Programm des Deutschen Wetterdienstes DWD

Mehrere Arten werden auf dem Gelände der Eulerstraße gleich zweifach beobachtet. Zum Einen die eigens gepflanzte, erbgleiche Variante für das GPM-Programm, zum Anderen die Pflanze aus dem zum Teil mehrere Jahrzehnte alten Bestand des Gartens für das Programm des Deutschen Wetterdienstes DWD. Doppelt unter Beobachtung stehen (zum Teil allerdings unterschiedliche Sorten) Schneeglöckchen, Forsythie, Flieder, Süßkirsche, Pfeifenstrauch und Apfel. Im Folgenden werden die nur für das DWD-Programm beobachteten Gewächse porträtiert. Insgesamt umfasst das Programm des DWD 45 Pflanzen mit 26 Phasen, die sich jedoch teilweise nur auf landwirtschaftliche Nutzpflanzen beziehen, welche in Düsseldorf nicht beobachtet werden. Hier sind Wildpflanzen, Ziergehölze und Obstbäume Gegenstand der phänologischen Beobachtungen.

Löwenzahn, Wiesen-Löwenzahn

Taraxacum officinale agg.

Der Löwenzahn ist eine ausdauernde (mehrjährige) Pflanze, die mit einer tief reichenden Pfahlwurzel ausgestattet ist, an deren Wurzelhals sich eine Blattrosette befindet. Die Blätter sind mehr oder weniger stark eingeschnitten. Typisch sind die schirmartigen Flugfrüchte ("Pusteblume"). Löwenzahn gilt als Unkraut, hat aber einen hohen Nutzwert für Mensch und Tier: als ergiebige Bienenweide, gutes Tierfutter, schmackhafter Salat mit Bitterstoffen. Die geröstete Wurzel eignet sich als Kaffeeersatz. Es existieren zahlreiche sehr ähnliche Löwenzahn(klein)arten.

Beobachtete Phase
B=Beginn der Blüte: die ersten Blütenkörbe haben sich vollständig entfaltet. Häufig blüht der Löwenzahn ein zweites oder drittes Mal im Jahr – diese Zeiten sind nicht gemeint.

Gewöhnliche Rosskastanie

Aesculus hippocastanum

Zu dieser Gattung gehören weltweit 13 Arten. Die Gewöhnliche Rosskastanie stammt ursprünglich aus Südosteuropa. Die großen, glänzenden Samen in der stacheligen Frucht ähneln zwar denen der Esskastanie, sind aber wegen des Gehalts an Bitterstoffen nicht genießbar. Auch im unbelaubten Zustand ist die Rosskastanie gut an den aufwärts gebogenen jungen Zweigen zu erkennen, an denen große, harzige Knospen sitzen.

Beobachtete Phasen
A=Beginn des Austriebs: die ersten klebrigen Knospenschuppen beginnen sich zu spreizen und das zarte Grün der Blattspitzen wird sichtbar
BO=Beginn der Blattentfaltung: die ersten Fiederblättchen haben sich zur fingerförmigen Hand aufgerichtet
B=Beginn der Blüte: an einigen Blütenrispen sind die ersten Blüten geöffnet
F=Erste reife Früchte: die ersten ausgereiften, braunen, mattglänzenden Samen mit ihrem gelblichbraunen Nabelfleck fallen vom Baum
BV=Blattverfärbung: etwa die Hälfte der Blätter ist herbstlich verfärbt
BF=Blattfall: etwa die Hälfte der Blätter ist abgefallen

Schwarzer Holunder

Sambucus nigra

Die ungefähr 40 Arten dieser Gattung sind weltweit verbreitet, konzentrieren sich allerdings auf die gemäßigte Zone der Nordhalbkugel. In Deutschland kommen drei Arten wild vor, der Schwarze Holunder davon am häufigsten. Er kann bis zu 7 Meter hoch und 100 Jahre alt werden. Die hellen, runden Äste sind mit einem lockeren, weißen Mark gefüllt. Charakteristisch sind die flachen, doldenförmigen Rispen mit den weißen Blüten. Sie stehen während der Blüte aufrecht, um dann, wenn die kleinen schwarzen Steinfürchte gereift sind, überzuhängen. Blüten und Früchte sind vielfach als Heil- und Nahrungsmittel nutzbar (Saft, Gelee, Süßspeise u. a. m.), die rohen Früchte allerdings ungenießbar.

