Erster Spatenstich U-Bahn-Trasse Fischerstraße am 24. März 1973.

Geschichte der Stadtbahn

Am 24. März 1973 begann mit dem ersten Spatenstich in der Fischerstraße der U-Bahnbau in Düsseldorf. Seitdem wurde in der Landeshauptstadt unter und über der Erde viel bewegt. Tunnel von insgesamt rund 6,9 Kilometern Länge und zwölf unterirdische U-Bahnhöfe sind bereits entstanden.
Jetzt schreibt die U-Bahn mit der Wehrhahn-Linie - dem größten innerstädtischen Verkehrsprojekt des kommenden Jahrzehnts - erneut Geschichte.

Bereits in den 1960er-Jahren begannen die Planungen für den U Bahnbau in der Rheinmetropole. Das Ziel: ein leistungsfähiger, reibungsloser Nahverkehr, der das bestehende Netz merklich verbessert. Schließlich war Düsseldorf damals wie heute in besonderem Maße auf ein intaktes öffentliches Nahverkehrsangebot angewiesen: Nicht nur als Kultur- und Finanzmetropole hatte sich die Stadt bereits einen Namen gemacht, sondern auch als starker Wirtschafts- und Dienstleistungsstandort. Zudem wuchs die Bedeutung der Stadt als Drehkreuz durch den Flughafen: Heute fertigt "Düsseldorf International" bereits jedes Jahr mehr als 17 Millionen Fluggäste ab. Tendenz steigend.

Am 19. Dezember 1968 fasste der Stadtrat den Beschluss, mit dem U-Bahnbau zu beginnen. Fünf Jahre später nahm das Großprojekt in Pempelfort seinen Anfang. Wo sonst Tausende Autos über die Straßen rollten, arbeiteten sich Bagger und gewaltige Baumaschinen in Richtung Innenstadt vor. Überall unter der Stadt entstanden tiefe Röhren, in denen das Gleissystem der neuen U-Bahn verlegt wurde. Schweres Gerät war nötig, um Millionen Tonnen Erde zu bewegen - eine Mammutaufgabe. Große Bauarbeiten veränderten auch das Gesicht des Düsseldorfer Hauptbahnhofes. Hier entstand unter der Einkaufspassage eine "Höhlenlandschaft" für die neue U-Bahn. Zur gleichen Zeit nahmen der Abriss des Oberbilker Stahlwerks und die damit verbundene Umgestaltung der City Ost seinen Lauf. Am Bertha-von-Suttner-Platz entstanden Wohn- und Geschäftsräume für ein neues, lebendiges Viertel der Rheinmetropole.

Jungfernfahrt acht Jahre nach Baubeginn

Im Jahr 1973 startete der Bau der Nordstrecke. Von der Heinrich-Heine-Allee aus entstand eine rund 1.600 Meter lange Tunnelstrecke. Von 1979 bis 1983 folgte die Röhre zur Oberkasseler Brücke. 1981 - acht Jahre nach Baubeginn - war das erste Teilstück fertiggestellt. Die Jungfernfahrt startete am 3. Oktober 1981 an der Kaiserswerther Straße. Von hier aus ging es auf dem Streckenabschnitt zwischen Kennedydamm und Heinrich-Heine-Allee erstmals in den neuen U Bahn-Tunnel. Grundstock für die Wehrhahn-Linie.

Die Heinrich-Heine-Allee wurde durch den U-Bahnbau zu einem zentralen Umsteigepunkt mit einer lebendigen Geschäftspassage. Hiermit verbunden war der vollständige Abbau des historischen Carsch-Hauses. Um Platz für Bagger und Arbeiter zu schaffen, wartete auf die denkmalgeschützte Fassade die komplette Demontage - Stück für Stück. 4.800 Teile wurden nummeriert, sortiert und gelagert. In den frühen 1980er-Jahren legten die Bautrupps auch den ersten Grundstock für die Wehrhahn-Linie, denn bereits damals war klar, dass die Linie kommt: Etwa 20 Meter unter dem Niveau des heutigen Bahnhofs Heinrich-Heine-Allee entstanden zwei rund 200 Meter lange Teilstücke der Wehrhahn-Trasse in Richtung Benrather Straße. Nachdem alle Bauarbeiten abgeschlossen waren, feierte das neoklassizistische Carsch-Haus seine Wiedereröffnung: Im Jahr 1984 stand der funkelnde Stern unter den Düsseldorfer Warenhäusern um 23 Meter nach Westen für seine Kunden bereit.

Ebenfalls mehr als beeindruckend waren die Bauarbeiten unter dem heute denkmalgeschützten Wilhelm-Marx-Haus. Das 20.000 Tonnen schwere Hochhaus wurde komplett untergraben und auf 490 Betonpfähle gestellt. Parallel zu den Erdbewegungen unter dem ersten Bürohochhaus Deutschlands verliefen die Arbeiten von der Breiten Straße zum Prachtboulevard der Rheinmetropole: der Königsallee. Anfang der 1980er-Jahre präsentierte sich die beliebte Flaniermeile im Herzen der Stadt noch als Großbaustelle. Doch bereits 1985 konnten die Bauarbeiten auf der Kö abgeschlossen werden, sodass die Straße wieder im alten Glanz erstrahlte.

Von der Königsallee aus nahmen die Bauarbeiten dann ihren Weg zum Hauptbahnhof - dem Dreh- und Angelpunkt für Pendler. Unter dem Bahnhof waren die Bauarbeiten zu diesem Zeitpunkt schon weit vorangeschritten: Die Technik stand bereits, als Bauarbeiter den Schotter für das Gleisbett verteilten. Im Mai des Jahres 1988 ging das Teilstück von der Heinrich-Heine-Allee zum Hauptbahnhof in Betrieb - pünktlich zum 700-jährigen Jubiläum der Stadt. Im August des gleichen Jahres folgte der Streckenabschnitt von der Heinrich-Heine-Allee in Richtung Oberkasseler Brücke.

Jetzt setzt die Stadt Düsseldorf mit der neuen Wehrhahn-Linie den eingeschlagenen Kurs fort. Ihr erklärtes Ziel: das bestehende Stadtbahnnetz weiter ausbauen und perfektionieren. Damit die Rheinmetropole auch auf die steigenden Verkehrsströme der Zukunft bestens vorbereitet ist. Für den öffentlichen Nahverkehr der Landeshauptstadt Düsseldorf wurde mit der Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie ein vollkommen neues Kapitel aufgeschlagen. Auf einer Strecke von 3,4 Kilometern werden vier Straßenbahnlinien unter der Erde geführt. Damit ist eine merkliche Beschleunigung und Verbesserung auf dem Weg durch die City verbunden.