Heinrich-Heine-Platz Düsseldorf

Umgestaltung Heinrich-Heine-Platz
Umgestaltung Heinrich-Heine-Platz

Heinrich-Heine-Platz Düsseldorf

Der Heinrich-Heine-Platz ist für die Stadt Düsseldorf von großer Bedeutung. Er liegt am historischen Prachtboulevard und der heutigen Hauptverkehrsstraße Heinrich-Heine-Allee.

Mit seiner Lage zwischen Königsallee und Altstadt ist der Platz ein zentraler Ankunftsort für Menschen, die die Altstadt besuchen. Die fußläufige Verbindung von den östlich gelegenen Einkaufsstraßen -Kö und Schadowstraße- zum Rhein führt über den Platz, und bereits heute dient er als Treffpunkt und Aufenthaltsort.

Die letzte Platzgestaltung aus dem Jahr 1984 ist allerdings in die Jahre gekommen und der Platz hat stark an Aufenthaltsqualität verloren. Durch die bestehende Verkehrsbelastung und fehlende Barrierefreiheit sind seine Nutzbarkeit und die Aufenthaltsqualität stark eingeschränkt.

Durch den Bau der Wehrhahnlinie und dem damit verbundenen Wegfall der oberirdischen Straßenbahnen ist zukünftig eine deutliche Vergrößerung und Verkehrsberuhigung der Platzfläche möglich, wenn – im Rahmen einer Neugestaltung – auf die Kfz-Anbindung der Heinrich-Heine-Allee an die Kasernenstraße verzichtet wird.

Dadurch bietet sich die Chance, den Platz für die Düsseldorfer Bevölkerung und auswärtige Gäste aufzuwerten und besser nutzbar zu machen.

Im Sommer 2019 wurde in einem Workshopverfahren, gemeinsam mit der Bevölkerung, den Eigentümern des Carsch-Hauses, Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik sowie verschiedenen Interessensgruppen und drei Planungsbüros aus den Bereichen Hochbau, Verkehr und Landschaftsplanung ein gemeinsames städtebauliches und freiraumplanerisches Konzept entwickelt.

Im Dezember 2020 hat der Rat der Stadt Düsseldorf dieses Konzept beschlossen, mit dem Auftrag, die Themen Verkehrskonzept, Begrünung, Aufenthaltsqualität und Sicherheit, besonders in den Nachtstunden, zu überarbeiten.

Aktuelles zum Heinrich-Heine-Platz

Aktuelles zum Heinrich-Heine-Platz

Mit dem Planungsbeschluss Platz- und Freiraumplanung Heinrich-Heine-Platz mit dem Umfeld der Heinrich-Heine-Allee“ vom 16.12.2021 wurde die Herstellung einer Entwurfsplanung (LPH 3) und Genehmigungsplanung (LPH 4) für die Platz- und Oberflächengestaltung durch den Rat der LHD beschlossen.

"Bei der Umgestaltung des Heinrich-Heine-Platzes müssen verschiedene, vielfältige Aspekte und Anforderungen Berücksichtigung finden. Die Verkehrsführung gilt es im Sinne der Verkehrswende zu optimieren, dabei jedoch gleichermaßen das sich verändernde Stadtklima und die Multifunktionalität des Platzes für Veranstaltungen zu beachten", erklärte Jochen Kral, Dezernent für Mobilität.

Bei der Umgestaltung lassen sich zwei Kernziele hervorheben:

1. Verbesserung der Aufenthaltsqualität

Die Aufenthaltsqualität soll unter anderem durch eine großflächige Begrünung, die den Heinrich-Heine-Platz zu einer grünen Oase im Stadtzentrum werden lässt, gesteigert werden. Angedacht ist, dass der Platz eine große, baumüberstandene Fläche erhält, wobei die Straße von zwei Baumreihen gefasst wird. Die Baumallee aus der Heinrich-Heine-Allee, in Richtung des Wilhelm-Marx-Hauses, wird somit fortgesetzt. Zudem sollen Hochbeete gepflanzt werden, welche die neuen Aufenthaltsflächen von der Straße abgrenzen.

Auch sollen Gebiete am Heinrich-Heine-Platz als Rückzugsorte fungieren. Westlich des Carsch-Hauses, in der Hunsrückenstraße, soll daher eine großzügige Sitzlounge entstehen,

Auch die Beleuchtung zielt auf die Schaffung einer höchstmöglichen Aufenthaltsqualität ab: Zusätzlich zur regulären Beleuchtung des Platzes sind besondere Beleuchtungselemente – sogenannte Akzentlichter – geplant, die die Atmosphäre prägen und zum Verweilen einladen.

2. Umgestaltung des Straßenraums/ Anpassung der Verkehrsführung

Die Altstadt wird tagtäglich von einer großen Zahl von Menschen besucht. Um diesen mehr Platz und Bewegungsfreiheit zu bieten, werden am Heinrich-Heine-Platz gezielt Flächen von Einbauten freigehalten. Der gesamte Platz kann durch den Wegfall der Kfz-Verbindung zur Kasernenstraße vergrößert werden, und der neugestaltete Zugang in das Basement des Carsch-Hauses mit seinem Lichthof fügt sich in die offene Platzmitte ein. Insgesamt erfolgt die Neugestaltung sehr "platzsparend".

In puncto Barrierefreiheit wird unter anderem ein Glasaufzug vorhanden sein, mit dem Menschen mit Einschränkungen problemlos und komfortabel direkt zur untenliegenden U-Bahn-Station gelangen können. Der U-Bahn-Abgang Richtung Flinger Straße auf dem Heinrich-Heine-Platz soll zudem an das vorhandene Leitliniennetz der Altstadt angeschlossen sein.