Beobachtete Phasen
B=Beginn der Blüte: an der am weitesten entwickelten Trugdolde ist etwa die Hälfte der Einzelblüten völlig geöffnet
F=Erste reife Früchte: alle Früchte der am weitesten ausgereiften Trugdolde sind endgültig blauschwarz geworden (keine roten oder grünen "Beeren" mehr an der Dolde; drückt man die Früchte zusammen, spritzt blutroter Saft)

Hänge-Birke

Betula pendula

Von der Gattung Birke sind rund 60 Arten bekannt, die Verbreitung beschränkt sich auf die Nordhalbkugel. Vier Arten kommen in Deutschland vor. Die Hänge-Birke kann ein Alter von 120 Jahren erreichen, wird aber meist nur 50 bis 80 Jahre alt. Sie ist eine schnellwüchsige Pionierbaumart und hierzulande häufig anzutreffen. Das helle Holz wird gerne in der Modelltischlerei verwendet. Die Blätter dienen als Heilmittel, Birkenreiser wurden früher zu Besen gebunden. Der Stamm ist oben weiß und glatt, unten dunkel und tief rissig, die Zweige hängen meist, sind kahl und mit vielen Harzdrüsen besetzt. Die Blätter sind ebenfalls kahl. Schuppen der weiblichen Kätzchen: Seitenlappen rückwärts gebogen. Flügel 2- bis 3-mal so breit wie die Nuss.

Beobachtete Phasen
A=Beginn des Austriebs
die ersten der glänzend braunen, leicht klebrigen Knospen brechen auf. Der Baum erhält durch das sichtbar werdende Blattgrün einen feinen grünen Schimmer
BO=Beginn der Blattentfaltung
die ersten Blätter haben sich bis zum Stiel aus der Knospe herausgeschoben und sich vollständig entfaltet.
B=Beginn der Blüte
die ersten der voll ausgestreckten männlichen Kätzchen beginnen zu stäuben. Leicht feststellbar durch das Schütteln der Zweige bei trockenem Wetter. Vorsicht bei Allergie gegen Birkenpollen! BV=Blattverfärbung
das Birkenlauf hat sich zur Hälfte herbstlich verfärbt
BF=Blattfall
etwa die Hälfte der Blätter ist abgefallen

Sal-Weide

Salix caprea

Aus der Familie der Weidengewächse, einer der größten Gehölzgattungen mit annähernd 500 Arten. In Deutschland sind etwa 30 Arten heimisch. Die Sal-Weide wächst als Strauch oder schnellwüchsiger Baum bis zu 10 Meter hoch. Wie bei allen Weiden-Arten befinden sich weibliche und männliche Blütenkätzchen auf unterschiedlichen Bäumen (Zweihäusigkeit). Die Zweige sind kahl, schmutzig gelbgrün, die rundlichen Blätter etwa in der Mitte am breitesten und auf der Unterseite behaart. Die Rinde wurde früher gegen Fieber und Kopfschmerzen arzneilich genutzt. Das darin enthaltene Salicin (benannt nach "Salix") war der Vorläufer der heute synthetisch hergestellten Acetyl-Salicylsäure (zum Beispiel Aspirin).

Beobachtete Phase
B=Beginn der Blüte
die ersten Blütenkätzchen haben sich soweit gestreckt, dass die geöffneten gelben Staubbeutel zu sehen sind und geben bei Berührung Pollen ab

Schwarz-Erle

Alnus glutinosa

Die Gattung Erle umfasst 35 Arten. Bis auf eine Art, die in den Anden wächst, kommen Erlen ausschließlich auf der Nordhalbkugel vor, drei davon in Deutschland. Die Erlen gehören zur Familie der Birkengewächse und gleichen den Birken zum Beispiel in der Kätzchenform der Blütenstände. Schwarz-Erlen werden bis 25 Meter hoch und selten mehr als 100 Jahre alt. Schwarz-Erlen sind schnellwüchsig. Frisch geschlagenes Holz ist auffällig orange gefärbt. Die Rinde alter Stämme ist schwärzlich-rissig, die gestielten Knospen und die jungen Blätter sind klebrig. Die Schwarz-Erle kann ausgesprochen nasse Standorte besiedeln und kommt daher häufig entlang von Fließgewässern vor. Auf dem Gelände des Kinderhilfezentrums wachsen Erlen entlang der renaturierten Düssel.

