Friedrich2468: KomKuK-Fenster zeigen Design, Fotografie, Möbel, Mode und Urban Art

Bereits zum dritten Mal stellt die Wirtschaftsförderung attraktive Schaufensterflächen für die lokale Kultur- und Kreativwirtschaft zur Verfügung. Unter dem Titel „Friedrich2468“ sorgt das KomKuK damit in Kooperation mit der Hotelgesellschaft Motel One, der Eigentümerin des ehemaligen Stern-Verlag-Gebäudes auf der Friedrichstraße, für eine Belebung der etwa 40 Meter langen Fensterfront. Seit Ende Juli 2021 werden die Fenster und Fassadenflächen für jeweils sechs Wochen befüllt und gestaltet. Das Projekt läuft zunächst bis Ende 2021.

Gestaltungen für den Zeitraum Juli bis Oktober stehen fest

Mitte Juni 2021 luden Wirtschaftsförderung und Motel One alle Akteure der Düsseldorfer Kultur- und Kreativwirtschaft dazu ein, sich für eine Präsentationsfläche in einem der Friedrich2468-Fenster zu bewerben. Eine Jury wählte dann Anfang Juli aus den zahlreichen Bewerbungen die Gewinnerinnen und Gewinner aus.

Fachbereich Design der HSD - Hochschule Düsseldorf © Landeshauptstadt Düsseldorf/Lars Heidrich

Im Zeitraum Juli bis Mitte September 2021 zeigt Friedrich2468:

Fachbereich Design der HSD - Hochschule Düsseldorf

Aufgrund der Pandemie konnte an der HSD seit Frühjahr 2020 keine analoge Werkschau mehr stattfinden. Um zumindest einige Abschlussarbeiten aus dem Fachbereich Design einer breiteren Öffentlichkeit „in echt“ zugänglich zu machen, nutzen vier Absolventinnen und Absolventen der HSD den ehemaligen Haupteingang des Stern-Verlags zur Präsentation studentischer Arbeiten. Unter dem Titel „Aus gegebenem Anlass“ wird jeweils sieben Studierenden eine individuelle Fläche zur Verfügung gestellt. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt im Bereich Design, wobei das Spektrum von Fotografie über Illustration bis hin zu Objektdesign reicht.
ausgegebenemanlass.de

Maria Lentzen © Landeshauptstadt Düsseldorf/Lars Heidrich

Maria Lentzen

Mit ihrer "Kollektion 10 Cent“ stellt die Künstlerin die Frage der Nachhaltigkeit und der Werthaftigkeit von Gebrauchsobjekten. Ein klassisches Konsumobjekt ist die Plastiktüte, die allerdings aufgrund von gesetzlichen Einschränkungen mehr und mehr zum Relikt der Vergangenheit wird, wobei sie als Material noch lange für die Umwelt (und die Kunst) erhalten bleibt. Maria Lentzen zeigt in einem Schaukasten eine Reproduktion einer gewebten Tüte aus dem Stern-Verlag. Während sich das Werk dabei einerseits mit Umweltschutz und Konsum beschäftigt, spielt es gleichzeitig mit der (zumindest gefühlten) Unvergänglichkeit des Stern-Verlags im kollektiven Bewusstsein Düsseldorfs.
www.maria-lentzen.de

Marcus Kautz © Landeshauptstadt Düsseldorf/Lars Heidrich

Marcus Kautz

Auf Vermittlung von Labor Fou, einem experimentellen Format, dass die Designagentur milkmonkey betreibt, hat der multidisziplinäre Designer Marcus Kautz einen „Raum für Resonanz“ erstellt. Dieser Raum erstreckt sich vom Schaufenster über eine Soundinstallation bis hin zu einer temporären Sitzgelegenheit, die zum Verweilen vor den Fenstern einlädt. Der „Raum für Resonanz“ ist Teil der Bachelorarbeit von Marcus Kautz im Fachbereich Design / Retail Design an der Hochschule Düsseldorf (Prüfer Prof. Dr. phil. Rainer Zimmermann und Alain Yimbou M.A.).
labor-fou.com
marcus-kautz.de

aerosoap
aerosoap, Thomas Wirtz und Frédéric Wiegand © Landeshauptstadt Düsseldorf/Lars Heidrich

aerosoap

Die beiden Kommunikationsdesigner Thomas Wirtz und Frédéric Wiegand wurden mit ihrem interdisziplinären Kreativlabor aerosoap im Jahr 2020 als „Kreativpiloten“ der Bundesregierung ausgezeichnet. Unter dem Motto „we let material speak“ realisiert aerosoap Projekte an der Schnittstelle von Kunst, Design und Naturwissenschaft. In ihrem Friedrich2468-Fenster winken leuchtende Hände als kinetische Installation Betrachter heran, senden ihnen einen Gruß oder heißen sie einfach auf der Einkaufsmeile Friedrichstraße willkommen.
aerosoap.com

Galerie Take a Butcher’s, Mr. Bee © Landeshauptstadt Düsseldorf/Lars Heidrich

Galerie Take a Butcher’s / Mr. Bee

In Kooperation mit der in Flingern ansässigen Galerie für Street Art / Urban Art Take a Butcher’s wurde eine der drei Spanplatten vor dem überdachten, ehemaligen Eingangsbereich des Stern-Verlag durch den belgischen Künstler Mr. Bee gestaltet. Der Name ist Programm, das Motiv zeigt eine Biene, wobei sich der Künstler intensiv mit der Geschichte des Stern-Verlags beschäftigt hat und daher einen klaren Bezug zum Ort und dem Kulturgut Buch herstellt.
takeabutchers.gallery
instagram.com/takeabutchers.gallery
instagram.com/mrbeebzzz

