Bei Blaulicht und Martinshorn gilt: Freie Bahn für die Retter schaffen!

| Verkehr Ordnung

Rettungsgasse rettet im Ernstfall Leben: Höchste Eile ist geboten, wenn sich Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn nähern

Blick aus einem Einsatzfahrzeug: Die Autofahrer verhalten sich richtig und schaffen umgehend freie Bahn

Helga Stulgies, Beigeordnete und Feuerwehrdezernentin, Polizeipräsident Norbert Wesseler und Leiter Direktion Verkehr Frank Kubicki (v.l.) betonen, wie wichtig das Bilden von Rettungsgassen ist

Bei Martinshorn gilt: Freie Bahn für Einsatzfahrzeuge schaffen!

Die Feuerwehr Düsseldorf rückt im Jahr zu rund 140.000 Einsätzen aus; dabei geht es fast immer um Menschenleben. Eine Rettungsgasse ist im Ernstfall überlebenswichtig. Feuerwehr und Polizei zeigen, wie sich Autofahrer in der Stadt und auf der Autobahn richtig verhalten.

Die Feuerwehr Düsseldorf und die Polizei rücken tagtäglich zu Einsätzen aus; dabei geht es oft um Menschenleben, zum Beispiel nach Unfällen sowie Rettungseinsätzen im Stadtgebiet und auf der Autobahn. Leider kommt es täglich dazu, dass die Retter auf dem Weg zu den Notfallorten durch andere Verkehrsteilnehmer in gefährliche Situationen gebracht oder behindert werden. Bei einer gemeinsamen Aktion erläuterten die Polizei und die Feuerwehr Düsseldorf, dass das Bilden von Rettungsgassen auf der Autobahn und das richtige Verhalten in der Innenstadt Leben retten können.

"Wir alle können jederzeit in einen Unfall verwickelt werden und Hilfe benötigen", so Polizeipräsident Norbert Wesseler. Einsatzfahrzeuge haben oft fast keine Chance, ihr Ziel zu erreichen. "Jede Sekunde zählt! Helfen Sie den Rettungskräften, halten Sie generell immer Abstand, seien Sie aufmerksam und schaffen Sie 'freie Bahn'", appellierte Wesseler.

Zu rund 140.000 Einsätzen rückt die Düsseldorfer Feuerwehr pro Jahr aus; bei fast jedem Einsatz geht es darum, Menschenleben zu retten. "Wenn Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs sind, ist immer höchste Eile geboten - nicht nur bei der Polizei, sondern auch bei der Feuerwehr und dem Rettungsdienst", erklärte Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies. "Hier zählt jede Sekunde, denn beispielsweise bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit mit jeder Minute, die unsere Notärzte und Notfallsanitäter später kommen, um zehn Prozent. Ähnliches gilt bei Brandeinsätzen: Wenn die Feuerwehr nur ein bis zwei Minuten später zu einem Brand kommt, kann schon die ganze Wohnung lichterloh in Flammen stehen und Menschen können in akuter Gefahr schweben."

Tagtäglich werden die Retter im ganzen Land nicht nur auf den Autobahnen durch teilweise falsches Verhalten von Fahrzeugführern aufgehalten. Auch in der Stadt reagieren Fahrer nicht so, wie es sein soll. Sie bleiben plötzlich mit ihren Autos in engen Straßen stehen oder ziehen in freie Fahrspuren, wenn sich Fahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn nähern. Dies ist eine alltägliche Situation auf Düsseldorfs Straßen, die nicht nur wertvolle Zeit, sondern im schlimmsten Fall Menschenleben kosten kann. Jeder Fahrzeugführer muss verinnerlichen: Bei Martinshorn "freie Bahn" schaffen!

Die Polizei und die Feuerwehr Düsseldorf appellieren an das richtige Verhalten aller Verkehrsteilnehmer. Denn jeder kann in eine Notsituation geraten, in der schnelle Hilfe benötigt wird. Mit ein wenig Rücksicht auf alle Verkehrsteilnehmer und ausreichend Abstand zum Vorausfahrenden ist auch an engen Stellen im Stadtgebiet ein Handeln jederzeit möglich – denn nur wo Platz gelassen wird, kann auch "freie Bahn" geschaffen werden.