Beobachtete Phasen
B=Beginn der Blüte
die braunvioletten Deckschuppen der männlichen Kätzchen sind soweit auseinandergerückt, dass bei Bewegung Blütenstaub freigegeben wird
BO=Beginn der Blattentfaltung
die ersten Blätter haben sich aus den gestielten Knospen herausgeschoben und völlig entfaltet.

Gewöhnliche Eberesche

Sorbus aucuparia

Früchte der Gewöhnlichen Eberesche (Vogelbeeren)
Die Gattung Sorbus zählt zur Familie der Rosengewächse. In die Verwandtschaft der Eberesche gehören Mehlbeere, Elsbeere, Speierling sowie etwa 190 Arten, die über die Nordhalbkugel verbreitet sind. Von diesen wachsen zehn auch in Deutschland. Die Bäume der Eberesche können etwa 15 Meter Höhe erreichen und ein Alter von rund 80 Jahren. Die Blätter mit 9-19 Fiederblättchen ähneln denen der Esche, mit der sie jedoch nicht näher verwandt ist. Die volkstümliche Bezeichnung Vogelbeerbaum rührt her von der großen Beliebtheit der Früchte. Mehr als 60 Vogelarten sollen zu den Fans der Beeren gehören. Meist werden die Samen unverdaut ausgeschieden und können dann zu neuen Pflanzen heranwachsen. Die roten Beeren enthalten viel Vitamin C und eignen sich zur Herstellung von Marmelade.

Beobachtete Phasen
A=Beginn des Austriebs
Sobald die ersten braunschwarzen Knospen (länglich-kegelige Form) aufplatzen und aus der Nähe das erste Blattgrün erkennen lassen, ist das Datum zu notieren. Das kann schon im Vorfrühling geschehen.
BO=Beginn der Blattentfaltung
Sobald sich die Fiederblättchen der ersten Blätter vollständig entfaltet haben, wobei die volle Größe noch nicht erreicht ist.
B=Beginn der Blüte
Wenn sich an einigen der filzig behaarten Doldenrispen die ersten Blüten öffnen
F=Erste reife Früchte
Zeitpunkt notieren, an dem an der am weitesten ausgereiften Dolde alle Einzelfrüchte die höchste Farbintensität erreicht haben. Es dauert längere Zeit bis die Färbung sich von gelb bis scharlachrot entwickelt.

Gemeiner Flieder

Syringa vulgaris

Langsamwüchsiger, bis acht Meter hoher Strauch/kleiner Baum mit weitreichender flacher Bewurzelung. Sehr hartes Holz, typisch sind die herzförmigen Blätter. Zur Gattung der Flieder aus der Familie der Ölbaumgewächse gehören etwa 23 Arten, von denen die meisten in China wachsen. Alle Arten sind Sträucher oder kleine Bäume mit gegenständigen, im Herbst abfallenden Blättern. Die stark duftenden Blüten stehen in reichhaltigen Rispen. Neben dem Gemeinen Flieder gibt es bei uns in Kultur zum Beispiel auch den Persischen, Ungarischen oder Chinesischen Flieder. Letzterer wird in Düsseldorf für das GPM-Programm beobachtet.

Beobachtete Phasen
B=Beginn der Blüte
Es ist das Datum zu notieren, an dem sich die untersten Blüten an mehreren Rispen des Fliederstrauchs zu öffnen beginnen.

Robinie

Robinia pseudoacacia

Zur Gattung Robinia zählen zehn Arten. Sie ist in Nordamerika beheimatet und wird auch als Scheinakazie bezeichnet. Der "Akazienhonig" stammt vom Nektar der Robinie. Echte Akazien bilden eine eigene Gattung, deren Arten kaum den Robinien ähneln und in Deutschland nicht vorkommen. Beide Gattungen haben allerdings Dornen. Robinia pseudoacacia wird bis zu 25 Meter hoch. Holz, Triebe, Samen und Wurzeln enthalten Giftstoffe. Robinia pseudoacacia liebt lockere, sandige Böden und ist auf ihnen sehr schnellwüchsig. Das sehr harte Holz ähnelt in seinen Eigenschaften dem ausgesprochen widerstandsfähigen Teakholz aus den Tropen. Vor allem dann, wenn Robinienholz das FSC-Siegel für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung trägt, ist es dem Tropenholz vorzuziehen.

Beobachtete Phasen
B=Beginn der Blüte
Die Phase ist eingetreten, wenn sich an den allmählich nach unten biegenden Blütentrauben die ersten Blüten öffnen.

