Bürgerreise nach Chemnitz

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Natalie Hanslik als Mimi und Leon Wieferich als Herbert im Theaterstück "Blinde Kuh mit dem Tod" am Theater Chemnitz im Spinnbau. © Franziska Kurz

Düsseldorfer in der Partner- und Kulturhauptstadt 2025

Dialog und Kultur in Chemnitz: Von Samstag, 11., bis Montag, 13. Oktober 2025, reisten 20 Bürgerinnen und Bürger aus Düsseldorf in die Partner- und Kulturhauptstadt Chemnitz. Das Büro für Internationale und Europäische Angelegenheiten hatte ein vielseitiges Programm zusammengestellt, das gesellschaftliche und kulturelle Themen auf besondere Weise miteinander verband.

Besonders der städtepartnerschaftliche Austausch sollte gefördert werden. Zu diesem Zweck fand das sogenannte "Bürgerdinner" im Rahmen der Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz statt, das sich am Jungen Schauspiel Düsseldorf als Veranstaltungsreihe bereits in den vergangenen neun Jahren etabliert hat; bereits 40 Mal war es in der Landeshauptstadt ausverkauft. In Chemnitz feierte das Format jetzt mit rund 100 Teilnehmenden aus beiden Städten Premiere: Bei einem Drei-Gänge-Menü gingen die Bürgerinnen und Bürger zum Thema "Zuversicht in schwierigen Zeiten" in den Dialog, angeregt durch vorherige Impulse von drei Speakerinnen und Speakern.

Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch der Theaterinszenierung "Blindekuh mit dem Tod – Kindheitserinnerungen von Holocaust-Überlebenden", eine Produktion des Düsseldorfer Schauspielhauses, gezeigt am Theater Chemnitz im Spinnbau. Das Gastspiel wurde durch das Kulturamt Düsseldorf gefördert. Das Stück erzählt unter anderem die Lebensgeschichte von Herbert Rubinstein, der an der Erstellung des Textes mitgearbeitet hat. Der heute 89-jährige Rubinstein prägt durch sein beeindruckendes Engagement als Zeitzeuge das Verständnis für Erinnerungskultur weit über die Landeshauptstadt hinaus. Im Nachgang an das Theaterstück sprach die Chemnitzer Zeitzeugin Renate Aris über ihre Kindheit und warum es wichtig ist, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten.

Abgerundet wurde die Fahrt durch eine Führung, die die Stadt Chemnitz ermöglichte. Dabei bekam die Bürgergruppe aus Düsseldorf einen Einblick in die derzeit gezeigte Ausstellung "Edvard Munch. Angst." der Kunstsammlungen Chemnitz.

Die Bürgerreise war Teil der kontinuierlichen Zusammenarbeit zwischen Düsseldorf und Chemnitz, die seit vielen Jahren durch Projekte in den Bereichen bürgerschaftliches Engagement, Kultur, Schule und Sport geprägt ist.

Hintergrund: Städtepartnerschaft zwischen Düsseldorf und Chemitz
Düsseldorf und Chemnitz sind seit 1988 partnerschaftlich verbunden. Was als klassischer Ost-West-Städtedialog begann, hat sich zu einer lebendigen Zusammenarbeit mit vielfältigen Austauschprojekten entwickelt. Im Kontext der Europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 zeigt sich diese Verbindung besonders sichtbar – unter anderem durch die künstlerische Präsenz in der "Stadtwirtschaft" und weitere Projekte wie den Austausch des Jugendorchesters der Clara-Schumann-Musikschule, Beiträge des Theaterkollektivs PierreVers, des Künstlervereins VdDK 1844, der Regisseurin Marlin de Haan, dem Ensemble Rotterdam Presenta sowie des Düsseldorfer Schauspielhauses.