Elektromobilität in der Landeshauptstadt Düsseldorf

Klima- und Umweltschutz – Praxis – Modellprojekte

Erdöl reicht nach Schätzungen weltweit nur noch etwa 50 Jahre. Eigentlich ist sogar diese Zeitspanne viel zu optimistisch zu nennen, da ein Großteil der fossilen Energierohstoffe in der Erde bleiben muss, damit das Weltklima nicht zu sehr aus dem Takt gerät. Alternativen zum erdölabhängigen Individualverkehr zu finden ist auf jeden Fall unausweichlich.

Klimaschutz

In Ökobilanzstudien schneiden Elektrofahrzeuge bei der Herstellung sowohl in der Klimabilanz als auch der Schadstoffbilanz teils schlechter als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ab. Grund dafür ist insbesondere die aufwändige Herstellung von Batterie, Motor und von Leichtbaumaterialien wie Karbon und Aluminium. Große Mengen Abraum und Schadstoffe fallen vor allem in Ländern an, in denen die benötigten Rohstoffe wie Bauxit, Lithium u. a. abgebaut werden.

Entscheidend bei der Betrachtung der Umweltfreundlichkeit über die gesamte Lebensdauer eines Autos hinweg ist dann aber der Betrieb, und das Fazit fällt positiv aus: Wird für den Betrieb der Elektrofahrzeuge Ökostrom genutzt, fällt die Summe der CO2-Emissionen von Herstellung und Betrieb unter die Werte von vergleichbaren Benzin- oder Dieselautos. Werden Elektro-Pkw mit herkömmlichem Strommix geladen, liegen sie etwa gleichauf mit sparsamen Verbrennern. Je umweltfreundlicher der herkömmliche Strommix wird, umso größer die Vorteile der Elektroautos.

Da E-Fahrzeuge – derzeit – unter hohem Aufwand hergestellt werden, sollten sie von möglichst vielen Personen gut ausgelastet werden. Das ist zum Beispiel beim Carsharing der Fall oder bei der Nutzung im (angemessen dimensionierten) Fuhrpark als Dienstfahrzeug.

Luftreinhaltung

Elektrofahrzeuge stoßen im Betrieb keine Luftschadstoffe wie Ruß, Feinstaub oder Stickoxide aus. Die Emissionen treten bei der Herstellung und an den Kraftwerken auf. Daher erweist sich die Nutzung im innerstädtischen Verkehr als uneingeschränkt positiv. Ein immissionsseitig messbarer Effekt tritt jedoch nur ein, wenn viele Verbrenner- durch viele Elektrofahrzeuge ersetzt werden.

Um den Beitrag der Elektromobilität zur Luftreinhaltung zu steigern, ist auch eine weitgehend emissionsarme Herstellung der Fahrzeuge und ein Betrieb mit Strom aus regenerativen Energien (Ökostrom) anzustreben.

Lärmschutz

Ein Pkw emittiert je nach Form und Größe, Geschwindigkeit, Fahrdynamik und in Abhängigkeit vom Fahrbahnbelag und der Steigung unterschiedliche Geräusche, die in der Summe von Passanten oder Anwohnern als mehr oder wenig störend empfunden werden.

 

GeräuschartEinflussfaktoren
Windgeräusch
  • Form und Größe der Fahrzeugs
  • Geschwindigkeit
Antriebsgeräusch
  • Fahrzeugart und -modell
  • Geschwindigkeit
  • Fahrdynamik (Beschleunigung)
  • Steigung
Rollgeräusch
  • Fahrzeugart
  • Fahrbahnbelag (-Reifen-Kombination)
  • Geschwindigkeit
Sonstiges, z. B.
  • durch Bremsen
  • durch Ladung
  • durch Reifen
  • durch Musik
  • unterschiedlich
  • Fahrzeugzustand, Nutzverhalten
  • Fahrzeug, LAdungsart, Nutzerverhalten
  • Fahrstil
  • Nutzerverhalten
Quelle: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH,
Dr. K. O. Schallaböck

 
Das Antriebsgeräusch entfällt bei Elektrofahrzeugen so gut wie ganz. Ab etwa 30 km/h ist das Elektrofahrzeug durch Wind-, Roll- und sonstige Geräusche hörbar. Die ruhige Fahrt bei niedrigen Geschwindigkeiten kann in Städten eine Entlastung beim Lärm herbeiführen, im Umfang ist das natürlich abhängig von der Anzahl der Elektroautos auf den Straßen.

Ein Sicherheitsrisiko für andere Verkehrsteilnehmer durch den akustisch kaum wahrnehmbaren Antrieb ist zu beachten, aber durch umsichtiges Verhalten aller Verkehrsteilnehmer – wie andere Gefahren auch – minimierbar.

 

 

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