Huflattich

Tussilago farfara

Einzige Art der Gattung Tussilago. Bereits im Februar können die geschuppten Stiele des Huflattichs mit den gelben Blüten zum Vorschein kommen. Grüne Blätter entwickeln sich erst später, wenn die Blütenköpfchen welken. Der Blattumriss gleicht einem Pferdehuf, daher der Name. Auf der unteren Seite sind die Blätter gau- bis weißfilzig. Wegen ihrer weichen Unterseite nennt man die Huflattichblätter auch "Wanderers Klopapier". Der Huflattich vermehrt sich über seine Schirmchensamen (wie der Löwenzahn) oder vegetativ über bis zu zwei Meter lange unterirdische Ausläufer.

Beobachtete Phasen
B=Beginn der Blüte
Im phänologischen Vorfrühling. Der Blütebeginn ist zu notieren, wenn sich die ersten der markanten gelben Blütenkörbe völlig geöffnet haben. Das Öffnen der Blüten unterliegt dem Tag-Nacht-Rhythmus, das heißt, abends, aber auch bei regnerischem Wetter, schließen sich die Blüten wieder.

Apfel 'Boskoop'

Malus domestica

Der Kultur-Apfel ist als Kreuzungsprodukt aus südwestasiatischen Wildäpfeln hervorgegangen. Apfelbäume brauchen eine Winterruhe mit niedrigen Temperaturen. Sie überleben Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius. Selten geworden sind hochstämmige Apfelbäume, die Lebensraum für Vögel, Insekten und andere Tiere bieten. Ihr Erhalt kann mit dem Kauf von Äpfeln und Apfelsaft von Streuobstwiesen unterstützt werden. Die Biologische Station Haus Bürgel in der Urdenbacher Kämpe engagiert sich für den Erhalt der Streuobstwiesen und bietet Führungen zu diesem Thema an. Neben dem Kultur-Apfel gibt es in Mitteleuropa nur noch selten den einheimischen Holz-Apfel mit kleinen, herben Früchten.

Beobachtete Phasen
A=Beginn des Austriebs; die ersten Knospen brechen auf und das erste Blattgrün wird sichtbar. Die grünen Spitzen der Primärblätter überragen die Blütenknospen um bis zu 5 Millimeter.
B=Beginn der Blüte
die ersten Blüten sind vollständig geöffnet.
AB=Vollblüte
Etwa 50 Prozent der Blüten sind geöffnet. EB=Ende der Blüte
Etwa 95 Prozent aller Blüten haben ihre Blütenblätter verloren. Die ersten Früchte sind erkennbar, aber noch kleiner als 5 Millimeter
F=Beginn der Pflückreife
Erstes Durchpflücken lohnt sich. Charakteristische Färbung, leichtes Lösen durch Anheben oder Drehen.
BF=Blattfall
Etwa die Hälfte der Blätter ist abgefallen.

Gewöhnlicher Beifuß

Artemisia vulgaris

Der Beifuß gehört zur Familie der Korbblütler und ist mit dem Wermut verwandt. Es handelt sich um eine häufige Pflanze offener Stellen (Ruderalpflanze). Die Blätter sind von unten silberweiß behaart, von oben dunkelgrün. Die Blüten sind unscheinbar und werden durch den Wind bestäubt. Die Pflanze blüht erst im Spätsommer und ist ein bedeutender Verursacher von Heuschnupfen. Die Pollen werden vormittags freigesetzt. Die Pflanze wird gelegentlich als Gewürz für Gänsebraten verwendet.

Beobachtete Phasen
B=Beginn der Blüte. Die ersten Blüten am Grund des Haupttriebs und der Seitenäste sind aufgebrochen und setzen Pollen frei (an mindestens drei Stellen des Beobachtungsobjektes).

Kornelkirsche

Cornus mas

Die Kornelkirsche ist ein Strauch aus der Familie der Hartriegelgewächse und ist nicht näher mit der Kirsche verwandt. Die gelben Blüten erscheinen bereits im Februar vor den Blättern, die Pflanze gehört damit zu den ersten heimischen Frühblühern im Jahr. Die Früchte haben eine gewisse Ähnlichkeit mit Kirschen, sind aber länglicher, mit einem ebenfalls länglichen, an beiden Enden zugespitzten Stein. Die säuerlichen Früchte sind im vollreifen Stadium wohlschmeckend und können zum Beispiel zu Marmelade verarbeitet werden.

