Informationsveranstaltung zu PFT im Grundwasser
Zurzeit werden weitere Schritte zur Sanierung des mit perfluorierten Tensiden (PFT) verunreinigten Grundwassers in Düsseldorf-Gerresheim vorbereitet. Die Landeshauptstadt lädt Interessierte daher zu einer Informationsveranstaltung ein, auf der die aktuellen Entwicklungen im Hinblick auf die Untersuchung und nächste Aktionen zur Sanierung der Verunreinigung in Teilen von Gerresheim, Flingern, Vennhausen und Lierenfeld vorgestellt werden. Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch, 25. März, 18 Uhr im Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde Gerresheim, Hardenbergstraße 3.
Wegen der Verunreinigung des Grundwassers mit PFT hat die Landeshauptstadt Düsseldorf im Mai 2010 die Nutzung des Grundwassers zu Bewässerungszwecken in Teilen von Gerresheim zur Vermeidung einer weiteren Schadstoffanreicherung in Böden und in der Nahrungskette untersagt. Auf Grundlage der zwischen 2010 und 2014 vorgenommenen Grundwasseruntersuchungen ist eine Anpassung des Gebietes der Allgemeinverfügung notwendig. Infolge der aktuellen Erkenntnisse ist der Geltungsbereich der Verfügung über die bisher ausgewiesene Grenze hinaus auszuweiten. Zugleich kann für eine Teilfläche die Allgemeinverfügung zukünftig entfallen.
Helga Stulgies, Umweltdezernentin der Landeshauptstadt, und weitere Mitarbeiter der Stadt werden die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand der Untersuchungen und die schon ausgeführten und noch geplanten Aktionen informieren. Die Veranstaltung wird von Thomas Heyer vom WDR moderiert.
In den Jahren 2012 - 2014 wurden an der Eintragsstelle umfangreiche Abreinigungsversuche vorgenommen. In Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Düsseldorf, dem Landesumweltamt, dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung NRW und einem Verfahrensanbieter konnte aufgrund der Ergebnisse dieser Versuche eine Verfahrensweise ermittelt sowie eine Materialwahl getroffen werden, die für diesen Standort eine gute Abreinigungsleistung zu wirtschaftlich vertretbaren Bedingungen erwarten lassen.
Für die großtechnische Sanierung sollen in einem Langzeitpumpversuch die relevanten hydraulischen Parameter ermittelt und erste Betriebserfahrungen mit der gewählten Aufbereitungstechnik gesammelt werden. Der Langzeitpumpversuch zur Behandlung von 30 Kubikmetern verunreinigtem Grundwasser pro Stunde soll in diesem Sommer beginnen.
Weitere Informationen über die PFT-Grundwasserverunreinigung und die Allgemeinverfügung dazu finden sich im Internet unter www.duesseldorf.de/umweltamt/pft.
Hintergrund: Grundwasserverunreinigung mit PFT in Gerresheim
In Gerresheim liegt, ebenso wie in Lohausen/Kaiserswerth, eine großflächige Grundwasserverunreinigung mit perfluorierten Tensiden (PFT) vor, die als Folge des Einsatzes von Löschschaummitteln entstanden ist.
PFT sind synthetisch hergestellte organische Stoffe, die in der Natur nicht vorkommen. Sie werden auf Grund ihrer oberflächenaktiven Eigenschaften (wasser-, fett- und schmutzabweisend) in vielen Industrie- und Konsumprodukten, wie etwa in der Textilindustrie, bei der Beschichtung von Pfannen, in Galvaniken sowie in Feuerlöschschäumen verwendet. Obwohl PFT - relativ gesehen - nur in geringen Mengen eingesetzt werden, werden sie bereits weltweit im Wasser, in Tieren, Le-bensmitteln und auch in menschlichem Blut festgestellt. Auf Grund von Tierversuchen stehen diese Stoffe in Verdacht, krebserregend zu sein. Sie werden zudem als fortpflanzungsgefährdend eingestuft.
2001 waren auf dem Gelände in Gerresheim Lagerhallen in Brand geraten. Bei dem Großbrand wurden 42 Kubikmeter Löschmittelkonzentrat eingesetzt. Mit dem Löschwasser gelangten PFT, die in den Löschmitteln enthalten waren, in den Boden und das Grundwasser. Durch den Bau von neuen Grundwassermessstellen wurde nach und nach das Ausmaß der Verunreinigung deutlich. 2012 konnte erstmals eine flächenhafte Ausdehnung der Grundwasserverunreinigung kartiert werden. Mittlerweile umfasst das Messstellennetz zur Kartierung der Verunreinigung rund 120 Grundwassermessstellen, die regelmäßig untersucht werden. Nach den aktuellen Erkundungen haben sich die Schadstoffe mit der Grundwasserströmung zu einer mehr als zwei Kilometer langen Verunreinigungsfahne in südwestliche Richtung ausgebreitet.