Pflichtschulungen für Beschäftigte in Lebensmittelunternehmen

Alle Beschäftigten, die in Berührung mit Lebensmitteln und Bedarfsgegenstände kommen, dazu zählen unter anderem Küchen-, Reinigungs- und Servicepersonal, müssen in regelmäßigen Abständen in den Themen Lebensmittelhygiene und Infektionsschutz geschult werden.

Es wird zwischen zwei Schulungen unterschieden:

     

  1. Lebensmittelhygiene-Schulung nach EU Verordnung (EG) Nummer 852 2004
  2. Belehrung gem. § 43 Infektionsschutzgesetz (IfSG)
  3.  

 

Beide sind Pflicht. Für die Durchführung der Schulungen ist der Arbeitgeber verantwortlich.

 

Lebensmittelhygieneschulung nach EU Verordnung (EG)
Nummer 852 2004

Der Lebensmittelunternehmer ist verpflichtet, Personen, die mit Lebensmitteln umgehen, zum Thema Hygiene zu unterrichten. Diese Schulung kann durch das Unternehmen selbst oder durch Dritte durchgeführt werden und muß alle zwei Jahre wiederholt werden. Bei Neueinstellungen müssen die Beschäftigten, insbesondere Saison- und Aushilfskräfte, vor Arbeitsantritt geschult werden.

 

Konkrete Anforderungen an die Hygieneschulungen werden im Gesetzestext nicht genannt. Weitere Erläuterungen enthält lediglich die DIN 10514 über Hygieneschulungen. Grundsätzlich muss sich aber die Schulung/ Unterrichtung auf alle Hygienebereiche beziehen und auf die jeweiligen Tätigkeitsfelder ausgerichtet sein, die für den Betrieb von Relevanz sind:

     

  • Lebensmittelhygiene
  • Personalhygiene
  • Gerätehygiene
  •  

 

Es empfiehlt sich für Beschäftigte, die die deutsche Sprache nicht beherrschen, Unterlagen in ihrer Muttersprache zur Verfügung zu stellen.

 

Dokumentationspflicht

Die Durchführung der Schulung und die Teilnahme der Beschäftigten muss dokumentiert werden. Die Nachweise müssen dem Lebensmittelkontrolleur auf Verlangen gezeigt werden.

 

HACCP-Konzept

Personen, die mit der Entwicklung und Anwendung des HACCP-Konzeptes beauftragt sind, müssen neben der einfachen Schulung zusätzlich Schulungen zum Themenbereich HACCP besuchen. Die Abkürzung HACCP steht für Hazard Analysis Critical Control Point (Gefährdungsanalyse und kritische Kontrollpunkte). Dies ist ein vorbeugendes System, das die Sicherheit von Lebensmitteln und Verbrauchern gewährleisten soll.

 

Belehrung nach Infektionsschutzgesetz gem. § 43 Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Die so genannte Erstbelehrung gem. § 43 IfSG erfolgt durch das Gesundheitsamt. Die Belehrung erfolgt mündlich sowie schriftlich, informiert über ansteckende Krankheiten und zeigt auf, wie man die Symptome erkennen kann.

Diese Belehrung muss vor Arbeitsantritt absolviert werden beim

Gesundheitsamt Düsseldorf Kölner Straße 180, Telefon 89-92618, Fax 89-32603

 

Folgeschulung gem. § 43 Abs. 4 IfSG

Nach der Erstbelehrung beim Gesundheitsamt (weitere Informationen finden Sie hier) müssen die Beschäftigten alle zwei Jahre an einer Folgeschulung gem. § 43 Absatz 4 IfSG teilnehmen. Diese Belehrung erfolgt nicht mehr beim Gesundheitsamt, sondern wird betriebsintern von dem Unternehmer selber oder einem Dritten durchgeführt. Die Dokumente über die durchgeführte Erstbelehrung erhalten nur dann Gültigkeit, wenn im Zeitraum von drei Monaten nach der Schulung eine Tätigkeit im Lebensmittelbereich ausgeübt wird. Dabei reicht schon ein Tag aus. Der Erstbelehrungsnachweis hat dann "unbegrenzte" Gültigkeit. Bei der Aufnahme einer neuen Tätigkeit reicht dann die Wiederholungsbelehrung am Arbeitsplatz aus. Die Teilnahme der Beschäftigten muss dokumentiert werden. Hilfe zu den Inhalten der Schulung erteilt das

Amt für Verbraucherschutz Abteilung Lebensmittelüberwachung und Veterinärwesen Düsseldorf.

 

Es bietet sich an, die Lebensmittelhygiene-Schulung und die Folgebelehrung gem. § 43 Absatz 4 IfSG miteinander zu verbinden und am gleichen Termin durchzuführen.