Beobachtete Phasen
B=Beginn der Blüte: Die ersten Einzelblüten sind geöffnet und ihre Staubgefäße sind zu sehen (an mind. 3 Stellen des Beobachtungsobjektes).
F=Erste reife Früchte: Die ersten hängenden Früchte sind vollständig ausgefärbt (an mind. 3 Stellen des Beobachtungsobjektes).

Gewöhnliche Esche

Fraxinus excelsior

Die Esche gehört zu den Ölbaumgewächsen und ist daher mit Flieder, Forsythie und Oliven verwandt. Die Gewöhnliche Esche ist der einzige einheimische Baum der Gattung Fraxinus, die weltweit rund 50 Arten umfasst, welche hauptsächlich in Nordamerika und Ostasien vorkommen. Mit einer Höhe von bis zu 45 Metern ist die Gewöhnliche Esche einer der höchsten Laubbäume Europas. Typisch sind die schwarzen Knospen und die gefiederten Blätter. Die Blüten sind unscheinbar und windbestäubt, bei den Früchten handelt es sich um flache Nüsse mit einem propellerartigen Flügel, die vom Wind verbreitet werden. Das Holz ist hell und hart, es wird zum Beispiel als Parkettholz und früher für Skier und Bögen verwendet. Als Weltenesche Yggdrasil spielte sie eine wichtige Rolle in der germanischen Mythologie.

Beobachtete Phasen
B=Beginn der Blüte: Die ersten purpurroten Staubbeutel von männlichen oder zwittrigen Blüten brechen auf und geben Pollen ab (an mindestens drei Stellen des Beobachtungsobjektes).
BO=Beginn der Blattentfaltung: Die ersten Blätter der Esche haben sich mit ihren Fiederblättchen völlig ausgebreitet (an mindestens drei Stellen des Beobachtungsobjektes)

Gewöhnlicher Goldregen

Laburnum anagyroides

Der Goldregen ist ein fünf bis sieben Meter hoher Strauch aus der Familie der Schmetterlingsblütler. Er stammt ursprünglich aus Südeuropa und Südwestasien und wird hierzulande seit dem 16. Jahrhundert als Zierpflanze kultiviert. Im Mai erscheinen die leuchtend gelben Blütentrauben, die eine Länge von 10 bis 25 Zentimetern erreichen. Die Blätter sind dreiteilig und sehen daher aus wie große Kleeblätter. Alle Teile der Pflanze sind giftig durch das darin enthaltene Alkaloid Cytisin. Insbesondere durch Lutschen oder Kauen der Samen, die ähnlich wie Erbsen in den Fruchthülsen liegen, sind schon Vergiftungen vorgekommen. Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist auch schon Kindern eine gewisse Artenkenntnis beizubringen.

Beobachtete Phasen
B=Beginn der Blüte: Die ersten Blüten haben sich vollständig geöffnet, so dass die Blütenblätter zwischen den entfalteten Blütenblättern sichtbar sind und Blütenstaub abgeben.

Hunds-Rose

Rosa canina

Die Gattung Rosa ist die namensgebende Gattung der Rosengewächse und umfasst je nach Auffassung zwischen 100 und 250 Arten, welche überwiegend auf der Nordhemisphäre verbreitet sind. Die oft so genannten "Dornen" der Rosen sind in Wirklichkeit Stacheln, also nur Auswüchse der äußeren Gewebeschichten und keine umgewandelten Pflanzenorgane. Sie dienen als Fraßschutz und bei Kletterrosen als Kletterorgan. Die Hunds-Rose ist eine verbreitete Strauchart unserer Hecken. Ihre Blüten sind rosafarben mit fünf Kronblättern, die durch Insekten bestäubt werden. Die roten Hagebutten sind Sammel-Nussfrüchte, der äußere fleischige Teil wird vom Blütenboden gebildet. Die Hagebutten enthalten viel Vitamin C und können zum Beispiel zu Marmelade und Hagebuttentee verarbeitet werden. Die Hunds-Rose dient auch als Unterlage für Zierrosen. Letztere stammen von verschiedenen Wildarten und ihren Hybriden ab und haben im Gegensatz zu den Wildrosen meistens gefüllte Blüten.

Beobachtete Phasen
B=Beginn der Blüte: Die ersten hell rosafarbenen Blütenblätter sind vollständig entfaltet (an mindestens drei Stellen des Beobachtungsobjektes).
F=Erste reife Früchte

Fotos: blickwinkel.de, Umweltamt Düsseldorf, ulfschmitz.de