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Stadtgrün

Sommerserie: Sechs Wochen, sechs Zukunftsbäume für Düsseldorf

Folge 2: Der Heimatheld

Der Feldahorn wird wegen seiner eher unauffälligen Erscheinung häufig unterschätzt – dabei fliegen nicht nur Wildbienen auf ihn


Erstellt:
Redaktion: Buch, Michael

Er steht an Straßen, in Parks, zwischen Feldern und manchmal direkt vor der eigenen Haustür. Trotzdem kennen ihn die wenigsten. Während Exoten wie der Trompetenbaum mit auffälligen Blättern oder Blüten alle Blicke auf sich ziehen, verrichtet der Feldahorn seit Jahrhunderten eher still seine Arbeit. Und genau das macht ihn so besonders. Denn der Feldahorn gehört zu den heimischen Arten, die Hitze und längere Trockenperioden gut vertragen. Er gilt als robust im Stadtklima, spielt aber eine noch bedeutendere Rolle an Waldrändern, Hecken und Feldern: Dort gehört er zu den wertvollsten Bäumen für zahlreiche Insektenarten.

Mit der sechsteiligen Sommerserie "Sechs Wochen, sechs Zukunftsbäume für Düsseldorf" stellt das Gartenamt Baumarten vor, die den Herausforderungen des Klimawandels besonders gut gewachsen sind. Manche stammen aus fernen Ländern, andere wachsen seit Jahrhunderten direkt vor unserer Haustür. Sie alle verbindet eines: Sie helfen dabei, Düsseldorf auch in Zukunft lebenswert, grün und klimaresilient zu gestalten. Nach dem Trompetenbaum steht nun mit dem Feldahorn ein echter Heimatheld im Mittelpunkt.

"Der Klimawandel bedeutet nicht, dass wir ausschließlich auf neue Baumarten setzen müssen. Der Feldahorn zeigt, welches Potenzial auch heimische Arten besitzen. Sie verbinden Klimastabilität mit Artenvielfalt und leisten damit einen wichtigen Beitrag für lebenswerte Städte", sagt Umweltdezernent Jochen Kral.

Bescheidenheit steht ihm gut
Der Feldahorn (Acer campestre) ist ein Mitteleuropäer, der durch seine Bodenständigkeit überzeugt. Schon lange bevor Großstädte entstanden, wuchs er an Waldrändern, Feldwegen und in Heckenlandschaften. Bis heute prägt er viele Gebiete zwischen Rhein und Alpen. Vielleicht liegt genau darin sein Schicksal: Weil er schon immer da war, wird er oft übersehen. Dabei hat der kleine bis mittelgroße Baum einiges zu bieten. Er entwickelt eine dichte, gleichmäßige Krone, bleibt mit sechs bis zwölf Metern Höhe vergleichsweise kompakt und eignet sich dadurch hervorragend für Straßenräume, Wohnquartiere und kleinere Grünanlagen. Im Herbst taucht er Parks und Alleen in leuchtendes Goldgelb und zeigt, dass auch ein bescheidener Baum einen großen Auftritt haben kann.

Auf diesen Baum fliegen Insekten
Seine größte Stärke ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen: Bereits im Frühjahr öffnen sich seine kleinen gelbgrünen Blüten. Für uns Menschen wirken sie eher unscheinbar – für Wild- und Honigbienen, Hummeln, Schwebfliegen und viele andere Bestäuber bieten sie dagegen einen reich gedeckten Tisch. Wenn viele andere Gehölze gerade erst austreiben, liefert der Feldahorn bereits wertvollen Nektar und Pollen.

Doch sein Beitrag endet nicht mit der Blüte. Als heimischer Baum ist der Feldahorn eng mit unserer Tierwelt verbunden – über Jahrhunderte haben sich viele Arten an ihn angepasst. Seine Blätter dienen den Raupen verschiedener Schmetterlingsarten sowie zahlreichen weiteren Insekten als Nahrung. Blattkäfer, Blattläuse, Zikaden und andere Kleinsttiere finden an ihm einen Lebensraum, während seine Rinde mit zunehmendem Alter auch Moosen, Flechten und Pilzen ein Lebensumfeld bietet. Vom Insektenreichtum profitieren wiederum zahlreiche Vogelarten, die ihre Jungen mit Raupen und anderen Kleintieren versorgen. Und auch Fledermäuse jagen dort, wo viele Insekten unterwegs sind.

