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Stadtgrün Umwelt
Sommerserie: Sechs Wochen, sechs Zukunftsbäume für Düsseldorf
Folge 3: Der Baum der Generationen
Die Ungarische Eiche zeigt, wie zukunftsfähiges Stadtgrün aussehen kann: Sie trotzt Hitze und Trockenheit, kann mehrere hundert Jahre alt werden und wirft ihre Schatten damit schon jetzt weit voraus
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Wer heute einen Baum pflanzt, trifft eine Entscheidung für viele Jahrzehnte. Manche Bäume begleiten ein Menschenleben. Andere wachsen weit darüber hinaus und spenden noch Schatten, wenn längst eine neue Generation unter ihren Kronen heranwächst. Zu diesen besonderen Bäumen gehört die Ungarische Eiche. Sie ist kein Baum für schnelle Effekthascherei – sondern einer, der seine Qualitäten erst im Laufe der Zeit zeigt.
Mit der Sommerserie "Sechs Wochen, sechs Zukunftsbäume für Düsseldorf" stellt das Gartenamt Arten der Zukunftsbaumliste vor, die den Herausforderungen des Klimawandels besonders gut gewachsen sind. Sie kommen mit Hitze und Trockenheit zurecht, verbessern das Stadtklima und tragen dazu bei, Düsseldorf auch in Zukunft lebenswert und grün zu halten. So wie die Ungarische Eiche. Ursprünglich stammt sie aus den warmen Regionen Südosteuropas. Was dort seit Jahrhunderten selbstverständlich ist, wird auch für Städte wie Düsseldorf zunehmend zur Herausforderung: heiße Sommer, längere Trockenperioden und wiederkehrende Wetterextreme. Genau für diese Bedingungen bringt sie wichtige Voraussetzungen mit.
Südländische Spezialistin für Hitze und Trockenheit
Die Ungarische Eiche (Quercus frainetto) ist an ein Klima angepasst, das von heißen Sommern und zeitweiliger Trockenheit geprägt ist. Wenn die Straßen sich aufheizen und der Asphalt flimmert, spielt die Ungarische Eiche ihre besonderen Stärken aus: Mit Hitze und Trockenheit geht sie erstaunlich gelassen um – und wächst eben auch dort zu einem stattlichen Baum heran, wo manch heimische Arten an ihre Grenzen stoßen. Denn mit ihren markanten, gelappten Blättern, die mehr als 20 Zentimeter lang werden können, bildet sie eine breite Krone, die an heißen Tagen Schatten spendet. Gleichzeitig trägt sie durch die Verdunstung von Wasser dazu bei, ihre Umgebung zu kühlen. Gerade in stark versiegelten Innenstadtbereichen, in denen sich Straßen und Plätze im Sommer stark aufheizen, wird diese Fähigkeit immer wichtiger.
Als attraktiver Park- und Alleenbaum, der im Alter bis zu 30 Meter hoch werden kann, verbindet sie Klimaanpassung mit hoher Aufenthaltsqualität. Im Herbst überzeugt die Ungarische Eiche mit ihrer leuchtenden Laubfärbung in Gelb und Orange.
"Die Ungarische Eiche verbindet die ökologischen Qualitäten unserer heimischen Eichen mit einer deutlich höheren Anpassungsfähigkeit an Hitze und Trockenheit. Deshalb gehört sie zu den Baumarten, die wir für das Düsseldorfer Stadtgrün der Zukunft besonders im Blick haben", erklärt Gartenamtsleiterin Doris Törkel.
Dabei beeindruckt sie nicht nur durch ihre Robustheit, sondern auch durch ihre Ausdauer. Sie kann mehrere hundert Jahre alt werden. Wer heute eine Ungarische Eiche pflanzt, gestaltet deshalb nicht nur das Düsseldorf von morgen, sondern schafft Schatten, Lebensraum und Aufenthaltsqualität für Generationen. Vielleicht liegt genau darin ihre größte Stärke.