Die zukünftige Verkehrsführung ergibt sich aus der Auswertung von neun verschiedenen Varianten, wobei die folgenden sechs Zielfelder Berücksichtigung fanden: Verkehrsqualität bei ÖPNV, motorisierter Individualverkehr, Radverkehr, Fußverkehr sowie die Qualität des Stadtraumes und die Wirtschaftlichkeit. Es erfolgte eine Gewichtung dieser und eine Bewertung anhand eines Punktesystems.

Im Ergebnis empfiehlt die Stadtverwaltung folgendes Modell:

  • Kraftfahrzeugverkehr
    Der fließende Verkehr soll entlang der Breite Straße geführt werden. Dafür steht für dem Geradeausverkehr nach Süden und Norden jeweils eine separate Fahrspur zur Verfügung. Für den Verkehr in Richtung Theodor-Körner-Straße wird aus Norden eine Linksabbiegespur bzw. aus Süden eine Rechtsabbiegespur angeordnet. Darüber hinaus werden in der Breite Straße eine Links- und eine Rechtsabbiegespur in die Benrather Straße angeordnet.
    Ab der Benrather Straße wird das ursprüngliche Einbahnstraßensystem in der Breite Straße und der Kasernenstraße wiederaufgenommen. Die Kasernenstraße soll nördlich der Benrather Straße als Tempo-30-Zone ausgewiesen und im Zweirichtungsverkehr befahren werden. Die Durchfahrt zum Heinrich-Heine-Platz wird für den Regelverkehr verboten.
    Die Theodor-Körner-Straße wird als einspurige Einbahnstraße in Fahrtrichtung Osten ausgewiesen. An der Einmündung zur Königsallee (Westseite) weitet sich der Fahrbahnquerschnitt für je eine Links-, Geradeaus- und Rechtsabbiegespur wieder entsprechend auf. Die Trinkausstraße wird als Einbahnstraße in Richtung Westen ausgewiesen.
  • Fußgängerverkehr
    Durch den Wegfall von Fahrspuren ergeben sich auf der Achse Flinger Straße - Theodor-Körner-Straße kürzere und sehr gradlinige Querungswege und somit deutlich kürzere Querungszeiten als im Bestand. Darüber hinaus entfallen die heute vorhandenen Mittelinseln. Durch die Ausweisung der Theodor-Körner-Straße als Einbahnstraße in Richtung Osten ergibt sich die Möglichkeit, die Seitenräume dort für den Fußgängerverkehr zu erweitern und geradlinige Laufwege anzubieten.
  • Öffentlicher Nahverkehr
    Die Bushaltestelle „Heinrich-Heine-Allee“ wird vor das Rheinbahnkundencenter gelegt. Die Bushaltestelle „Benrather Straße“ an der Kasernenstraße wird in der Breite Straße positioniert.
  • Radverkehr
    Auf der Heinrich-Heine-Allee, der Breite Straße und der Benrather Straße sind für jede Fahrtrichtung separate richtlinienkonforme Radfahrstreifen vorgesehen. Ergänzend dazu kann der Radverkehr in Fahrtrichtung Süden auch entlang des Heinrich-Heine-Platzes auf einem baulichen Zweirichtungsradweg zwischen Carsch-Haus und Wilhelm-Marx-Haus in die Kasernenstraße einfahren. Im Abschnitt der Kasernenstraße wird der Radverkehr bei Anordnung einer Streckengeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern auf der Fahrbahn geführt. Bei dem neu entstehenden Radweg wird größter Wert daraufgelegt, dass dieser sich durch seine rostrote Asphaltoberfläche optisch deutlich von der restlichen Platzfläche abhebt.
  • Taxiverkehr
    Der Taxiverkehr wird zukünftig, wie im Bestand, zwischen Theodor-Körner-Straße und Elberfelder Straße auf der Heinrich-Heine-Allee angeordnet. Die Anfahrt des Taxistandes kann dabei über den Tunnel der Elberfelder Straße, aus einer Wartezone parallel zum Tunnel oder auch aus der Heinrich-Heine-Allee erfolgen. Im dortigen Platzbereich ist eine zweistreifige Aufstellung der Taxen möglich.

Beschlüsse des Rates/Ausblick

Beschlüsse des Rates/Ausblick

Der Ausführungsbeschluss Platz- und Freiraumplanung Heinrich-Heine-Platz wurde am 24.08. im Ausschuss für Planung- und Stadtentwicklung beschlossen wurde, am 29.08. im Haupt- und Finanzausschuss, und final auch am 08.09. in der Ratssitzung. Der Rat hat die Entwurfsplanung (LP 3 Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, HOAI) zur Platz- und Freiraumgestaltung (Vorabzug Stand 22.06.2022) für den Heinrich-Heine-Platz und den Vorplatz des Wilhelm-Marx-Hauses (Anlage 1), die auf den Ratsbeschlüssen OVA/103/2020 und OVA/130/2021 vom 16.12.2021 basiert, zur Kenntnis genommen und zugestimmt, dass auf dieser Grundlage durch den Investor eine Ausführungsplanung erstellt und baulich umgesetzt wird.

Der Pavillon wurde nach dem Weihnachtsmarkt im Januar 2022, abgebaut und eingelagert. Nach abgeschlossener Prüfung des alternativen Standortes wird dieser zeitnah vorgestellt.

Es ist vorgesehen, direkt im Anschluss der Platzfertigstellung mit dem Bau der Straße zu beginnen. Für die Bauzeit wird eine Dauer von etwa 18–24 Monaten angenommen.