Die folgenden Tipps eine "freie Bahn" zu schaffen sind nicht abschließend. Um Einsatzfahrzeugen Platz zu schaffen, muss immer situativ entschieden und gehandelt werden:

Was ist wichtig?

  • Jede Sekunde zählt
  • Alle Einsatzkräfte brauchen Platz, um Leben zu retten
  • Fahrzeuge müssen jederzeit ordnungsgemäß geparkt werden, denn Falschparker/Parker in zweiter Reihe erschweren das Vorankommen für Einsatzfahrzeuge


Richtiges Verhalten:

  • Immer Abstand halten und bremsbereit sein
  • Den rückwärtigen Verkehr und das Umfeld beobachten, denn Einsatzfahrzeuge können aus allen Richtungen kommen.
  • Sobald blaues Blinklicht und Einsatzhorn wahrzunehmen sind, umgehend "freie Bahn" schaffen!
  • Keine plötzlichen Bremsmanöver – weiterfahren
  • Insbesondere in der Stadt nach (Park-)Lücken Ausschau halten, um "freie Bahn" zu schaffen
  • Kreuzungen freihalten
  • Wenn Einsatzfahrzeuge vorbeigefahren sind: Zunächst das Umfeld beobachten, erst dann wieder in den Verkehr einfädeln.


Darf eine rote Ampel passiert werden, um Einsatzfahrzeugen auszuweichen?

  • Wenn es keine Möglichkeit gibt, zur Seite auszuweichen, kann alternativ die Haltelinie der roten Ampel überfahren werden.
  • Paragraf 38, Absatz 1, der Straßenverkehrsordnung stellt für den Fall, dass sich ein Einsatzfahrzeug nähert, klar: "Alle übrigen Verkehrsteilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaffen."
  • Der oben genannte "Rotlichtverstoß" könnte daher durch Berufung auf Paragraf 38, Absatz 1, Straßenverkehrsordnung gerechtfertigt werden,sofern er unter besonderer Berücksichtigung der Sorgfaltspflicht geschieht und es zu keiner Gefährdung Dritter kommt.
  • Auch Stoppschilder, durchgezogene Linien etc. dürfen gegebenenfalls entsprechend überfahren werden, wenn dies unabdingbar ist, um "freie Bahn" zu schaffen.


Was ist, wenn man beim Bilden der "freien Bahn" geblitzt wird?

  • Empfehlenswert ist es, sich in diesem Fall Datum, Uhrzeit und Art des Einsatzfahrzeugs zu notieren, für das man Platz gemacht hat. Beim Erhalt eines Bußgeldbescheids kann der Verkehrsteilnehmer mit Hilfe dieser Angaben seinen Einspruch begründen.


Wer bezahlt Schäden, die durch das Bilden der "freien Bahn" - etwa durch das Auffahren auf einen erhöhten Gehweg - entstehen?

  • Der Verkehrsteilnehmer sollte besonnen bleiben und seine Sorgfaltspflicht besonders beachten. Für selbstverschuldete Schäden am Fahrzeug, kommt jeder Verkehrsteilnehmer eigenverantwortlich auf.


Wie wird eine Rettungsgasse auf der Autobahn gebildet?

  • Bereits bei stockendem Verkehr (rund 50 Stundenkilometer) muss eine Rettungsgasse gebildet werden.
  • Es gilt die "Rechte-Hand-Regel": Fahrzeuge auf dem ganz linken Fahrstreifen (symbolisiert durch den Daumen der rechten Hand) halten sich links, alle anderen Fahrzeuge (symbolisiert durch die anderen Finger der rechten Hand) halten sich rechts. Damit entsteht zwischen der ganz linken Spur und der daneben liegenden Spur die Rettungsgasse.
  • Es muss mindestens eine Fahrzeuglänge Abstand zum Vordermann gehalten werden, damit selbst bei Stillstand noch Ausweichmöglichkeiten vorhanden sind.
  • Auf einem Fahrstreifen bleiben
  • Verkehrsfunk hören, gegebenenfalls Fenster öffnen, um herannahende Hilfsfahrzeuge wahrzunehmen
  • Stau - zum Beispiel durch das Räumen von Unfallstellen - vermeiden


Ein Video zu diesem Thema wird im Laufe des Tages auf YouTube veröffentlicht unter: www.youtube.com/stadtduesseldorf