Nach dem Sturm: Aktueller Stand der Aufräumarbeiten

Behebung aller Sturmschäden wird voraussichtlich noch Monate dauern

Seitdem Sturm "Ela", der am Pfingstmontagabend, 9. Juni, über die Landeshauptstadt Düsseldorf hinwegzog, laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Das Gartenamt ist seit Pfingstmontag mit 350 Kräften im Einsatz. Zudem wurden 40 Fachfirmen mit der Sturmaufarbeitung beauftragt, darunter Spezialkräfte wie Baumkletterer und große Fällkräne. Die Firmen kommen aus ganz Deutschland und auch aus den Niederlanden und Österreich nach Düsseldorf. "Für dieses Engagement und die gute Zusammenarbeit möchte sich die Landeshauptstadt Düsseldorf bei allen Einsatzkräften bedanken", sagte Umweltdezernentin Helga Stulgies. Dennoch werde die Behebung aller Sturmschäden voraussichtlich noch Monate in Anspruch nehmen. Hier eine aktuelle Übersicht über den Stand der Arbeiten und sonstige wissenswerte Dinge:

Schadensbilanz Stadtwald

Die Schadensbilanz im Forst mussten die Experten erheblich nach oben korrigieren. Die erste Schätzung war noch von 10.000 beschädigten Bäumen ausgegangen. Nachdem nun alle Stadtwälder begutachtet wurden, hat sich die Zahl auf 20.000 Bäume verdoppelt. Allein im Aaperund Grafenberger Wald sind 15.000 Bäumen umgestürzt oder so schwer beschädigt, dass sie gefällt werden müssen.

Waldsperrung

Der Landesbetrieb Wald und Holz hat eine ordnungsbehördliche Verordnung zur Gefahrenabwehr der Sturmfolgen "Ela" eine Waldsperrung bis einschließlich Dienstag, 30. September, erlassen. Sie gilt im Gebiet der Landeshauptstadt Düsseldorf für den Grafenberger wie den Aaper Wald sowie Privatwälder in Angermund.

Freigegebene Flächen im Forst

Ausgenommen von dieser Sperrung ist der Wildpark, der seit dem 5. Juli dienstags bis sonntags geöffnet ist. Nur montags bleibt der Wildpark für Aufräumarbeiten geschlossen. Ebenfalls freigegeben ist der Waldspielplatz Müllers Wiese. Im südlichen Stadtwald sind der Urdenbacher Altrhein, der Forst Eichenhorst in Garath und Hasseler Forst wieder freigegeben. Die Freigabe betrifft auch die Waldspielplätze "Hasseler Forst", "Am Staatsforst" und "Heinrich-Lersch-Straße".

Friedhöfe

Geöffnet sind der Südfriedhof und die Friedhöfe Eller, Itter, Gerresheim, Kalkum, Angermund, Hubbelrath, Unterbach und Hassels. Der Nordfriedhof ist noch geschlossen, es ist aufgrund des Arbeitsfortschritts in Kürze mit der Öffnung erster Teilgebiete zu rechnen. Teilöffnungen: Auf dem Friedhof Stoffeln sind nur noch die Felder 45, 46, 48, 49, 56 bis 61 sowie 65 und 66B geschlossen. Auf dem Friedhof Heerdt ist der Bereich am Albertussee, die Felder 23 bis 30 geöffnet. Auf dem Friedhof Unterrath sind nur noch Teile der Felder H und C abgesperrt.

Kinderspielplätze

Zurzeit arbeiten die Mitarbeiter im Gartenamt mit Hochdruck daran, dass die Spielplätze im Stadtgebiet wieder für die Kinder geöffnet werden können. Weil Sommerferien sind, sollen möglichst viele Anlagen bald wieder geöffnet sein. 248 der 430 Kinderspielplätze sind inzwischen wieder frei gegeben, das sind fast 60 Prozent. Eine besonders schöne Nachricht für alle Daheimgebliebenen ist sicher, dass der Wasserspielplatz am Schlosspark Eller im Zuge des Masterplans Kinderspielplätze der Landeshauptstadt für 250.000 Euro saniert wurde. Die Arbeiten sind abgeschlossen. Die Anlage kann ab sofort von Kindern erobert werden. Auch der Wasserspielplatz Am Tannenhof ist wieder freigegeben. Die Freizeitanlagen Ulenbergstraße und Heerdt haben ebenfalls ihre Pforten wieder geöffnet.