"Der Feldahorn zeigt beispielhaft, wie Klimaanpassung und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Er stärkt die biologische Vielfalt und bleibt gleichzeitig auch unter schwierigen Bedingungen ein leistungsfähiger Stadtbaum. Genau solche Arten brauchen wir für das Düsseldorf von morgen", sagt Gartenamtsleiterin Doris Törkel.

Ein Alleskönner mit Bodenhaftung
Auch in Düsseldorf spielt der Feldahorn seine Stärken im Stadtgrün aus, da wo Bäume Tag für Tag Höchstleistungen vollbringen müssen: entlang von Straßen, in Wohnquartieren oder Grünanlagen wie dem Rheinpark an der Cecilienallee. Seine ökologische Bedeutung entfaltet er jedoch vor allem dort, wo er seinem natürlichen Wuchsbild entspricht: an Waldrändern, in Hecken und Feldwegen. 

Der Feldahorn gilt als ausgesprochen trockenheitsverträglich und kommt auch mit sommerlicher Hitze erstaunlich gut zurecht. Sein weit verzweigtes Wurzelsystem erschließt Wasser aus tieferen Bodenschichten und hilft ihm dabei, längere Trockenphasen besser zu überstehen als viele andere heimische Baumarten. Gleichzeitig sorgen seine vergleichsweise kleinen Blätter dafür, dass er weniger Wasser verdunstet und auch an heißen Tagen leistungsfähig bleibt.

Hinzu kommt seine enorme Anpassungsfähigkeit: Der Feldahorn wächst auf unterschiedlichsten Böden, verträgt Rückschnitte problemlos und gilt als robust gegenüber vielen Belastungen des Stadtklimas. Das macht ihn zu einem verlässlichen Begleiter im Stadtgrün. 

Ein Zukunftsbaum, der keine Superlative braucht
Der Feldahorn muss sich nicht in den Vordergrund drängen. Er beeindruckt nicht mit riesigen Blüten oder spektakulären Wuchsformen. Seine Stärke liegt in seiner Verlässlichkeit. Er beweist, dass Zukunft direkt vor der eigenen Haustür beginnen kann. Als heimischer Baum vereint er Eigenschaften, die Städte und Landschaft gleichermaßen brauchen: Er kommt mit Hitze und längeren Trockenperioden gut zurecht, bleibt auch unter den Belastungen des Stadtklimas leistungsfähig und bietet zugleich zahlreichen Insekten, Vögeln und weiteren Tierarten Nahrung und Lebensraum. Besonders als Baum der Hecken, Waldränder und Feldwege trägt der Feldahorn dazu bei, Lebensräume zu vernetzen und die biologische Vielfalt zu erhalten. Genau diese Verbindung aus Klimaanpassung und seiner ökologischen Bedeutung macht ihn zu einem festen Bestandteil der Düsseldorfer Zukunftsbaumliste – und zu einem echten Heimathelden.

Baumdetektiv: Woran erkennt man den Feldahorn?
- Seine Blätter sind deutlich kleiner als die anderer Ahornarten und besitzen meist fünf rundliche Blattlappen.
- Im Frühjahr erscheinen kleine gelbgrüne Blüten, die zahlreiche Wildbienen und andere Insekten anlocken.
- Im Herbst färbt sich das Laub leuchtend goldgelb.
- Charakteristisch sind die korkartigen Leisten an jungen Zweigen sowie die später tief gefurchte Borke.
- In Düsseldorf begegnet uns der Feldahorn als robuster Straßenbaum sowie in Parks und Grünanlagen. Seine natürliche Heimat sind jedoch Waldränder, Hecken und Feldgehölze.

Ausblick: Nächste Woche in der Sommerserie "Sechs Wochen – sechs Zukunftsbäume für Düsseldorf"
Im nächsten Teil der Sommerserie führt die Reise weiter nach Südosteuropa. Dann steht die Ungarische Eiche im Mittelpunkt – ein Baum, der Hitze und Trockenheit aus seiner Heimat bestens kennt und zugleich das Potenzial hat, unsere Städte über Generationen hinweg zu prägen. Warum sie als ein Versprechen für Generationen gilt, erzählt Folge 3.

Fotos mit Ansichten des Feldahorns stehen Ihnen unter folgendem Link zur Verfügung: https://duesseldorf.canto.de/b/TOJIT

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