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Kultur

Filmmuseum Düsseldorf

Neue Filmreihe: "The Distance Between Us"

Retrospektive mit Filmen des Regisseurs Wong Kar-Wai


Erstellt:
Redaktion: Edler, Johanna

Unter dem Titel "The Distance Between Us" startet am Mittwoch, 4. März 2026, in der Black Box des Filmmuseums, Schulstraße 4, eine neue Filmreihe mit Filmen des chinesischen Regisseurs Wong Kar-Wai. Die Einführung übernimmt Florian Deterding, Filmmuseum Düsseldorf, um 20 Uhr. 

In der Retrospektive sind bis Mittwoch, 29. April 2026, acht zentrale Werke zu sehen, die zwischen 1988 und 2004 entstanden sind und Wongs Entwicklung zu einer prägenden Stimme des modernen asiatischen Autorenkinos nachzeichnen. Sämtliche Filme werden in restaurierter Originalfassung mit deutschen Untertiteln präsentiert.

Wong Kar-Wai, 1958 in Shanghai geboren und in Hongkong aufgewachsen, hat eine unverwechselbare filmische Handschrift geschaffen. Seine Arbeiten verbinden poetisch-melancholische Bildwelten mit einer stilisierten Ästhetik, in der Farbe, Licht, Musik und Raum eine zentrale Rolle spielen. Anstelle linearer Dramaturgien bevorzugt er fragmentarische, assoziative Erzählstrukturen. Themen wie Einsamkeit, verlorene Liebe, Identität und das Vergehen der Zeit durchziehen sein Werk. Die Stadt Hongkong fungiert dabei nicht nur als Schauplatz, sondern auch als Spiegel innerer Zustände.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Bildsprache ist die langjährige Zusammenarbeit mit dem Kameramann Christopher Doyle, die ab "Days of Being Wild" (1990) seinen Stil prägten. Ebenso prägend sind wiederkehrende Darstellerinnen und Darsteller wie Tony Leung Chiu-wai, Maggie Cheung und Leslie Cheung, deren Figurenkonstellationen Wongs filmisches Universum nachhaltig bestimmen.

Die Filme der Retrospektive
Mit "The Distance Between Us" zeigt das Filmmuseum Düsseldorf die acht zentralen Filme Wong Kar-Wais als geschlossenes Werk – von frühen Gangsterdramen über existenzielle Jugendporträts bis hin zu Liebesgeschichten und traumhaft-futuristischen Erinnerungsstücken.

Den Auftakt der Retrospektive bildet Wongs Debüt "As Tears Go By" (1988), ein Gangsterdrama, das bereits zentrale Motive seines späteren Werks vorwegnimmt. Mit "Days of Being Wild" (1990) verdichtet er seine Themen zu einer Studie über Zeit und Erinnerung.

"Chungking Express" (1994) markiert mit seiner leichten, improvisierten Struktur eine Öffnung hin zu einer spielerischen, urbanen Form des Erzählens, während "Fallen Angels" (1995) diese Ästhetik in eine fragmentierte, nächtliche Großstadtvision überführt.

Mit "Happy Together" (1997), ausgezeichnet in Cannes als "Beste Regie" – als erster chinesischer Regisseur überhaupt –, erweitert Wong seinen thematischen Radius um Migration und emotionale Entwurzelung.

Der internationale Durchbruch gelingt endgültig mit "In the Mood for Love" (2000), einem Werk über verpasste Liebe, das 2000 mit dem Europäischen Filmpreis für den "Besten nicht-europäischen Film" ausgezeichnet wurde.

Mit "2046" (2004) führt Wong Motive aus "In the Mood for Love" fort und verbindet Liebesgeschichte, Erinnerung und Science-Fiction zu einem Geflecht aus Zeit- und Erzählebenen. Ergänzt wird die Reihe durch die überarbeitete Fassung von "Ashes of Time – Redux", die Wongs Auseinandersetzung mit dem Martial-Arts-Genre neu strukturiert.

Internationale Anerkennung
1997 erhielt Wong Kar-Wai in Cannes den Preis für die "Beste Regie" für "Happy Together". 2000 und 2004 wurde er jeweils mit dem Europäischen Filmpreis für den "Besten nicht-europäischen Film" ausgezeichnet. 2009 wurde er Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences, 2017 verlieh ihm die Harvard University den Ehrendoktortitel "Doctor of Arts". Insgesamt wurde sein Werk mehr als 50 Mal international ausgezeichnet.

Der Eintritt zu den Filmen beträgt sieben Euro, ermäßigt fünf Euro und mit "Black-Box-Pass" vier Euro. Ein Vorverkauf wird an der Kinokasse des Filmmuseums angeboten. Eine Reservierung ist telefonisch unter 0211-8992232 möglich.

Weitere Informationen zum Programm gibt es unter https://www.duesseldorf.de/filmmuseum/black-box.

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