Black Box BRD
| News Sammlung - Amt 41-214
Dazu zeigt er als kommentierende Ergänzung jeweils zwei deutsche Kinofilme aus dem vergangenen Jahrzehnt, die thematisch oder in Form und Ästhetik mit dem Hauptfilm verbunden sind. Es gibt viel zu entdecken, denn: Das deutsche Kino ist besser als sein Ruf!
September: Musikfilme
SA 16.9. 19 Uhr
ORPHEA IN LOVE
D 2022 · 107 min · DF · digitalDCP · ab 12
R: Axel Ranisch · B: Axel Ranisch, Sönke Andresen · K: Dennis Pauls, Stephan Buske · D: Mirjam Mesak, Guido Badalamenti, Heiko Pinkowski, Ursina Lardi, Christina Große u.a.
„Ranisch feiert die Oper, die Liebe und die Kraft der Musik im Alltag. Und das hat sehr viel zauberhafte Poesie.“ (Egbert Tholl, Süddeutsche Zeitung)
Nele ist eine junge Callcenter-Agentin, die ihr Geld nebenbei als Garderobiere an der Staatsoper verdient. Als sie sich in den kleinkriminellen Streetdancer Kolya verliebt, muss sie sich den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen und in die Unterwelt hinabsteigen. Zur selben Zeit wird der Talentsucher Höllbach auf Neles Gesangstalent aufmerksam und bietet ihr die große Chance auf eine Karriere als Opernsängerin. Axel Ranischs moderne Adaption von Orpheus und Eurydike ist ein filmisches Opern-Pasticcio zwischen Puccini, Händel und Christian Steiffen – und wurde bei seinen Premieren in der Bayerischen Staatsoper München sowie dem International Film Festival Rotterdam frenetisch vom Publikum gefeiert.
Zu Gast: Axel Ranisch ist eine der zentralen Figuren der Bewegung „German Mumblecore“, die sich Anfang der 2010er-Jahre dem improvisierten Film widmete. Mit seinem Manifest für „sehr gute Filme“ setzte er ein Zeichen: „Sehr gute Filme sind die Bio-Produkte der Deutschen Filmlandschaft“. Seine Filme DICKE MÄDCHEN (2011), ICH FÜHL MICH DISCO (2013) und ALKI ALKI (2014) waren allesamt Festivalerfolge. Die auf seinem Roman basierende Serie NACKT ÜBER BERLIN feierte im Juni 2023 Premiere beim Filmfest München. Seit 2013 lebt Axel Ranisch außerdem seine Leidenschaft für klassische Musik aus: Regelmäßig inszeniert der Maestro Opern in München, Stuttgart, Lyon und an der Komischen Oper Berlin. Zusammen mit Devid Striesow gestaltet er bei Deutschlandfunk Kultur den Podcast „Klassik Drastisch“. Sein jüngster Film ORPHEA IN LOVE vereint das Beste aus beiden Welten: Kino und Oper.
Moderation: Urs Spörri
Sa 2.9. 19 Uhr | Sa 9.9. 21 Uhr
THE ORDINARIES
D 2022 · 124 min · digitalDCP · ab 12
R: Sophie Linnenbaum · B: Sophie Linnenbaum, Michael Fetter Nathansky · K: Valentin Selmke
D: Fine Sendel, Jule Böwe, Henning Peker, Noah Tinwa, Sira-Anna Faal, Denise M’Baye, Pasquale Aleardi u.a.
In einer fabelhaften Welt, streng unterteilt in Hauptfiguren, Nebenfiguren und Outtakes, steht Paula vor der wichtigsten Prüfung ihres Lebens: Sie muss beweisen, dass sie das Zeug zur Hauptfigur hat. Paula will ein glamouröses Leben mit der eigenen Geschichte im Mittelpunkt, mit aufregenden Szenen und voller Musik – nicht wie ihre Mutter, die als Nebenfigur im Hintergrund arbeitet. Ein furioses filmisches Spektakel mit zahlreichen liebevollen Anspielungen rund ums Kino, das die Herzen aller Cineasten höherschlagen lässt.
Beim Filmfest München 2022 begann mit den Förderpreisen Neues Deutsches Kino für die beste Regie sowie die beste produzentische Leistung ein beeindruckender Siegeszug dieses Hochschul-Abschlussfilms quer durch die Festivallandschaft.
So 3.9. 17 Uhr | Sa 9.9. 19 Uhr
ORPHEA
D 2020 · 99 min · digitalDCP · ab 12
R: Alexander Kluge, Khavn · B: Alexander Kluge, Khavn, Douglas Candano · K: Thomas Wilke, Albert Banzon, Gym Lumbera
D: Lilith Stangenberg, Ian Madrigal
ORPHEA erfindet den Mythos von „Orpheus und Eurydike“ neu – als Rock-Musical in einer grotesken und surrealen Interpretation des heutigen Manila. Orphea (phänomenal gespielt von Lilith Stangenberg) ist Leadsängerin ihrer Band und Attraktion der Underground-Szene der Stadt. Hingebungsvoll widmet sie sich ihrem Geliebten Eurydico, einem Prostituierten. Ihre Welt wird auf den Kopf gestellt, als sie sich eines Tages mit dessen plötzlichem Tod konfrontiert sieht.
„Die tausendköpfige Schlange, das Mammut, Tschaikowski, Purcell, Adorno, Rilke… Kluge und Khavn liefern ein Gesamtkunstwerk für das neue Jahrtausend.“
(Berlinale Katalog 2020)