Neues Luisen-Gymnasium über Radleitroute 1 erreichbar
| Verkehr
Beigeordnete Cornelia Zuschke, Holger Odenthal, stv. Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement und IPM-Geschäftsführer Michael Köhler (2.v.l.) haben den fertiggestellten Abschnitt der Radleitroute 1 am Montag, 31. August 2026, offiziell in Betrieb genommen. Foto: David Young
Der nun weitgehend fertiggestellte Abschnitt ist Teil des insgesamt 2,2 Kilometer langen ersten Bauabschnitts der Nord-Süd-Radleitroute 1 zwischen Rheinkniebrücke und Südring. Damit ist ein weiterer wichtiger Baustein der mehr als zehn Kilometer langen Nord-Süd-Achse umgesetzt. An einzelnen Stellen stehen noch Arbeiten aus, die im weiteren Projektverlauf folgen.
Cornelia Zuschke, Beigeordnete für Planen, Bauen, Wohnen, Grundstückswesen und Mobilität: "Düsseldorf macht ein weiteres wichtiges Stück Strecke für den Radverkehr. Mit der weitgehenden Fertigstellung des ersten Abschnitts der Nord-Süd-Radleitroute 1 erreichen wir einen wichtigen Meilenstein. Die intensive Planung der vergangenen Jahre zahlt sich aus: Schritt für Schritt entstehen leistungsfähige, sichere und komfortable Radverkehrsachsen. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zu unserer Mobilitätsstrategie und ihrem Leitbild 'Wege für alle'. Dass rund 1.000 Schülerinnen und Schüler den neuen Standort des Luisen-Gymnasiums über die Radleitroute erreichen können, zeigt ganz konkret den Nutzen dieser Investition."
Mehr Radverkehr – leistungsfähige Infrastruktur für eine wachsende Nachfrage
Der Radverkehr in Düsseldorf wächst weiter – und damit auch die Anforderungen an eine sichere, komfortable und durchgängige Infrastruktur. Inzwischen werden 21 Prozent der Wege innerhalb Düsseldorfs mit dem Fahrrad zurückgelegt. Auch die aktuellen Zählungen an den städtischen Dauerzählstellen bestätigen den hohen Stellenwert des Radverkehrs: Bis zum 20. August 2026 wurden dort knapp vier Millionen Radfahrende erfasst – rund zwei Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Besonders hoch ist das Aufkommen an der Zählstelle am Mannesmannufer/KIT, an der die Nord-Süd-Radleitroute vorbeiführt. Dort wurden bislang 749.086 Radfahrende gezählt – mehr als drei Prozent über dem Vorjahresniveau. Insgesamt werden in Düsseldorf bereits 76 Prozent der Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus und Bahn zurückgelegt.
Mit ihrer strategischen Mobilitätsplanung schafft die Landeshauptstadt die Voraussetzungen für eine gleichberechtigte Mobilität. Mit "Wege für alle" bringt Düsseldorf diesen Anspruch kommunikativ auf den Punkt. Der Ausbau der Radleitrouten ist dabei ein wichtiger Baustein, um dem wachsenden Radverkehr einen sicheren, komfortablen und verlässlichen Platz im Verkehrsnetz zu geben.
Radleitroute 1 – Neue Radverkehrsführung zwischen Rheinkniebrücke und Südring
Entlang der Völklinger Straße wurde die vorhandene Radverkehrsanlage verbreitert und klarer vom Fußverkehr getrennt. Querungen wurden optimiert. An der Gladbacher Straße und der Ernst-Gnoß-Straße wurden im Zuge der Modernisierung der Ampelanlagen separate Radverkehrssignale eingerichtet und die Radverkehrsführungen markiert. Zwischen Fürstenwall und Stadttor führt ein drei Meter breiter Zweirichtungsradweg, entlang der Völklinger Straße beträgt die Breite bis zu 2,50 Meter. Über die Fahrradstraße auf der Moselstraße besteht zudem eine komfortable Verbindung zur Rheinuferpromenade, über die die Radleitroute weiter in Richtung Norden verläuft.
Im Vorfeld des Ausbaus mussten zwischen Fährstraße und Südring zunächst umfangreiche Fernwärmearbeiten durchgeführt werden. Dabei wurde unter anderem das neue Luisen-Gymnasium an das Fernwärmenetz angeschlossen. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten konnte der letzte Teil des Bauabschnitts realisiert und die Radverkehrsführung bis zum Südring hergestellt werden.
