Health-Care Einsatz bei German Doctors

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Dr. Kietzmann (Mitte) mit Mitarbeiterinnen des Health Centres, Foto: privat

Dr. Kietzmann wählt mit Apothekenmitarbei-terin Irene Medikamente aus, Foto: privat

Erfahrungsbericht unserer Ärztin aus Nairobi, Kenia

Die meiste Zeit des Jahres ist Dr. Anke Kietzmann als Ärztin im Medizinaldienst und in unserer Tuberkulose-Ambulanz tätig. Doch für sechs Wochen hat sie ihren Arbeitsplatz im Düsseldorfer Gesundheitsamt mit dem im Baraka Health Centre der ärztlichen Hilfsorganisation German Doctors im Slum Mathare Valley in Nairobi, Kenia getauscht.

Die German Doctors sind dort seit über 25 Jahren tätig und arbeiten eng mit dem einheimischen Team aus 80 medizinischen Fachkräften, Verwaltungsangestellten, Pflegekräften, HIV-Berater*innen, Sozialarbeiter*innen und Familienberater*innen zusammen.

Für Dr. Kietzmann war vor allem ihre Übersetzerin Edna eine wertvolle Begleiterin. Edna half nicht nur bei der Verständigung, sondern verfügt wie alle Übersetzenden vor Ort über medizinische Kenntnisse, sodass sie auch in allen medizinischen und technischen Belangen eine große Unterstützung war.

Die Beschwerden der Patient*innen im Health Centre sind nicht anders als bei uns. Sie kommen mit Rückenproblemen, Bauchschmerzen, Harnwegsinfekten, Hauterkrankungen, Schlafstörungen, Rheuma, Diabetes, Bluthochdruck, Herz- und Nierenleiden. Daneben gibt es auch Fälle von Malaria, wenn sie „Upcountry“ waren, sowie HIV, Tuberkulose und Durchfallerkrankungen. Das alles kann – wenn auch mit eher einfachen Mitteln – vor Ort behandelt werden. Bei komplexen Erkrankungen oder Unfällen werden die Patient*innen in die umliegenden Krankenhäuser eingewiesen, die mit dem Health Centre kooperieren. Da dies meist mit hohen Rechnungen für die Patient*innen verbunden ist, ist die Überweisung für viele jedoch keine Option. 

Einmal wöchentlich begleitet ein German Doctor das Team der Sozialarbeiter*innen in den Mathare Valley Slum, um die an chronischen Krankheiten leidenden Bewohner*innen zu besuchen. Begleitet werden sie von lokalen Volunteers (Freiwilligen), die das Viertel gut kennen.

Bei einem dieser Besuche trifft Dr. Kietzmann in einer circa drei Quadratmeter großen Wellblechhütte auf ein 15-jähriges Mädchen und seine Mutter. Die Mutter ist stark unterernährt, an HIV erkrankt und nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt.

Die Tochter berichtet, dass sie kein Essen mehr haben. Der Vater und der Bruder arbeiten als Tagelöhner, aber das reicht gerade für die Miete der Hütte. Die Sozialarbeiterin schlägt dem Mädchen vor, zum Foodingcenter zu gehen, das dem Health Centre angegliedert ist. Hier erhalten extrem untergewichtige Kinder und Kranke eine Ernährungsberatung und Essenspakete, die die nötigsten Lebensmittel für eine Woche enthalten. Doch das Mädchen hat Angst, die Mutter allein zu lassen. Erst als eine Volunteer eine Nachbarin vermittelt, die solange auf die Mutter achten wird, macht sich das Mädchen auf den Weg.

Dies ist nur eines von vielen Schicksalen, die Dr. Kietzmann während des sechswöchigen Aufenthalts begegnet sind. Dem gegenüber stehen die Anerkennung und der Respekt, die sie gegenüber den sehr engagierten einheimischen Mitarbeitenden empfindet. Ihr Fazit: „Insgesamt war mein Einsatz im Baraka Health Centre eine beeindruckende Erfahrung, für die ich dankbar bin. Ich wurde von einem wunderbaren Team aufgenommen, das in großer Wertschätzung zueinander jeden Tag eine großartige Arbeit leistet.“