Landeshauptstadt Düsseldorf stellt Entwurf des Kommunalen Wärmeplans vor

| Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz News

Offenlage ab 19. Dezember 2025/Rund 140 Bürgerinnen und Bürger nahmen an Infoveranstaltung Anfang Dezember teil

Düsseldorf hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden. Derzeit entfallen rund 92 Prozent der Endenergie im Wärmebereich auf fossile Energieträger – mit Erdgas als größtem Anteil. Hier muss eine Transformation zu klimafreundlichen Alternativen bis zum Jahr 2045 nach Vorgabe des Bundes stattfinden.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Stadt eine Kommunale Wärmeplanung durchgeführt. Der Kommunale Wärmeplan zeigt Strategien und Maßnahmen für eine nachhaltige Wärmeversorgung in Düsseldorf auf und dient als Handlungsempfehlung. Düsseldorf setzt von Beginn an auf einen partizipativen Ansatz: Die gesamte Stadtgesellschaft wurde kontinuierlich in den Planungsprozess eingebunden. So wurde im Rahmen eines Bürgerdialogs am 4. Dezember 2025 der Entwurf des Kommunalen Wärmeplans für die Landeshauptstadt vorgestellt. Rund 140 Interessierte informierten sich über das Projekt und tauschten sich im Anschluss mit dem Team aus. Ab Freitag, 19. Dezember 2025, können sich Interessierte den Planungsentwurf während der Offenlage einsehen und Anregungen einbringen.

"Mit dem Entwurf des Kommunalen Wärmeplans liegt nun ein umfassendes Konzept vor, das zeigt, wie wir in Düsseldorf unsere Wärmeversorgung Schritt für Schritt wirtschaftlich, zukunftssicher und umweltfreundlich gestalten können. Die bisherigen Ergebnisse verdeutlichen bereits, welchen Weg die Landeshauptstadt künftig gehen kann. Gleichzeitig möchten wir den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, ihre Anregungen einzubringen, bevor die Planung abgeschlossen wird. Ihr Feedback hilft uns, den Plan an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen und leistet einen wichtigen Beitrag für eine erfolgreiche Umsetzung", betont Mobilitäts- und Umweltdezernent Jochen Kral.

Im Rahmen einer Bestands- und Potenzialanalyse wurde das gesamte Düsseldorfer Stadtgebiet auf Basis energiewirtschaftlicher und infrastruktureller Kriterien in 93 Zonen unterteilt. Für jede Zone wurden die Eignung verschiedener Wärmeversorgungsarten sowie die Potenziale für Sanierungsmaßnahmen analysiert.

Dabei wurden auch die Wirtschaftlichkeit sowie sozioökonomische Faktoren wie Eigentumsstrukturen und Kaufkraft berücksichtigt. Die relevanten Daten wurden unter strikter Einhaltung des Datenschutzes erhoben, verarbeitet und ausgewertet, sodass die Privatsphäre – auch bei gebäudescharfer Datenerhebung – gewahrt bleibt. Die Auswertung erfolgte aggregiert auf Baublockebene. Das daraus entwickelte Zielszenario für das Jahr 2045 sieht den verstärkten Ausbau und die Verdichtung des Fernwärmenetzes in Teilen der Innenstadt sowie den Einsatz dezentraler Lösungen - etwa Wärmepumpen oder kleine dezentrale Wärmenetze - in den umliegenden Stadtteilen vor.

"Der Kommunale Wärmeplan stellt eine Planungshilfe dar und schafft Planungssicherheit. Sie unterstützt alle Düsseldorferinnen und Düsseldorfer, Unternehmen und sonstige Institutionen bei der Suche nach der wirtschaftlichsten und sinnvollsten Wärmelösung vor Ort. Mit dem Kommunalen Wärmeplan geht aber für niemanden eine Verpflichtung zu einer bestimmten Wärmelösung einher", stellt Umweltamtsleiter Stefan Ferber klar.

Beim Bürgerdialog stellte die Stadt den Entwurf und das Zielszenario für eine nachhaltige Wärmeversorgung vor. Außerdem wurden Strategien und Maßnahmen erläutert, die eine umweltfreundliche, sichere und wirtschaftliche Wärmeversorgung ermöglichen.

Interessierte können den Planungsentwurf bis zum 30. Januar 2026 einsehen und Stellungnahmen abgeben. Online ist dies rund um die Uhr möglich, analog im Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz, Brinckmannstraße 7, Raum 608. Beim Wunsch zur Einsichtnahme vor Ort wird um Anmeldung telefonisch unter 0211-8992300 oder per E-Mail an waermeplanung19@duesseldorf.de gebeten. Während der Betriebsferien von Mittwoch, 24. Dezember 2025, bis einschließlich Sonntag, 4. Januar 2026, ist eine Einsichtnahme nur online möglich. 

Weitere Informationen zur Kommunalen Wärmeplanung:
Anfang des Jahres 2024 startete die Landeshauptstadt Düsseldorf mit der Kommunalen Wärmeplanung. Unterstützt wird die Stadt dabei von der PricewaterhouseCoopers GmbH und der Stadtwerke Düsseldorf AG. Grundsätzlich sind alle deutschen Großstädte gesetzlich verpflichtet, eine Kommunale Wärmeplanung bis spätestens 30. Juni 2026 zu erstellen. Das Ergebnis für Düsseldorf soll im Frühjahr 2026 vorliegen.

Konkrete Informationen zum Projekt und Verfahren erhalten Bürgerinnen und Bürger unter www.duesseldorf.de/waermeplanung. Auf der Internetseite werden zudem häufig gestellte Fragen beantwortet, zum Beispiel: Welche Auswirkungen hat die Kommunale Wärmeplanung auf die Bürgerinnen und Bürger? Kann/soll ich noch jetzt eine neue Gas-/Ölheizung einbauen lassen? Muss ich meine funktionierende Heizung außer Betrieb nehmen?

In den FAQ Kommunale Wärmeplanung werden die Bedeutung und der Ablauf der Planung erläutert, Informations- und Unterstützungsangebote vorgestellt sowie weitere häufige Fragen beantwortet.