Langzeitarbeitslosigkeit nachhaltig gesenkt

| Soziales

Langzeitarbeitslose Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren, ist nach wie vor eine große Herausforderung, der sich Stadt und Agentur für Arbeit im gemeinsamen Jobcenter stellen. Neben den Aktivitäten des Jobcenters haben diese Angebote dazu beigetragen, die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Düsseldorf auf rund 7.700 zu senken. Im Jahr 2015 waren es noch rund 10.000.

Obwohl Düsseldorf eine Stadt mit herausragender Wirtschaftsstärke und einem dynamischen Arbeitsmarkt ist, gibt es rund 7.700 Menschen, die bereits seit mehr als einem Jahr arbeitslos sind. Lange Arbeitslosigkeit hat Folgen: Die Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz werden schlechter, die Gesundheit leidet, oftmals werden Langzeitarbeitslose ausgegrenzt und gesellschaftlich isoliert.

"Langzeitarbeitslose Menschen brauchen individuelle Wege und passgenaue, regionale Angebote als Ergänzung zu den Angeboten des Jobcenters", erläutert Stadtdirektor Burkhard Hintzsche. "Aus diesem Grund hat das Amt für Soziales gemeinsam mit seinen Partnern seit dem Jahr 2015 Strategien entwickelt und umgesetzt. Für die Projekte und Angebote wurden kommunale Mittel in Höhe von 2,2 Millionen Euro per Ratsbeschluss bereitgestellt."

Mit diesen Mitteln werden beziehungsweise wurden
• Arbeitsgelegenheiten Plus (AGHplus) geschaffen,
• sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze bei Trägern und der Landeshauptstadt Düsseldorf eingerichtet und
• vier Beratungsstellen ("i-Punkte Arbeit") an verschiedenen Standorten ins Leben gerufen.
Neben den Aktivitäten des Jobcenters haben diese Angebote dazu beigetragen, die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Düsseldorf auf rund 7.700 zu senken. Im Jahr 2015 waren es noch rund 10.000.

Arbeitsgelegenheiten Plus (AGHplus)
Um langzeitarbeitslose Menschen in ganz kleinen Schritten an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen und die soziale Integration zu fördern, werden vom Jobcenter finanzierte, zeitlich befristete Arbeitsgelegenheiten bei verschiedenen Trägern angeboten. Gleichzeitig bieten die Arbeitsgelegenheiten die Möglichkeit, persönliche Eignung und eigene Interessen auszuloten.

Beim AGHplus werden darüber hinaus für ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer flankierende Zusatzangebote bereitgestellt. Das sind zum Beispiel Coaching, Computer- oder Sprachkurse, Weiterbildungen zu den Themen Gesundheit, Pflege und Betreuung. Auch der Erwerb eines Führerscheins kann ermöglicht werden. Der tagesstrukturierende Charakter steht bei AGHplus im Fokus. Es wurden insgesamt 328 Schulungsangebote für 281 Personen von Oktober 2015 bis Dezember 2017 durchgeführt.

AGHplus wird von folgenden Trägern durchgeführt und durch die Kommunale Beschäftigungsförderung finanziert: AWO Berufsbildungszentrum gGmbH, Caritas Düsseldorf e.V., Diakonie Düsseldorf, renatec GmbH und Zukunftswerkstatt Düsseldorf GmbH.

Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen
Von Oktober 2015 bis heute wurden sukzessiv insgesamt 46 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen, die auf 24 Monate befristet sind. Sie werden mit über 50-jährigen Langzeitarbeitslosen besetzt, die keine Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt haben. 31 Arbeitsplätze werden bei den Wohlfahrtsverbänden und Trägern sowie 15 Arbeitsplätze bei der Landeshauptstadt Düsseldorf angeboten.

Bei den Wohlfahrtsverbänden und Trägern erfolgt der Einsatz zum Beispiel als Helfer in der Flüchtlingsarbeit, als Garten-, Hausmeister- und Handwerkshelfer oder auch als Verwaltungskraft. Bei der Landeshauptstadt Düsseldorf konnten Stadtteilhelfer in der Seniorenhilfe des Jugendamtes, Alltagshelfer im Obdach beim Amt für Migration und Integration oder auch Verwaltungsgehilfen/Quartierspaten in den zehn Bezirksverwaltungsstellen im Stadtgebiet gewonnen werden. Folgende Wohlfahrtsverbände und Träger bieten sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze an: AWO Berufsbildungszentrum gGmbH, Caritas Düsseldorf e.V., Jugendberufshilfe Düsseldorf gGmbH, renatec GmbH, Sozialdienst katholischer Frauen und Männer Düsseldorf e.V. und Zukunftswerkstatt Düsseldorf GmbH.

i-Punkt Arbeit
Mitte 2016 wurden vier Beratungsbüros ("i-Punkt Arbeit") für Arbeitsuchende an verschiedenen Standorten eröffnet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Beratungsstellen unterstützen zum Beispiel bei der beruflichen Orientierung, bei der Jobsuche oder bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen. Die dort tätigen Arbeitsmarktlotsen nehmen neben ihrer Beratungstätigkeit eine Steuerungsfunktion zwischen Arbeitssuchenden, lokalen Arbeitgebern, Jobcenter, Agentur für Arbeit und anderen lokalen Akteurinnen und Akteuren ein.

Die beiden Standorte der renatec GmbH in Eller/Hassels Nord auf der Fürstenberger Straße 41 und dem Caritasverband Düsseldorf e.V. in Oberbilk/Flingern auf der Kölner Straße 250 werden zu 100 Prozent aus kommunalen Mitteln finanziert. Die beiden anderen Büros werden einerseits durch das ESF-Bundesprogramm "Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (BIWAQ)" als auch durch kommunale Mittel sowie Eigenmittel der Träger finanziert. Diese beiden Standorte wurden von der Zukunftswerkstatt Düsseldorf GmbH in Rath/Mörsenbroich an der Stieglitzstraße 41 und dem AWO Berufsbildungszentrum gGmbH in Wersten/Holthausen auf der Küppersteger Straße 1 eingerichtet. Die Kontaktdaten der Beratungsbüros sind im Internet unter www.duesseldorf.de/soziales/arbeitsuchende zu finden.

43 Prozent der langzeitarbeitslosen Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden Einstieg in ersten Arbeitsmarkt
Bisher konnten 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch Veranstaltungen der Beratungsbüros erreicht werden, wie zum Beispiel in Lerncafés oder durch Seminare. 800 haben in den i-Punkten eine Kurzeitberatung in Anspruch genommen. 422 Personen haben sich für einen längerfristigen Beratungsprozess entschieden, welcher im Durchschnitt rund vier Monate dauerte. 309 Beratungen wurden inzwischen abgeschlossen. Hiervon haben 43 Prozent der Langzeitarbeitslosen den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt gefunden: 36 Prozent nahmen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf und sieben Prozent einen Minijob. Erfreulicherweise liegt der Schwerpunkt der Vermittlung im Gesundheits- und Sozialwesen.

Zusätzlich konnten knapp 20 Prozent eine Perspektive in Richtung ersten Arbeitsmarkt entwickeln und durch die Aufnahme einer Qualifizierung oder einer Betriebserprobung ihr Profil verbessern. Das freiwillige, ganzheitliche Beratungsangebot im Quartier, die gute Vernetzung im Stadtteil (insbesondere mit örtlichen Betrieben) und die intensive Betreuung führen zu diesen guten Ergebnissen.