"Stadtbäume sind eine Investition in die Zukunft. Die besten Entscheidungen sind oft diejenigen, deren Wirkung wir erst viele Jahre später erleben. Genau deshalb pflanzen wir heute in Düsseldorf Bäume, die auch kommende Generationen noch begleiten werden", sagt Umweltdezernent Jochen Kral. Und: "Die Ungarische Eiche zeigt, wie vorausschauende Stadtentwicklung aussehen kann."
Das Beste aus zwei Welten
Auch wenn die Ungarische Eiche ursprünglich nicht in Deutschland heimisch ist, bleibt sie in vielerlei Hinsicht eine klassische Eiche. So übernimmt sie viele der wichtigen ökologischen Aufgaben, für die Eichen seit Jahrhunderten geschätzt werden: Ihre Krone bietet zahlreichen Tierarten Lebensraum, ihre Blätter und ihre Rinde dienen vielen Insekten als Nahrung oder Rückzugsort und ihre Früchte, die Eicheln, sind eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und Säugetiere.
Die Ungarische Eiche vereint das Beste aus zwei Welten: Die hohe ökologische Bedeutung einer heimischen Eiche mit einer deutlich besseren Anpassungsfähigkeit an die klimatischen Bedingungen der Zukunft. Das macht sie zu einem echten Gewinn für die Artenvielfalt ebenso wie für das Stadtklima – und zur perfekten Kandidatin für die Düsseldorfer Zukunftsbaumliste.
Zukunft braucht Wurzeln
Die Zukunftsbaumliste zeigt, dass Klimaanpassung nicht erst mit dem nächsten Hitzesommer beginnt, sondern mit den Entscheidungen, die heute für morgen getroffen werden. Denn Städte verändern sich. Das Klima auch. Umso wichtiger sind daher Bäume, die mit diesen Veränderungen Schritt halten können. Manche entfalten ihre Wirkung erst mit den Jahren. Die Ungarische Eiche gehört definitiv dazu. Jahr für Jahr wächst ihre Krone ein Stück weiter in den Himmel. Mit jedem Sommer spendet sie mehr Schatten, bietet mehr Lebensraum und wird zu einem größeren Stadtbaum, der zudem Hitze und Trockenheit trotzt. Ihr Wert wächst mit dem Alter. Und sie wird voraussichtlich noch hier stehen, wenn Generationen nach uns durch Düsseldorfs Parks und Alleen spazieren. Manchmal beginnt die Zukunft einer Stadt mit einem Baum wie der Ungarischen Eiche – deren große Stärke die Zeit ist.
Baumdetektiv: Woran erkennt man die Ungarische Eiche?
Mit etwas Glück entdeckt man die Ungarische Eiche schon von Weitem – denn ihre außergewöhnlich großen Blätter unterscheiden sie deutlich von unseren heimischen Eichen.
- Große Blätter: Die tief gelappten Blätter können mehr als 20 Zentimeter lang werden und wirken deutlich größer als die der Stiel- oder Traubeneiche.
- Breite Krone: Mit zunehmendem Alter entwickelt sie eine ausladende, harmonische Krone und spendet viel Schatten.
- Typische Eicheln: Im Herbst trägt sie die charakteristischen Eicheln, die vielen Vögeln und Säugetieren als Nahrung dienen.
- Markante Borke: Ältere Bäume besitzen eine kräftige, tief gefurchte Rinde, die ihnen ein eindrucksvolles Erscheinungsbild verleiht.
Ausblick: Nächste Woche in der Sommerserie "Sechs Wochen – sechs Zukunftsbäume für Düsseldorf"
Wie schafft es ein Baum, mehr als 270 Millionen Jahre Erdgeschichte zu überdauern? Der Ginkgo gilt als lebendes Fossil, wird in Ostasien seit Jahrhunderten als heiliger Baum verehrt und gehört heute zu den Zukunftsbäumen Düsseldorfs. Warum seine außergewöhnliche Geschichte gerade jetzt aktueller ist denn je und er dem Titel "Baum des Jahrtausends" alle Ehre macht, erzählt die nächste Folge der Sommerserie.
Fotos mit Ansichten der Ungarischen Eiche stehen Ihnen unter folgendem Link zur Verfügung: https://duesseldorf.canto.de/b/V3B4M