"Bei einem Projekt dieser Größenordnung müssen viele Anforderungen und Bauabläufe eng aufeinander abgestimmt werden. Durch die gute Zusammenarbeit von IPM, Netzgesellschaft Düsseldorf und Amt für Verkehrsmanagement konnte der Abschnitt planmäßig zum Schulstart weitgehend fertiggestellt werden. Entstanden ist eine klar erkennbare, komfortable und sichere Radverkehrsführung, die eine wichtige Verbindung in Richtung Innenstadt schafft. Damit ist ein weiterer zentraler Baustein für eine leistungsfähige Nord-Süd-Achse des Düsseldorfer Radverkehrs umgesetzt", sagt Holger Odenthal, stellvertretender Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement.
Nächster Planungsschritt am Knoten Fährstraße/Völklinger Straße
Der noch ausstehende Ausbau des Knotenpunkts Fährstraße/Völklinger Straße wird zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt. Für eine sichere und übersichtliche Verkehrsführung soll der bestehende freie Rechtsabbieger zurückgebaut werden. Die weitere Planung des komplexen Kreuzungsumbaus erfolgt zudem in Abstimmung mit der geplanten Feuer- und Rettungswache an der Völklinger Straße.
Eine weitere Baulücke besteht derzeit zwischen dem S-Bahnhalt Völklinger Straße und der Völklinger Straße 24. Zunächst muss das dortige Bauvorhaben eines Investors fertiggestellt werden, bevor der neue Geh- und Radweg im Seitenraum hergestellt werden kann.
Nord-Süd-Radleitroute wächst weiter
Auch an weiteren Stellen der Nord-Süd-Radleitroute 1 sind wichtige Abschnitte bereits fertiggestellt beziehungsweise optimiert. Zwischen der Theodor-Heuss-Brücke und der Rheinkniebrücke wurden in den vergangenen Jahren unter anderem die Hofgartenrampe und die Oederallee für den Radverkehr ausgebaut. Damit wurden wichtige Verbindungen zum Rheinradweg und zur über die Oberkasseler Brücke verlaufenden West-Ost-Radleitroute 2 verbessert. Auf dem rund 3,6 Kilometer langen Abschnitt entlang der Rheinuferpromenade sind nach den im vergangenen Jahr abgeschlossenen Sanierungsarbeiten derzeit keine weiteren baulichen Maßnahmen vorgesehen.
Der anschließende, rund 1,6 Kilometer lange Abschnitt über die Rotterdamer Straße verbindet die Radleitroute mit Messe und Arena. Seine weitere Umsetzung ist eng mit der Verkehrsplanung rund um die anstehende Sanierung der Theodor-Heuss-Brücke verknüpft. Auch die Anforderungen des Messe- und Veranstaltungsverkehrs sowie die Erneuerung beziehungsweise Anpassung des Messeleitsystems müssen berücksichtigt werden. Die weiteren Planungen erfolgen daher in enger Abstimmung mit Messe Düsseldorf und D.LIVE.
Weiter im Norden ist die Umsetzung des 2,9 Kilometer langen Abschnitts zwischen Reeser Straße und Alter Flughafenstraße weit fortgeschritten. Auf der Kaiserswerther Straße und der Niederrheinstraße sind die Bauarbeiten und Markierungen auf rund zwei Kilometern weitgehend abgeschlossen. Noch ausstehend sind unter anderem Beschilderungsarbeiten und einzelne Restarbeiten an den Fahrradabstellanlagen.
Die Neugestaltung des Freiligrathplatzes startet im Herbst 2026. Für den Bereich der Stockumer Höfe und den anschließenden Abschnitt der Niederrheinstraße bis zur Alten Flughafenstraße wird die Planung weiter ausgearbeitet. Perspektivisch soll auch die Reeser Straße als Fahrradstraße ausgebaut werden. Voraussetzung dafür ist allerdings die Optimierung der Rotterdamer Straße, damit ein sicherer Anschluss für den Radverkehr hergestellt werden kann. Die Fertigstellung des gesamten Abschnitts ist planmäßig bis 2027 vorgesehen.
Auch die West-Ost-Radleitroute 2 kommt voran
Parallel ist auch der erste Bauabschnitt der West-Ost-Radleitroute 2 weitgehend fertiggestellt. Der rund 3,6 Kilometer lange Abschnitt vom Areal Böhler über die Hansaallee, den Belsenplatz und die Luegallee bis zum Luegplatz befindet sich nach dem Baustart im Juni 2025 auf der Zielgeraden. In den meisten Bereichen sind die Bauarbeiten abgeschlossen.
