Erste umfassende Evaluation der Düsseldorfer Familienzentren
| Jugend
Seit rund zehn Jahren werden in Düsseldorf Kindertageseinrichtungen systematisch zu Familienzentren weiterentwickelt. Inzwischen gibt es in Düsseldorf 89 Familienzentren, in denen die Kinder nicht nur betreut werden, sondern auch Eltern schnell und einfach vielfältige Unterstützungsangebote bekommen. Nun wurde die erste umfassende Evaluation aller Düsseldorfer Familienzentren im Rahmen der Jugendhilfeplanung vorgenommen. Sie wird dem Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 26. Juni, 15 Uhr, vorgelegt. Struktur, Wirkung und Funktionalität stehen dabei im Fokus.
Vor der Sitzung haben Stadtdirektor und Dezernent für Jugend, Schule, Soziales und Sport, Burkhard Hintzsche, sowie Johannes Horn, Leiter des Jugendamtes, Thomas Klein, Sachgebietsleiter der Zentralen Jugendhilfeplanung, und Ina Borggreve von der Jugendhilfeplanung bei einem Pressegespräch das System der Familienzentren vorgestellt.
"Der Ausbau der Familienzentren in Düsseldorf ist sehr gut gelungen. Neben den 74 landesgeförderten Familienzentren gibt es auch 15 städtisch finanzierte Häuser für Kinder und Familien. So konnte das Netz der Anlaufstellen für Familien weiter verdichtet werden. Die Familienzentren insgesamt sind sehr breit aufgestellt und halten eine Vielzahl von Angeboten für die unterschiedlichen Bedarfe in den einzelnen Sozialräumen vor", stellt Stadtdirektor Burkhard Hintzsche fest.
In allen 89 Familienzentren in Düsseldorf wurden leitfadengestützte Interviews geführt. Neben einrichtungsbezogenen Fragestellungen - wie beispielsweise zu Angeboten, Ressourcen und Schwerpunkten - wurden auch die Öffentlichkeitsarbeit, die Kooperation und Vernetzung der Familienzentren untereinander sowie mit anderen Akteuren, die Verankerung im Stadtteil und der Bereich der "Frühen Hilfen" betrachtet. Außerdem wurde nach bestehenden Defiziten und dem Bedarf für zusätzliche Familienzentren gefragt.
Ergebnis: Familienzentren sind vielfältig und vernetzt
Die Evaluation ergab, dass die Leistungen und Strukturen der Familienzentren vielfältig sind. Sie bieten neben Beratung und Unterstützung auch Angebote der Familienbildung sowie Informationen zur Kindertagespflege. Von Erziehungsberatung, Hebammensprechstunden und Kooperationen mit Bürgerhäusern bis hin zum Arbeitslosenfrühstück, Frauensport und Fahrradkursen für Erwachsene, werden den Familien vor Ort viele Angebote gemacht. Die Familienzentren sind außerdem in besonderem Maße in sozialräumliche Netzwerke eingebunden und halten Informationen anderer im Stadtteil tätiger Akteure bereit. Zusammen mit 22 Stadtteil- und Familientreffs und mindestens einer Erziehungs-, Familien- und Jugendberatungsstelle in jedem der zehn Stadtbezirke verfügt Düsseldorf daher über ein besonders gut ausgebautes, dichtes Netz an Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Familien.
Die Bestandsaufnahme zeigt zugleich, dass mit der Landesförderung alleine ein Familienzentrum seine Aufgabe nicht erfüllen kann. Dazu erläutert Jugendamtsleiter Johannes Horn: "Die Aufgabenerfüllung in den Familienzentren ist nur möglich, weil die Träger und wir als Stadt über die Landesförderung hinaus weitere Mittel in das System einbringen. Zum Teil übersteigen diese zusätzlichen Mittel den Umfang der eigentlichen Landesförderung erheblich."
Für Stadtdirektor Burkhard Hintzsche ist der Ausbau der Familienzentren noch nicht abgeschlossen: "Vor dem Hintergrund des anhaltenden Bevölkerungsanstiegs in Düsseldorf, ist es sinnvoll, den Kreis der Familienzentren zu erweitern. Unter Berücksichtigung der Landesförderung werden wir diesbezüglich nach 2019 im Rahmen der Jugendhilfeplanung trägerübergreifende Absprachen treffen."