Stadtklima Düsseldorf – von Luftleitbahnen, Lasträumen und Ausgleichsräumen

Das Klima in einer Stadt unterscheidet sich teilweise deutlich von dem auf dem Land. In Straßenschluchten, Häuserblocks und Industriearealen heizen sich Oberflächen bei Sonneneinstrahlung stark auf. Die Luft erwärmt sich – im Sommer mehr als uns lieb ist. Künstliche Materialien wie Beton, Steine und Asphalt speichern Wärme länger als Wiesen und Grünflächen. Somit verzögert sich die nächtliche Abkühlung, je nach Oberfläche.

Planungshinweiskarte
Stadtklimatische Planungshinweiskarte

Lokalklimatische Effekte in Düsseldorf

Für das Stadtgebiet Düsseldorf wurden Untersuchungen zu den lokalklimatischen Effekten durchgeführt. Daraus abgeleiteten Hinweise für die künftige Stadtgestaltung sind in dieser Planungshinweiskarte zusammengefasst. Bereiche mit erhöhter Belastung sind als "Lastraum", solche mit ausgleichender Funktion als "Ausgleichsraum" dargestellt. Ziel ist, klimatisch positive Strukturen zu stabilisieren und belastete Räume zu verbessern. In Kartenausschnitten für die zehn Stadtbezirke werden die wichtigsten Faktoren dargestellt und Planungshinweise gegeben.

Die klimatischen Verhältnisse im Großraum der Landeshauptstadt Düsseldorf sind günstig. Der Rhein als zentrale Luftleitbahn im Westen, die Kaltluftzuflüsse von den Hangzonen des Bergischen Landes im Osten und die insgesamt hohe mittlere Windgeschwindigkeit stellen gute Voraussetzungen für die Belüftung der Stadt dar. Die Leit- und Umlenkwirkung des Rheins führt dazu, dass die Hauptwindrichtung auf Düsseldorfer Stadtgebiet Südost ist.

Thermalaufnahme nachts: Die Farben markieren die unterschiedlichen Temperaturen von blau (kälter) über grün und gelb bis pink (wärmer)

Mikroklima in Düsseldorf

Die gute Ausgangssituation wirkt sich aufgrund der hohen Bebauungsdichte und des hohen Versiegelungsgrades jedoch kaum auf das Mikroklima der dicht bebauten Innenstadtteile aus. Besonders in den Sommermonaten können durch die erhöhte Temperatur, eine eingeschränkte nächtliche Abkühlung und reduzierte Windgeschwindigkeiten erhebliche Wärmebelastungen für die Stadtbevölkerung entstehen.

Insgesamt kann für das Düsseldorfer Stadtgebiet eine Temperaturzunahme von den äußeren Freilandbereichen über die lockere Bebauung bis in die Innenstadt festgestellt werden - entsprechend der Bebauungsdichte und dem Versiegelungsgrad. Die Temperaturdifferenz zwischen dem unbebauten Umland und der stark versiegelten Innenstadt kann bis zu 10 Grad Celsius betragen.

Irisgarten im Südpark

Ausgleichsräume in Düsseldorf

Neben den größeren Grünanlagen wie dem Südpark oder dem Nordfreidhof hat Düsseldorf drei regional bedeutsame Ausgleichsräume: Die großen Freiflächen im Norden (in Wittlaer, Angermund, Kalkum, Kaiserswerth, Lohausen und Stockum), die Wald- und Freiflächen im Osten der Stadt (in Rath, Hubbelrath, Ludenberg, Grafenberg und Unterbach) und die unbebauten Flächen zwischen den Rheinschleifen im Südwesten (in Hamm, Volmerswerth, Himmelgeist, Itter und Urdenbach). Auf den ausgedehnten Freiflächen entstehen bedeutende Mengen kalter Luft. Die ungestörten Oberflächen mit flachem Relief und die östlichen Hanglagen lassen die Luft in die dichter bebauten Gebiete strömen.

Für die Belüftung innerhalb der bebauten Stadt sind Luftleitbahnen, hindernisarme, gradlinige Flächen, von Bedeutung. Durch sie wird frische, kalte Luft über längere Entfernungen transportiert. Die wichtigste Luftleitbahn ist der Verlauf des Rheins mit seinen Wasserflächen und den begrünten Uferzonen. Auch mindestens 50 Meter breite und geradlinige Straßenzüge und Bahntrassen tragen durch geringen Strömungswiderstand zu einer wirkungsvollen Stadtbelüftung bei.

Auch die Begrünung von Dachflächen trägt zu einer Verbesserung des Stadtklimas bei. Insbesondere in dicht bebauten Gebieten, wo Fläche knapp ist, bieten Dächer eine Möglichkeit, Grün in die Stadt zu holen. Daher bietet die Stadt seit 2016 über das Förderprogramm Dach-, Fassaden- und Innenhofbegrünung finanzielle Unterstützung. Die stadtklimatischen Auswirkungen von Vorhaben werden bereits in der Planungsphase betrachtet. Frühzeitig ist es meist möglich Verbesserungen zu erreichen.

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