendeckend durch eine computergestützte Modellierung untersucht. Mit der Klimaanalyse 2020 liegt inzwischen die dritte gesamtstädtische Analyse des Düsseldorfer Stadtklimas nach den Jahren 1995 und 2012 vor.

Als zentrales Produkt der Klimaanalyse 2020 wurden zwei Planungshinweiskarten für die Nacht- und Tagsituation entwickelt. Nachts steht die Überwärmung bzw. Abkühlung der Flächen vor allem im Hinblick auf die Schlafqualität im Vordergrund. Tagsüber sind die Wärmebelastung der Flächen und ihre Aufenthaltsqualität für die Bewertung entscheidend. In beiden Karten wird eine entsprechende fünfstufige bioklimatische Bewertung der Siedlungs- und Verkehrsflächen (Wirkungsraum) sowie Grün- und Freiflächen (Ausgleichsraum) vorgenommen und mit allgemeinen Planungshinweisen ergänzt.

Beide Planungshinweiskarten lassen sich für eine detaillierte Betrachtung als PDF-Datei unten auf dieser Internetseite herunterladen. Die Integration in maps.duessseldorf.de ist in Arbeit.

Kaltluft in der Nacht

kühlender Innenhof
Kühlender Innenhof

Kaltluft in der Nacht

Die Klimaanalyse 2020 konkretisiert das Kaltluftsystem, das zum Abbau von Wärmebelastungen beitragen kann. Unter austauscharmen Bedingungen tragen insbesondere vier Strukturen zur Abkühlung bei, die in der Planungshinweiskarte für die Nachtsituation dargestellt sind:

  • Drei Bereiche mit Kaltluftleitbahnen im Osten (Bahntrasse Gerresheim-Flingern, Bahntrasse Eller-Vennhausen, Nördliche Düssel)
  • Kaltluftabflüsse im Osten an den unbebauten Hanglagen des Bergischen Landes
  • Sieben Bereiche mit Parkwinden: Nordpark, Nordfriedhof, Volksgarten/ Südpark mit Friedhof Stoffeln, Schlosspark Eller, Freizeitpark Niederheid, Schlosspark Benrath, Sportplatzareal des TSV Urdenbach
  • Kaltluftentstehungsgebiete beispielsweise auf den Grün- und Freiflächen der Stadtbezirke 5 und 7, den Rheinschleifen und des nördlichen Unterbachs

Die meisten wirksamen Kaltluftstrukturen – außer den Parkwinden - befinden sich im Osten und in den Außenbereichen der Stadt, wirken aber nicht bis in die Innenstadt. Eine zentrale Aussage der Klimaanalyse 2020 ist daher, dass Düsseldorf von innen kühlen muss. Dazu sind die genannten Parkwinde sehr wichtig, aber auch viele kleine innerstädtische Grünflächen (begrünte Innenhöfe, große private Gärten), die zwar nicht so wirksam wie Parkwinde sind, aber lokal zur Kühlung beitragen.

Kühle Rückzugsorte am Tag

Kühler Rückzugsort – Japanischer Garten im Nordpark
Kühler Rückzugsort – Japanischer Garten im Nordpark

Kühle Rückzugsorte am Tag

Tagsüber spielt die Aufenthaltsqualität, die durch die bioklimatische Bewertung der Flächen in der Planungshinweiskarte für die Tagsituation dargestellt ist, eine große Rolle an Sommertagen. Hierbei ist es wichtig, dass bei Hitze öffentliche Grünflächen und Wälder in der Nähe zur Entlastung aufgesucht werden können. Die Planungshinweiskarte für die Tagsituation enthält daher zusätzliche Informationen zur Versorgung bzw. Unterversorgung mit Grünflächen auf Grundlage von Richtwerten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

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