Galerie PrettyPortal, Oliver Räke © Landeshauptstadt Düsseldorf/Lars Heidrich

Galerie PrettyPortal / Oliver Räke

Eine weitere Holzfläche wurde in Kooperation mit der Bilker Urban Art-Galerie Pretty Portal durch den Düsseldorfer Künstler Oliver Räke alias “Magic One” inszeniert. Sein Motiv beschäftigt sich mit Grenzen: Dort, wo wir uns selbst beschränken, freiwillig oder weil sich andere Ideen unserer Vorstellungskraft entziehen - politisch, gesellschaftlich und auch in der Beziehung zwischen zwei Menschen.
prettyportal.de
instagram.com/magic_one_nut

Fläche für Veranstaltungen und Poster © Landeshauptstadt Düsseldorf/Lars Heidrich

Die mittlere Spanplatte wurde vom KomKuK selbst gestaltet. Die Wand bleibt weitgehend frei und dient als Angebot an alle, die Poster und Hinweise zu kulturellen Veranstaltungen in Düsseldorf platzieren möchten.

Düsseldorfer Perlen, Markus Luigs (rechts im Bild) © Landeshauptstadt Düsseldorf/Lars Heidrich

Markus Luigs / Düsseldorfer Perlen

Zwischen den Häusern Friedrichstraße 26 und 28 wurden früher Raritäten aus dem Antiquariat des Stern-Verlag ausgestellt, nun wird die Buchhandlung selbst zum Ausstellungsstück. Der Düsseldorfer Fotograf Markus Luigs hat das traditionsreiche Geschäft im Rahmen seiner Fotoreihe „Düsseldorfer Perlen“ kurz nach der Schließung des Stern-Verlags im Jahr 2016 fotografisch dokumentiert. Einige der Arbeiten werden im rechten Schaukasten gezeigt, die gegenüberliegende Fläche bietet Informationen zu den KomKuK-Fenstern und Brancheninformationen zur Kultur- und Kreativwirtschaft in Düsseldorf.
duesseldorferperlen.de

Sie gehörten zwar nicht zum Stern-Verlag, aber auch die Fenster der Friedrichstraße 28 werden im Rahmen des Projektes Friedrich2468 als Präsentationsflächen genutzt. Hier stellen die ersten beiden Sieger des Wettbewerbs aus, der von KomKuK und Motel One im Juni 2021 durchgeführt wurde.

Markus Wilkens (links im Bild) © Landeshauptstadt Düsseldorf/Lars Heidrich

Markus Wilkens

Der Gestalter Markus Wilkens präsentiert eine Auswahl von Modellen für Möbelstücke, die er im kleinen Format entworfen und im großen Maßstab, meist aus Metall,  gebaut hat. Die Ausstellung macht den kreativen Prozess von der ersten Idee für ein Objekt bis hin zur Fertigstellung von Möbeln wie Tischen, Stühlen oder Sitzbänken für den öffentlichen Raum nachvollziehbar.
markuswilkens.de

Florian Baier
ULTRA TRASH, Florian Baier © Landeshauptstadt Düsseldorf/Lars Heidrich

ULTRA TRASH

Aus seiner Leidenschaft für Filme der Genres Horror, Trash und Grusel der 1960er bis 1980er Jahre hat der Designer Florian Baier sein Label ULTRA TRASH entwickelt. Inspiriert von der speziellen Filmkultur seiner Lieblingsgenres und der Ästhetik alter Kinos, zeigen seine T-Shirts und Poster bildgewaltige Referenzen zu Filmen, die es nicht gibt. Ergänzt durch Filmrequisiten und Kinoelemente lädt das KomKuK-Fenster von ULTRA TRASH zu einem ganz besonderen Kinoerlebnis ein, bei dem der Film nur im Kopf des Betrachters zu sehen ist.
ultra-trash.com
instagram.com/ultratrash

Friedrich2468 läuft noch bis Dezember 2021

Mitte September werden die Inhalte der Fenster gewechselt, die nächsten Gestalterinnen und Gestalter stehen bereits fest. Für die Vergabe der Fenster im Zeitraum November / Dezember wird es einen zweiten Wettbewerb geben (Durchführung voraussichtlich im September). Stay tuned!

Für alle Fenstergestaltungen gilt:

  • mietfreie Präsenz in einer von vier Fensterflächen der Friedrichstraße 24 bis 26 bzw. 28 (ehem. Rossmann), 40217 Düsseldorf
  • Ausstattung des Schaufensters in Eigenregie
  • Zugriff auf das verbliebene Inventar des ehemaligen Stern-Verlags zur Fenstergestaltung
  • einmalig 100 Euro „Fenstergeld“ pro Gestaltung und Fenster
  • Präsentation des Schaufensters auf der KomKuK-Webseite und in social media
  • Nutzungszeitraum insgesamt sechs Wochen pro Fenster / Gestaltung
  • Gestaltungen müssen ohne stromverbrauchende Geräte auskommen