Noch ausstehend sind vor allem einzelne Markierungsarbeiten, etwa an Ladezonen, sowie die Fertigstellung der Signalanlagen an den Knotenpunkten Lankerstraße/Belsenplatz und Quirinstraße/Belsenplatz. Auch am Knotenpunkt Schorlemerstraße stehen noch Arbeiten und Markierungen aus. Die vollständige Fertigstellung des Abschnitts ist im vierten Quartal 2026 vorgesehen.
Noch in diesem Herbst beginnen die Arbeiten am nächsten, rund drei Kilometer langen Abschnitt der West-Ost-Radleitroute 2. Die Planungen sind abgeschlossen, aktuell laufen die Vorbereitungen und die erforderlichen verkehrsrechtlichen Genehmigungsverfahren. Der Abschnitt schließt an die Fahrradstraße Am Wehrhahn an und führt über die Grafenberger Allee und die Cranachstraße bis zur Dieselstraße/Hellweg.
Ausblick: Weitere Radleitrouten und Einzelmaßnahmen in Planung
Die beiden Radleitrouten 1 und 2 sind zentrale Bausteine beim Ausbau des Düsseldorfer Radhauptnetzes. Ergänzend zu den großen zusammenhängenden Achsen setzt die Landeshauptstadt weiterhin zahlreiche Einzelmaßnahmen und punktuelle Verbesserungen im Radhauptnetz um. So entstehen zunehmend durchgängige Verbindungen, während gleichzeitig Qualität und Sicherheit des Radverkehrs an vielen Stellen verbessert werden.
Mit der in diesem Jahr beauftragten Machbarkeitsstudie zur Radleitroute 3 bereitet das Amt für Verkehrsmanagement den nächsten Baustein vor. Die perspektivische Verbindung soll Angermund im Norden mit Urdenbach im Süden verbinden. Im Rahmen der Studie werden der mögliche Trassenverlauf und die grundsätzliche Umsetzbarkeit untersucht. Die konkrete Umsetzung weiterer Routen ist von der Haushaltslage und den künftig verfügbaren finanziellen Mitteln abhängig.
Hintergrund
Mit den Radleitrouten legt die Landeshauptstadt den Fokus auf zusammenhängende innerstädtische Radverkehrsachsen. Sie ergänzen das Radhauptnetz, verbinden zentrale Ziele und stellen Anschlüsse an die Nachbarkommunen her. Als übergeordnetes Verteilnetz werden sie nach hohen Qualitätsstandards geplant und sollen Radfahrenden ein sicheres, zügiges und komfortables Vorankommen ermöglichen.
Die Nord-Süd-Radleitroute 1 verbindet auf mehr als zehn Kilometern Lohausen, Golzheim, Stadtmitte, Unterbilk und Hamm. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 21.778.500 Euro brutto. Für den Abschnitt entlang der Rotterdamer Straße sowie für den Abschnitt zwischen Oberkasseler Brücke und Rheinkniebrücke erhält die Landeshauptstadt rund 2,9 Millionen Euro aus dem Förderprogramm "Ausbau und Erweiterung des Radnetzes Deutschland" des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr.
Die West-Ost-Radleitroute 2 verbindet auf rund zwölf Kilometern den Düsseldorfer Westen mit dem Osten bis nach Gerresheim. Die geschätzten Gesamtkosten des Projekts beliefen sich in der Planungsphase auf rund 20 Millionen Euro. Für den Abschnitt zwischen dem Areal Böhler in Lörick und dem Luegplatz erhält die Landeshauptstadt rund 3,8 Millionen Euro Förderung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), die von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen bereitgestellt wird. Für den Abschnitt zwischen der Cantadorstraße in Stadtmitte und der Dieselstraße in Flingern-Nord erhält die Landeshauptstadt zudem eine Zuwendung in Höhe von rund 2,9 Millionen Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN). Für die weiteren Abschnitte der West-Ost-Radleitroute bemüht sich die Landeshauptstadt ebenfalls um zusätzliche Fördermittel.
Die Umsetzung der beiden Radleitrouten erfolgt über die Immobilien Projekt Management Düsseldorf GmbH (IPM), die bereits an der Entwurfsplanung und Kostenberechnung beteiligt war.
Fotos des fertiggestellten Abschnitts der Radleitroute 1 sind abrufbar unter: https://duesseldorf.canto.de/b/T5JI9
Ein Video zu diesem Thema wird im Laufe des Tages auf YouTube veröffentlicht unter: www.youtube.com/stadtduesseldorf