Brennendes Adventsgesteck
| Einsatzmeldung
Sonntag, 25. Dezember 2016, 14.25 Uhr, Angermunder Straße, Angermund
Obwohl die Einsatzstelle kurz hinter der Stadtgrenze Düsseldorf auf Duisburger Gebiet liegt, landet der Handyanrufer bei der Leitstelle Düsseldorf, die aufgrund der Nähe zur Freiwilligen Feuerwehr Angermund sofort die Kräfte per Funkmeldempfänger und Sirene alarmiert. Für 14 Ehrenamtler der FF Angermund ist der geruhsame Weihnachtskaffee schlagartig vorbei und die Einsatzkräfte setzen sich in Marsch.
Der Löschgruppenführer kennt durch regelmäßige Ortskunde das Duisburger Gebiet entlang der Stadtgrenze und weiß genau, wo die Einsatzstelle liegt. Anders ist es nicht zu erklären, dass das erste freiwillige Löschfahrzeugfahrzeug schon nach 7 Minuten eintrifft. Da sich der Zugang zum Haus als schwierig erweist, aber nicht gezögert werden kann, weil die Kerzen schon das trockene Grün in Brand setzen, entschließt sich der Gruppenführer zu einer besonderen Maßnahme. Weil das Gesteck auf dem Tisch recht nahe am Fenster steht, wird durch den Fensterrahmen ein Loch gebohrt und ein Fognail (eine sechzig Zentimeter lange und daumendicke Löschlanze mit vielen Bohrungen) hindurchgeschoben. Das durchgeleitete Wasser, das fein versprüht wird, löscht in Sekundenschnelle das auflodernde Gesteck und die brennende Tischplatte. Parallel zu den Löschmaßnahmen wird an einem Dachfenster eine Drehleiter der mitalarmierten Feuerwache Flughafenstraße in Stellung gebracht, durch das ein Löschtrupp unter Atemschutz nach gewaltfreier Öffnung des Fensters in die Wohnung einsteigen kann. Er durchsucht das Haus und öffnet die Eingangstüre, um eine Lüftung des Gebäudes mittels Hochleistungslüfter möglich zu machen. Während des Einsatzes kommt die betagtere Eigentümerin plötzlich hinzu und erleidet einen Schock. Die Besatzung des mitgeführten Rettungswagens behandelt die schwerkranke Dame und fährt sie später ins Diakoniekrankenhaus Kaiserswerth. Das Gesteck und der angebrannte Tisch werden ins Freie gebracht und das Haus nach Abschluss der Maßnahmen an die Tochter der Eigentümerin übergeben.
Für die 28 Einsatzkräfte mit zehn Fahrzeugen von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr war der Einsatz nach einer Stunde beendet. Der Sachschaden liegt durch die Verrauchung des gesamten Hauses laut Einsatzleiter im mittleren fünfstelligen Bereich.