Legionellenbefund bei einer Verdunstungskühlanlage am Flughafen Düsseldorf
| Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz News Betrieblicher Umweltschutz
Bei einer Routineuntersuchung hat der Flughafen Düsseldorf in den vergangenen Tagen erhöhte Legionellenwerte im Kühlwasser einer Verdunstungskühlanlage auf dem Zentralgebäude am Terminalring festgestellt. Als Sofortmaßnahme wurden bei der Anlage die Ventilatoren der Verdunstungskühlungsanlage abgeschaltet, so dass ein Austrag von legionellenhaltigen Aerosolen nicht mehr stattfinden kann. Die Anlage wurde umgehend desinfiziert. Die Wirksamkeit der Desinfektion wird durch eine erneute Probennahme kontrolliert werden. Die Ventilatoren werden erst nach erfolgreicher Legionellensanierung wieder in Betrieb genommen, teilt das Umweltamt der Landeshauptstadt Düsseldorf mit. Aufgrund der getroffenen Vorkehrungen wird die Gefährdungslage für die Bevölkerung als äußerst gering eingeschätzt.
Bereits Anfang November waren an einer anderen Verdunstungskühlanlage des Flughafens erhöhte Legionellenwerte festgestellt worden. Die Werte für diese Anlage liegen nach erfolgreicher Desinfektion wieder deutlich unterhalb der gesetzlich vorgegebenen Prüf- und Maßnahmenwerte.
Hintergrund: Veröffentlichungspflicht
Vor dem Hintergrund der noch zu klärenden Zusammenhänge zwischen Legionellenbefunden in Kühlwasser von Verdunstungskühlanlagen und einem konkreten Erkrankungsrisiko in der Umgebung der Anlagen hat das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen festgelegt, dass Legionellenbefunde oberhalb des Maßnahmenwertes aus Gründen des vorbeugenden Umwelt- und Gesundheitsschutzes im Regelfall zeitnah zu veröffentlichen sind. Ziel der Veröffentlichung ist es, Menschen, die an schweren Atemwegsinfekten erkranken oder erkrankt sind, sowie Ärzte darauf aufmerksam zu machen, dass möglicherweise Legionellen die Ursache sein könnten. Bisher sind weltweit nur wenige Fälle beschrieben, bei denen eine Verdunstungskühlanlage als Ursache für den Ausbruch von Legionellose angenommen wird.
Hintergrund: Legionellen
Legionellen sind Umweltkeime, die natürlicherweise in geringen Konzentrationen in Gewässern und im Boden vorkommen. Da Legionellen bevorzugt in einem Temperaturbereich von 25°C bis 45°C wachsen, können sie sich in technischen Anlagen zur Warmwasserbereitung, in Abwärme führenden Teilen von Kühlanlagen und in warmen Belebungsbecken von Kläranlagen anreichern. Werden Legionellen in kleinsten Wassertröpfchen (Aerosolen) mit der Atemluft aufgenommen, können sie bei Menschen Erkrankungen mit grippeähnlichen Symptomen (Pontiac-Fieber) oder eine schwere Lungenentzündung verursachen.