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Modern, vernetzt, digital: erfolgreiche Fahrradkommunalkonferenz

| Verkehr

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller begrüßte die Teilnehmenden an der 20. Fahrradkommunalkonferenz in der Rheinterrasse zu Düsseldorf. Foto: BALM/Uwe Völkner Czybik&Schmid Media UG

Mehr als 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren am 3. und 4. November in der Rheinterrasse Düsseldorf zusammengekommen, um zentrale Fragen der kommunalen Radverkehrsförderung zu diskutieren. Foto: BALM/Uwe Völkner Czybik&Schmid Media UG

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller bei seinem Grußwort zur 20. Fahrradkommunalkonferenz, die in der Rheinterrasse in Düsseldorf ausgetragen wurde. Foto: BALM/Uwe Völkner Czybik&Schmid Media UG

Das Mobilitätsforum Bund im Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) und die Landeshauptstadt Düsseldorf haben am Dienstag, 3., und Mittwoch, 4. November 2026, gemeinsam die 20. Fahrradkommunalkonferenz ausgerichtet. Mehr als 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen in der Rheinterrasse Düsseldorf zusammen, um zentrale Fragen der kommunalen Radverkehrsförderung zu diskutieren. Das Oberthema der Konferenz lautete: "Radverkehr – modern, vernetzt, digital.".

Die jährlich stattfindende Fahrradkommunalkonferenz ist die zentrale Plattform für die Radverkehrsverantwortlichen in den öffentlichen Verwaltungen. Sie gilt als wichtigste Radverkehrskonferenz auf kommunaler Ebene. Die Konferenz wird maßgeblich durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert. Das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) veranstaltet die Konferenz gemeinsam mit einer gastgebenden Kommune, in diesem Jahr mit der Landeshauptstadt Düsseldorf. Zudem unterstützte das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen die Veranstaltung in diesem Jahr finanziell. Die kommunalen Spitzenverbände unterstützen die Fahrradkommunalkonferenz als ideelle Mitveranstalter gemeinschaftlich. Die Ziele der Konferenz sind der Wissenstransfer, der kollegiale und fachliche Austausch sowie die Netzwerkbildung, um Potenziale für mehr Radverkehr in Deutschland zu heben.

Die Konferenz beleuchtete in diesem Jahr den Einfluss des Radverkehrs auf Verkehrssicherheit, Gesellschaft, Wirtschaft, Orts- und Stadtentwicklung ebenso wie auf Gesundheit und Soziales. Sie legte auch einen Fokus auf schnelle und pragmatische Lösungen, die direkt vor Ort Wirkung zeigen können. Denn Kommunen stehen vor herausfordernden Aufgaben: Finanzielle Mittel für kommunale Aufgaben werden knapper und gleichzeitig steigen die Qualitätsanforderungen an die Radverkehrsinfrastruktur. Der Radverkehr bietet jedoch  kostengünstige Lösungen für nachhaltige Mobilität und klimagerechte Stadtentwicklung. Im Mittelpunkt der Fahrradkommunalkonferenz standen daher erfolgreiche Umsetzungsstrategien und inspirierende Beispiele aus der kommunalen Praxis.

Beispiele aus Düsseldorf zum Konferenzauftakt

Beispielsweise fördert das BMV aus Mitteln des Förderprogramms "Radnetz Deutschland" die Nord-Süd-Radleitroute 1 in Düsseldorf, die Radfahrerinnen und Radfahrern ein schnelles und zügiges Vorankommen auf rund zehn Kilometern Strecke zwischen dem nördlichen und südlichen Stadtgebiet bieten wird. Zuvor konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in mehreren Exkursionen einen Eindruck der Lösungen vor Ort verschaffen. Auch die Mobilitätsstationen zur Kombination verschiedener Verkehrsmittel oder touristische Themenrouten wie "Japan in Düsseldorf erleben" standen auf dem Programm.

Fachlicher Austausch

Acht Fachforen und zwei weitere Exkursionen boten am zweiten Konferenztag den Rahmen für den inhaltlichen Austausch. Dabei ging es etwa um die fahrradfreundliche Gestaltung von Bebauungsplänen, unbürokratische Lösungen in der Verwaltungsarbeit oder sichere Schulwege. Digitale Anwendungen spielten eine große Rolle. Dies spiegelte sich in Fachforen zu datenbasierten Analysen oder digitalen Werkzeugen für die kommunale Radverkehrsplanung wider. Die Potenziale kommunaler Datengenerierung durch automatisierte Tools wurden ebenfalls diskutiert.

Dr. Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr: "Radverkehrsförderung schafft einen echten Mehrwert. Sie ermöglicht es, Radwege auszubauen und den Verkehr so für alle sicherer zu machen. Radverkehr ist klimafreundlich, fördert die Gesundheit und macht Spaß – ein Zugewinn für die Lebensqualität vor Ort. Mit dem Sonderprogramm 'Stadt und Land' haben wir seit 2021 über 4.000 Maßnahmen ermöglicht und die Förderung bis 2030 verstetigt. Mit dem aktuellen Förderaufruf 'Junge Generation Fahrrad – aktiv mobil' fördern wir ausdrücklich die Mobilität von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit dem Rad. Insbesondere Kinder sollen flexibel und sicher mit dem Fahrrad unterwegs sein können."

Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen: "Auf unserem Weg hin zu einer klimaneutralen Mobilität spielt das Fahrrad eine ganz entscheidende Rolle. Wo es eine sichere und attraktive Radinfrastruktur gibt, steigen die Menschen auf das Rad um. Wir als Land können die Rahmenbedingungen setzen, die Umsetzung findet größtenteils in den Kommunen statt. Konferenzen wie diese bringen die Kommunen zusammen, damit sie gute Lösungen voneinander übernehmen und schneller umsetzen".

Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf: "Die Fahrradkommunalkonferenz gab uns eine wertvolle Gelegenheit, mit Fachleuten aus ganz Deutschland Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam über neue Ansätze für einen sicheren, stadtverträglichen und zukunftsfähigen Radverkehr zu diskutieren. In Düsseldorf ist der Radverkehr ein zentraler Baustein unserer nachhaltigen Verkehrspolitik".

Christian Hoffmann, Präsident des Bundesamtes für Logistik und Mobilität: "Mehr als 400 Teilnehmende und zahlreiche Beispiele aus der kommunalen Praxis zeigen, welchen Stellenwert der fachliche Austausch beim Radverkehr inzwischen hat. Das BALM versteht sich dabei als Partner der Kommunen: Wir bringen Wissen zusammen, fördern den Erfahrungsaustausch und schaffen Netzwerke, damit gute Lösungen schneller ihren Weg in die Praxis finden.“

Staffelstabübergabe

Die Veranstaltung endete mit der offiziellen Staffelstabübergabe an die ausrichtende Kommune der Fahrradkommunalkonferenz für das Jahr 2027, die Stadt Heilbronn.