Unterstützung durch die Zukunftswerkstatt

Das Gartenamt wurde durch die Gartenwerker des Projektes Umweltwerkstatt der städtischen Tochtergesellschaft Zukunftswerkstatt Düsseldorf bei den Aufräumarbeiten an Schulen und Kinderspielplätzen unterstützt. Ab August verstärkt die Zukunftswerkstatt zudem im Auftrag des Gartenamtes den Einsatz der vorhandenen sechs Grünmobile mit 50 Langzeitarbeitslosen um weitere zehn arbeitslose Kräfte. Viele Friedhofsgärtnereien haben ehrenamtlich mit ihren Fachkräften die Arbeiten auf den städtischen Friedhöfen unterstützt.

Parkanlagen

Viele Parkanlagen müssen aus Sicherheitsgründen weiterhin gesperrt bleiben. Erste Anlagen konnten aber in der letzten Woche für die Öffentlichkeit frei gegeben werden. Aktuell sind folgende Grünanlagen auf Gefahrenstellen kontrolliert und gesichert worden: Sonnenpark, Floragarten, IHZ-Park, Derendorfer Stadtquartiere und Maurice-Ravel-Park, Nachbarschaftspark Am Stufstock, Nachbarschaftspark Am Hackenbroich, Teile des Nordparks: Wasserachse, Fontänenplatz, Ballhaus, "Bauspielplatz", Nordparkcafé, WGZ-Bank-Park und Stadtwerkepark. Da sich viele Erholungssuchende der Gefahren in den Anlagen nicht bewusst sind und immer wieder die Absperrungen entfernt wurden, werden die Gefahrengebiete nun mit Bauzäunen abgesperrt.

Grünschnitt und Bruchholz

Allein zwischen Pfingsten und Ende Juni wurden rund 3.500 Tonnen Grünschnitt und Bruchholz aus den von Sturmtief Ela verursachten Schäden bei der Kompostierungsgesellschaft Düsseldorf-Mettmann (KDM) angeliefert. Zum Vergleich: Eine solche Menge wird auf den Recyclinghöfen der Awista normalerweise im Laufe eines knappen halben Jahres abgegeben. Die Menge wird noch anwachsen: Bis Mitte Juli soll der noch auf Zwischenlager-Flächen untergebrachter Grünschnitt zur KDM transportiert werden. Stämme und Äste werden dort separiert und zu Hackschnitzeln sowie Grünschnitt zu Kompost verarbeitet.

Awista GmbH

Für die Awista ist das Einsammeln ein Kraftakt, für den sie – auf Veranlassung der Stadt – ungewohnte Vorkehrungen traf: Externe Transportunternehmen wurden einbezogen, Bagger angemietet, ein stillgelegter Betriebshof zeitweise reaktiviert sowie Müll-Pressfahrzeuge zum Einsammeln von Baumschnitt zweckentfremdet. In der ersten Julihälfte fährt die Awista noch systematisch durch das gesamte Stadtgebiet und sammelt die diversen Grünschnitt-Stapel von den Gehwegen ein. Die Arbeiten an den Straßenbäumen und in den Parks werden sich noch über einen längeren Zeitraum hinziehen: Viele Bäume müssen von Arbeitsbühnen aus begutachtet werden, anschließend findet ein Rückschnitt oder eine Fällung statt. Die Arbeitsliste umfasst derzeit noch mehr als 1.000 Stellen im Stadtgebiet. Container mit Grünschnitt werden daher noch für längere Zeit das Stadtbild prägen.

Spendenkonto

Immer schon haben die Düsseldorfer ein besonderes Herz für das Grün in der Stadt bewiesen. Nach dem Unwetter am Pfingstmontag möchten nun viele Düsseldorfer, Firmen, Vereine und Verbände das Gartenamt durch Spenden unterstützen. Bislang sind Spendenzusagen von über 100.000 Euro eingegangen.

(pau)