Erinnerung an die "Aktion Rheinland" und das Kriegsende vor 81 Jahren
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Auch Nachfahren des ermordeten Theodor Andresen und des überlebenden Aloys Odenthal nahmen an der Kranzniederlegung teil. Aloys Odenthals Enkelin Claudia Siebner sprach mahnende Worte des Gedenkens. Dr. Andrea Ditchen von der Mahn- und Gedenkstätte gab Einblicke in neue Rechercheergebnisse, wie sich die Widerstandsaktion "Rheinland" zur kampflosen Übergabe Düsseldorfs an die Alliierten in US-amerikanischen Quellen widerspiegelt.
Darüber hinaus stellte Janine Bastians-Scherer von der Projektgruppe des Technischen Berufskollegs Färberstraße, die sich seit dem Herbst 2025 mit der Geschichte des Berufskollegs in den letzten Wochen des Krieges und der "Aktion Rheinland" beschäftigt, Gedanken und erste Ergebnisse dieses Auseinandersetzungsprozesses vor. Das Technische Berufskolleg – ehemals Franz-Jürgens-Berufskolleg – wurde in den letzten Kriegswochen 1945 militärisch genutzt. In unmittelbarer Nähe der Schule an der Färberstraße wurde eine Richtstätte (heute Mahnmal Anton-Betz-Straße) eingerichtet. Menschen, die ein militärisches Standgericht unter strafprozessrechtlich höchst fragwürdigen Bedingungen zum Tode verurteilte, wurden hier hingerichtet – so auch die vier Mitglieder der "Aktion Rheinland" Theodor Andresen, Karl Kleppe, Josef Knab und Hermann Weill sowie ihr Unterstützer, der Kommandeur der Düsseldorfer Schutzpolizei Franz Jürgens.
Hintergrund
Am Abend des 16. April 1945 standen die US-Truppen unmittelbar an der Ostgrenze der Stadt, im Süden waren sie bis Benrath vorgerückt. Genau auf diese räumliche Nähe im Rechtsrheinischen hatten die zehn Mitglieder der "Aktion Rheinland" gewartet. Ihr Plan war es, die Stadt kampflos an die Amerikaner zu übergeben, um unnötige Opfer unter der Zivilbevölkerung und weitere Zerstörungen der Infrastruktur zu verhindern. Dazu sollten Vertreter der Gruppe mit den Amerikanern verhandeln. Gleichzeitig wollte man durch eine Kooperation mit dem Kommandeur der Schutzpolizei und die Inhaftierung des Polizeipräsidenten eine mögliche Gegenwehr der verbliebenen deutschen Truppen unterbinden. So sollten die Amerikaner die Stadt kampflos einnehmen können.
Zwar erreichten mit Dr. August Wiedenhofen und Aloys Odenthal die Unterhändler die US-Truppen bei Mettmann und konnten einen kampflosen Einmarsch für den Nachmittag des 17. April aushandeln. Doch vier Mitglieder der Gruppe – Theodor Andresen, Karl Kleppe, Josef Knab und Hermann Weill – sowie der sie unterstützende Kommandeur der Schutzpolizei Franz Jürgens wurden noch am Abend des 16. April und in der Nacht auf den 17. April an der Richtstätte Färberstraße (heute Mahnmal Anton-Betz-Straße) für diesen Widerstand erschossen.
Fotos von der Kranzniederlegung zur redaktionellen Verwendung unter: https://duesseldorf.canto.de/b/N883T
Ein Video zu diesem Thema wird auf YouTube veröffentlicht unter www.youtube.com/stadtduesseldorf.